Weniger deutsche Firmen fördern Rohstoffe im Ausland
18.04.2017

Weniger deutsche Firmen fördern Rohstoffe im Ausland

Die Zahl der deutschen Firmen im Auslandsbergbau ist nach einer Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) um 10% zurückgegangen.

Besonders drastisch fällt der Rückgang bei den Energierohstoffen aus. Große Unternehmen wie E.ON, EWE oder RWE haben sich aus der Förderung von Erdgas und Erdöl im Ausland zurückzogen. Betroffen sind aber auch Mittelständler bei der Gewinnung mineralischer Rohstoffe. So beendeten einige von ihnen aufgrund von Sicherheitsproblemen in Nigeria sowie in der Ostukraine ihr dortiges Engagement.

70 Unternehmen und 40 Rohstoffe

Derzeit sind 70 deutsche Unternehmen sowie sieben Privatpersonen im Auslandsbergbau aktiv. Sie fördern mehr als 40 verschiedene Rohstoffe aus über 1.600 Gewinnungsstellen in 68 Ländern auf sechs Kontinenten. Das ist das Ergebnis der neu überarbeiteten BGR-Studie „Deutscher Auslandsbergbau“, die alle fünf Jahre aktualisiert wird.

Baurohstoffe und Industrieminerale

„Nach unseren Recherchen dominiert auf deutscher Seite im Auslandsbergbau weiterhin die Gewinnung von Baurohstoffen, gefolgt von Industriemineralen und Torf“, so Harald Elsner, Autor der BGR-Studie. Nach wie vor deutlich hinter den Energierohstoffen rangiert der Metallerzbergbau zusammen mit Farbedelsteinen, wie z.B. Opal aus Australien.

An erster Stelle bei den Metallen steht der Chromerzbergbau in Südafrika, gefolgt von KupferMolybdänerzbergbau in Armenien, der Gewinnung von Gold in der Mongolei sowie Wolframerzen in Australien, Portugal und Spanien.

HeidelbergCement vor Knauf Gips

Weiterhin die Nummer 1 im Deutschen Auslandsbergbau ist die HeidelbergCement AG. Der weltgrößte Baustoffkonzern betreibt insgesamt 795 Gewinnungsstellen in 43 Ländern außerhalb Deutschlands. Auch die Nummer 2, die Knauf Gips KG, gehört in ihrer Branche zu den international führenden Unternehmen. Sie unterhält Gipssteinbrüche in insgesamt 27 Ländern. Beide Unternehmen haben ihr Engagement im Ausland entgegen der übrigen Entwicklung in den letzten Jahren weiter ausgeweitet.

„Daneben gibt es im Auslandsbergbau weitere ermutigende Signale“, ergänzt Elsner. Die Duisburger Firma PCC SE errichtet derzeit mit einem Investitionsvolumen von rund 300 Millionen US-Dollar eine Siliziummetallhütte auf Island. Nach ihrer Fertigstellung 2018 soll sie allein durch umweltfreundliche geothermische Energie betrieben und mit Quarzit als Rohstoff aus einem konzerneigenen Steinbruch in Polen versorgt werden.

Das Siliziummetall der Firma ist bereits zum überwiegenden Teil mit langfristigen Lieferverträgen an deutsche Unternehmen vermarktet und trägt damit auch zur Rohstoffsicherung in Deutschland bei.

Bild: Scanrail1/Shutterstock.com

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