Per Digitalisierung zur Smart Maintenance
08.08.2017

Per Digitalisierung zur Smart Maintenance

Instandhaltung und Industrieservice sind Basis der Industrie 4.0, die einen Wandel in den Produktionsketten in der Industrie mit sich bringt. Das wird auch den Wertbeitrag der Instandhaltung für die Industrie ändern.

Wertschöpfungsstufen dürfen im Rahmen von Industrie 4.0 dann nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern müssen über Unternehmensgrenzen hinweg intelligent vernetzt werden. Dazu muss das Silodenken des einzelnen Unternehmens überwunden werden. Dreh- und Angelpunkt dafür ist die Instandhaltung, denn sie ist die einzige Funktion, die mit ihrem jahrelang aufgebauten Know-how in der Lage ist, bestehende oder teilweise in Betrieb befindliche Anlagen und Anlagenstrukturen zu modifizieren, zu flexibilisieren und zu digitalisieren. Niemand sonst kennt die Anlagen so genau und kann effizient Anpassungen in bestehenden Anlagen vornehmen.

Instandhaltung vs. Neuinvestitionen

Wenn diese Modernisierung des Produktionsbestands nicht zügig gelingt, liegt die Alternative auf der Hand: Anlagen müssen ersetzt werden. Neuinvestitionen stehen dabei im globalen Standortwettbewerb. Als Konsequenz geht Deutschland das Risiko ein, Produktionsanlagen zu verlieren. Wenn die Instandhaltung nicht als die entscheidende Transformationsressource erkannt wird, setzt das den Produktionsstandort Deutschland aufs Spiel.

Durch die steigende Technologisierung der Anlagen nimmt auch die Komplexität zu, diese zu verstehen sowie zu kontrollieren: Das ist die Herausforderung, die die Industrie 4.0 an die Instandhaltung stellt. Aber es ist eine Herausforderung, die die Instandhaltung meistern wird – wenn sie sich fachlich weiterentwickelt.

Instandhaltung

Sich der digitalen Transformation stellen und die resultierenden Herausforderungen auf dem Weg zum Dienstleister 4.0 zu meistern, ist für die Instandhaltung eminent wichtig.

Standortsicherung durch Instandhaltung

Bislang wird die industrielle Instandhaltung jedoch innerhalb der Forschung und Entwicklung bisher zu wenig beachtet, der Fokus der Industrie 4.0 liegt auf direkten Produktionsprozessen. Die Wirtschafts- und Forschungsförderung berücksichtigt damit bisher in keiner Weise die Instandhaltung als Schlüsselressource für die Transformation zur Industrie 4.0.

Dies muss sich ändern, damit es gelingt, Industrie 4.0 durch das nötige Know-how in der nötigen Geschwindigkeit umzusetzen. Nur so wird die Instandhaltung den Produktionsstandort Deutschland nachhaltig sichern.

Für Prof. Dr. Michael Henke, Fraunhofer IML Dortmund, sind Instandhaltung und Industrieservice die Enabler der Industrie 4.0 in der Produktion. Das verändert auch den Wertbeitrag der Instandhaltung für die Industrie. Bisher wurden Produkte im eigenen Geschäftsmodell des produzierenden Unternehmens entwickelt und vermarktet.

Einstellung des Nutzers ändert sich

Jede Wertschöpfungsstufe leistet dabei ihren Beitrag zur Wertschöpfungskette – optimiert auf Grundlage der Formel Menge mal Preis, den das Produkt beim nächsten Schritt in der Kette erwirken kann. Dieses System funktioniert bis heute. Am Ende jeder Wertschöpfung steht dann ein Produkt, dessen Eigenschaften und Nutzen durch die Gestaltung der Wertschöpfungskette vorgegeben sind.  Henke: „Aber gerade jetzt erleben wir eine Veränderung der Einstellung des Nutzers am Prozessende. Er hinterfragt das Produkt: Was kann es? Wie benutze ich es? Was habe ich davon? Die Antworten auf letztere Frage sind dabei kategorisierbar in Wert, Spaß und Spieltrieb.“

Diese Veränderung ist eine große Herausforderung für die Produzierende Industrie und hat eine unglaubliche Volatilität der Produktionen zur Folge. Lösungen für die damit verbundenen Probleme bietet die Industrie 4.0 mit ihren durchgängig vernetzten, dynamisch flexiblen Produktionsketten, die eng aufeinander abgestimmt und getaktet sind.

