Digitalisierung: Unternehmen nutzen Innovationspotenzial noch zu wenig
15.03.2017

Digitalisierung: Unternehmen nutzen Innovationspotenzial noch zu wenig

Die Mehrheit der deutschen Unternehmen ist in vielen Bereichen noch weit davon entfernt, das im Internet der Dinge enthaltene Innovationspotenzial für sich zu nutzen.

Die meisten Unternehmen stehen den Themen Digitalisierung, Vernetzung und Industrie 4.0 immer noch sehr zurückhaltend gegenüber. Dagegen dürften die Best-Practice-Unternehmen ihren Entwicklungsfortschritt auf dem Gebiet weiter ausbauen. Das sind zentrale Ergebnisse der BME-Studie „Digitalisierung, Vernetzung, Industrie 4.0 in Einkauf & Supply Chain Management – heute und morgen“.

IT-Einsatz eher ernüchternd

„Die jüngste Studie hat gezeigt, dass sich vor allem mittelständische Betriebe mit der Nutzung digitaler Prozesse im Geschäftsalltag noch schwer tun. Hier können Einkauf und Supply Chain Management helfen, Industrie 4.0 zum Durchbruch zu verhelfen“, betonte Silvius Grobosch, Mitglied im geschäftsführenden Bundesvorstand des BME. Schließlich greife der digitale Wandel auch in ihren Workflow ein.

Der Einsatz moderner IT-Instrumente im Bereich Einkauf und SCM müsse in der Breite nach wie vor als eher ernüchternd eingestuft werden, so Prof. Ronald Bogaschewsky, vom Lehrstuhl für BWL und Industriebetriebslehre der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Nur wenige der befragten Firmen seien auf neue, innovative Formen der Digitalisierung und Vernetzung sowie auf Industrie 4.0 vorbereitet. Allerdings mit extremen Unterschieden: „Die Best-Practice-Unternehmen liegen weit vor dem Durchschnitt der Gesamtgruppe“, betonte Bogaschewsky.

Digitale Transformation weit weg

„Eher gering bis mittel schätzt der Durchschnitt aktuell die Auswirkungen auf die künftige Arbeitsweise des Einkaufs durch die voranschreitende Digitalisierung ein“, fasste Prof. Holger Müller, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Supply Chain Management, an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, zusammen. Jenseits tradierter elektronischer Instrumente für die operativen und strategischen Einkaufsprozesse sowie die Zusammenarbeit mit Lieferanten scheine für viele die sogenannte digitale Transformation doch noch immer weit weg und nebulös.

Fazit: Den Studienergebnissen zufolge zeigen sich eklatante Unterschiede zwischen den Best Practice-Unternehmen und der Gesamtgruppe. Lediglich bei der Einschätzung der sich wandelnden Qualifikationsanforderungen, der Einschätzung zu einer Komplettauslagerung des operativen Einkaufs, in gewissem Maße auch hinsichtlich dessen abnehmender Bedeutung im Sinne einer Kernkompetenz zeigen sich ähnliche Ansichten. Das gilt auch für den Einsatz intelligenter Suchalgorithmen im Internet und von Datenanalyseverfahren, der real-time Lieferantenbewertung sowie der zunehmenden Dominanz großer Plattformen.

Beide Gruppen bestätigen die Bedeutung des strategischen Einkaufs als Kernkompetenz.

Bild: Wichy/Shutterstock.com

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