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16.04.2017

Die Vorteile einer intelligenten Lieferkette

Lieferketten-Experten können sehr viel zum Aufbau einer intelligenten Fertigungsanlage beitragen.  Denn die Rolle einer intelligenten Lieferkette nimmt im Zeitalter der Digitalisierung noch zu.

Viele Tiere horten Nahrung, um durch den schweren Winter zu kommen. Und was das graue Eichhörnchen betrifft, hat sich herausgestellt, dass 74 Prozent der vergrabenen Nahrung nicht wiedergefunden wird. In einer Zeit, in der Industrieanlagen immer schneller veralten, gehen einige Hersteller ähnlich vor und horten Ersatzteile für ihre industriellen Automationssysteme, um für den späteren Fall eines Versagens der Anlagen und Maschinen gerüstet zu sein. Dieser Prozess kann jedoch mithilfe einer moderneren Herangehensweise, die eine Optimierung der Betriebsfläche und eine Minimierung der Abfälle vorsieht, gestrafft werden.  

Als Siemens und die deutsche Regierung das Konzept Industrie 4.0 entwickelten, hatten sie dabei intelligente Fertigungsanlagen im Sinn, bei der die gesamte Fertigungsanlage integriert, vernetzt, auf intelligente Analytik ausgerichtet und auf eine Reduzierung der Abfälle und Ausfallzeiten konzentriert ist. Das Konzept einer schlanken Fertigung, bei dem es sich um eine Methode zur Reduzierung der Produktionsabfälle handelt, gibt es schon viel länger – es wurde von Toyota-Geschäftsführer Taiichi Ohno entwickelt und erstmals kurz nach dem Ersten Weltkrieg umgesetzt.

Die Tatsache, dass vor Kurzem ein Bericht der Institution of Mechanical Engineers gezeigt hat, dass 92 Prozent der britischen Fertigungsbetriebe nur unzureichend über Industrie 4.0 Bescheid wissen, wenngleich 59 Prozent sich der Auswirkungen auf den Sektor bewusst sind, gibt Anlass zur Sorge. Dies setzt britische Hersteller dem Risiko aus, hinter internationalen Produktionsbetrieben zurückzufallen, die sich bereits der Fertigungsanlage der Zukunft und den intelligenten, vernetzten Systemen von Industrie 4.0 zugewandt und deren Relevanz für den internationalen Wettbewerb erkannt haben. 

Wie können Hersteller also für das Konzept der intelligenten Fertigungsanlage empfänglicher werden? Einer der wichtigsten Schritte ist dabei der Einbau von Sensoren in Anlagen und Maschinen, um sie mit dem Internet der Dinge zu vernetzen. Kommunikation alleine reicht jedoch nicht, um aus einer Produktionsstätte eine intelligente Fertigungsanlage zu machen, wenn die Kommunikation sich nur auf den Bereich der Fertigung beschränkt.

Die Entscheidungsfindung in allen Phasen des Fertigungs- und Vertriebsprozesses – einschließlich der Lieferkette – kann mithilfe komplexer Analytik ganz ohne menschliches Zutun erfolgen. Zwei einfache Methoden, mit denen sich mithilfe einer intelligenten Lieferkette die Vorteile einer intelligenten Produktionsanlage optimieren lassen, sind Kosten- und Platzeinsparungen.

 Prognose von Produktionsengpässen

Das System einer intelligenten Lieferkette organisiert und optimiert sich selbst. Die mit den vernetzten Sensoren in der Fertigungsanlage erfassten Daten können mit Benutzereinstellungen, Wetterdaten und vielen anderen Informationen zu beliebigen Systemvariablen kombiniert werden. Ein intelligentes System kann einen Engpass prognostizieren, der sich aus Wetterunregelmäßigkeiten ergibt, und somit für die Straffung des Systems und die Vermeidung von Produktionsabfällen genutzt werden, was wiederum zu einer schlankeren Produktion führt.

Ein Beispiel für die Integration einer intelligenten Lieferkette in das Geschäftsmodell ist der Einzelhandelsriese GAP, der das nahtlose Bestandsmodell mit Technologie von GT Nexus Tech anwendet. Dieses Modell konzentriert sich auf die ständige Verfügbarkeit der richtigen Produkte in der richtigen Menge. GAP kann dadurch die Lagerbestände überwachen und sogar einzelne Waren genau verfolgen. Dies verbessert das Nutzererlebnis und reduziert die Prozesskosten in dieser hart umkämpften Branche.

Prädiktive Analytik

Hersteller horten oft Ersatzteile, vor allem diejenigen, deren Ausfallrisiko am höchsten ist. Diese vielen zusätzlichen gehorteten Bauteile verstauben und verschwenden wertvollen Platz. Dies ist vor allem für Unternehmen mit Bestandssystemen relevant, da das beschleunigte Veralten der Industrieanlagen bei Managern den Irrglauben wecken könnte, dass Ersatzteile für defekte Maschinen nur schwer aufzutreiben sind.

Prädiktive Analytik kann zur Überwachung des Zustandes aller Maschinen einer Fertigungsanlage genutzt werden. Sobald die Leistung einer Maschine nachlässt, erhält der Betriebsleiter automatisch eine Benachrichtigung. Dies bedeutet, dass in vielen Fällen ein Ersatzteil installiert werden kann, bevor es zu einem Ausfall kommt.

Die Integration der intelligenten Lieferkette in den Produktionsprozess ist eine einfache Methode, um sogar noch besser zu werden. Wenn Maschinen dazu in der Lage sind, Systemprobleme zu erkennen und zu überwachen sowie sich entsprechend anzupassen, könnte dies die Lebensdauer insgesamt verlängern. Wenn eine Systemanpassung nicht möglich ist, könnte eine intelligente Fertigungsanlage bei EU Automation, dem namhaften Zulieferer für veraltete Industriebauteile, völlig ohne menschliches Zutun ein Ersatzteil bestellen. Somit wäre es für Hersteller überflüssig, in der eigenen Produktionsstätte Ersatzteile zu horten, was zu einer Reduzierung der Abfälle führen und den verfügbaren Platz erhöhen würde.

Ein derartiger Betrieb der intelligenten Lieferkette würde für Sie bedeuten, dass Sie sich keine Gedanken mehr über die saisonale Verfügbarkeit zu machen brauchen – Ihre Ersatzteile sind das ganze Jahr über erhältlich. Wir alle wissen, dass der Winter kommt, doch intelligente Hersteller, die die fortschrittlichsten Kategorien und Methoden sowie die intelligentesten Technologien nutzen, werden den Frühling erleben, ohne derart viel zu verschwenden wie das graue Eichhörnchen mit seinen unauffindbaren Vorräten.

Autor: Jonathan Wilkins, EU Automation

(Bild: Kasto-Fotolia.de)


 


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