Vorhandene Anlagen bestmöglich vernetzen

Die Herausforderung für die Industrie liegt in der Gestaltung von Wertschöpfungsketten, die der Dynamik des Absatzes gerecht werden. Dies aber ist der Ausgangspunkt für nicht weniger als das größte Change-Projekt, das die produzierende Industrie je erlebt hat. Dabei geht es darum, die heute bereits vorhandenen Anlagen mithilfe der Digitalisierung besser zu vernetzen und durch erweiterte Datenangebote, etwa auf Grundlage erweiterter Sensorik, zu modernisieren.

Genau hier aber bietet sich der Instandhaltung eine einmalige Chance. Denn wer, wenn nicht der Techniker, der täglich in der Anlage agiert, kann diese Modifikationen konzipieren? Modernisierung im Bestand ist seit Langem eine Kernaufgabe von Instandhaltung und Industrieservice vor Ort, die damit zum Enabler von Industrie-4.0-Landschaften werden.

Veränderungen trainieren

Was aber ist jetzt zu tun, um die Wandlungsfähigkeit und Flexibilität der Organisationen der Instandhalter zu erhöhen? Sicher ist, dass die Veränderungen trainiert werden müssen, damit der Instandhalter sich seiner Aufgabe, seiner Rolle und seines Wertes bewusst werden kann. Zur Verdeutlichung des Rollenbildes diente in erster Näherung das Acatech-Positionspapier ‚Smart Maintenance for Smart Factories‘.

Im Rahmen einer derzeit in Vorbereitung befindlichen Studie sollen jedoch insbesondere zwei weitere wesentliche Elemente weiterentwickelt werden. Zum einen das ‚Gemeinsam lernen‘. Jeder Mensch, jede Maschine, jede Organisation muss lernen, die Veränderungen zu meistern. Im Rahmen der Studie können hierzu die Prototypen gemeinsam mit wissenschaftlicher Begleitung entwickelt werden. Der dabei entstehende Wissenspool dient wiederum dem gemeinsamen Lernen.

Wertbeitrag der Instandhaltung messbar machen

Zum anderen gilt es, Wertbeiträge zu bemessen. Wie wertstiftend Instandhaltung ist, wird oft nur abstrakt an der Anlagenverfügbarkeit (OEE) gemessen. Ziel der Studie ist es aber, den Wertbeitrag der Instandhaltung messbar zu machen, Der Grund dafür ist, dass ein Kennwert die größte Wirkung entfaltet, wenn er transparent und nachvollziehbar ist.

Mit der Schärfung des Rollenverständnisses der Instandhalter bietet sich deshalb die historische Chance, den Wert, den Instandhaltung und Industrieservices für den Produktionsstandort Deutschland haben, aufzuzeigen. Mehr noch – er wird konkret messbar.

Smart Maintenance 2017Konferenz SMART MAINTENANCE 2017

Auf der 3. Konferenz SMART MAINTENANCE 2017  am 12. und 13. September 2017 in Stuttgart erfahren Sie, wie Sie sich der digitalen Transformation stellen. Instandhalter und technische Dienstleister, Experten für Kommunikationstechnik und IT aus Praxis und Forschung erläutern ihre Standpunkte und zeigen ihre Visionen auf. Sie wollen mehr wissen? Hier geht es zum Programm.

Ihr Nutzen:

  • Profitieren Sie vom Wandel und identifizieren Sie innovative Geschäftsmodelle!
  • Steigern Sie Ihre Effizienz und sparen Sie Kosten!

Sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket für diese hochkarätige Veranstaltung.

 

Fotos: fotohansel/Fotolia.de (im Text), Thomas Sztanek/Fotolia.de (Teaser)

DruckenDrucken


Produkt der Woche

Elastische Kupplung DXA – mehr Drehmoment, höhere Lebensdauer

Elastische Kupplung DXA – mehr Drehmoment, höhere Lebensdauer

Bei herkömmlichen Elastomer-Klauenkupplungen mit symmetrischer Zahnform führt das zu übertragende Drehmoment zu einer sehr hohen Belastung in den Zahnspitzen der Zahnkränze. Das verursacht einen hohen Verschleiß und erfordert große Baumaße.   [mehr...]

Präsentiert von:

Logo

Veranstaltung der Woche

REACH: Alternativen zur Verwendung  von Chromsäure

REACH: Alternativen zur Verwendung von Chromsäure

Ein ganztägiger Vortragsblock der diesjährigen ZVO-Oberflächentage in Berlin beschäftigt sich mit Alternativen zu Chromsäure im dekorativen und funktionalen Bereich sowie bei der Kunststoffbeize. Chromsäure und Chromate spielen seit Jahrzehnten eine wichtige   [mehr...]

Präsentiert von:

Logo

 





Anzeige


Diese Website verwendet Cookies. Wenn Sie weiterhin auf dieser Website bleiben, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Weitere Info

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close