| von Gerd Meyring
Aktualisiert am: 17. Jan. 2020

Insolvenzen sind – leider – normal und gehören zum täglichen wirtschaftlichen Geschäft. Sie bezeichnen zunächst erstmal eine Situation, in der der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Gläubiger nicht nachkommen kann. Das heißt aber nicht automatisch, dass es das Unternehmen kurze Zeit später nicht mehr gibt. Oft findet der Insolvenzverwalter neue Investoren oder Eigner.

Große Namen, große Pleiten

Doch das ist nicht immer der Fall. Und wenn es dann noch ein besonders großes oder prominentes Unternehmen ist, sind die Folgen verheerend. Solche Pleiten mehr Staub auf als andere, etwa die der Fluggesellschaften Germania und Air Berlin oder des Drogeriediscounters Schlecker.Findet sich dann kein Investor, der der Überschuldung mit einer neuen Strategie zu Leibe rückt, sind oft sind Tausende Mitarbeiter betroffen.

Im Jahr 2019 waren erneut große Namen betroffen: Gerry Weber, Thomas Cook, Germania oder das Windanlagenunternehmen Senvion mussten Insolvenz anmelden. Auch der Automobilzulieferer Eisenmann, Loewe und Kettler waren überschuldet. "Das wirklich Dramatische an diesen großen Insolvenzen ist der Dominoeffekt auf viele Unternehmen in der gesamten Lieferkette", sagte Ron van het Hof, Chef von Euler Hermes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Andere Unternehmen würden mitgerissen und könnten selbst in einer Pleite enden. Der durchschnittliche Umsatz der insolventen Großunternehmen liege 2019 bei 339 Millionen Euro, das sind 81 Prozent mehr als der durchschnittliche Umsatz der im Vorjahr pleitegegangenen Konzerne.

Mehr Pleiten für 2020 erwartet

Nach jahrelangem Rückgang bzw. Stagnation bei den Pleiten erwarten sowohl Creditreform als auch Euler Hermes für 2020 wieder einen Anstieg der Unternehmenspleiten. Das Magazin Wirtschaftswoche hat einige der Krisenkandidaten ermittelt: Nicht weiter überraschend gehören die Automobilzulieferer dazu - Absatzprobleme der OEMs, der Strukturwandel oder auch zu schnelles Wachstum machen Unternehmen wie Weber Automotive, Avir Guss und der Schlemmer Group zu schaffen. Aber auch Umzugstransportunternehmen und Sicherheitsdienste seien "risikobehaftet", heißt es von Creditreform.

Wir haben die zehn größten und für die Mitarbeiter bittersten Firmenpleiten der vergangenen Jahr zusammengestellt - gerankt nach Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze. Hier konnte auch der Insolvenzverwalter nichts mehr machen.

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