TKD Kabel Sortiment

Kabel sind und bleiben eine feste Größe – sie transportieren Energie und Informationen, analog wie auch digital. – Bild: TKD Kabel

| von Sven Seibert, Leiter Produktmanagement, TKD Kabel GmbH

Konstrukteure und technische Einkäufer können den Problemen beim Ausfall von Kabeln gegensteuern, indem sie gezielt und passgenau die richtigen Kabel für die jeweilige Anwendung aufspüren und einsetzen.

Kabel sind und bleiben eine feste Größe – auch in Zeiten von Wireless und IIoT. Sie finden sich nahezu überall: von Automation und Maschinenbau über Logistik, mobile Maschinen und Daten-Center bis zur Medizintechnik. Sie transportieren Energie und Informationen, analog wie auch digital. Problemlos überbrücken sie lange oder kurze Distanzen, auch bei schwierigsten Umgebungsbedingungen.

Auch wenn Kabel auf den ersten Blick eher schlicht und austauschbar erscheinen, decken sie völlig unterschiedliche Funktionalitäten ab – und sind oft systemrelevant. Es gibt sie als Energiekabel, Steuerleitungen, Nieder- oder Hochfrequenzkabel, LWL-Leitungen, Bus- und Ethernetkabel, um nur einige Varianten zu nennen. Sie sorgen, häufig etwas verborgen und von manchen als sogenannte C-Komponente unterschätzt, für das Funktionieren komplexer Maschinen und Anlagen.

Welche Kabel für welchen Einsatz gibt es?

Um auf Nummer sicher zu gehen und Ausfälle und teure Stillstandzeiten zu verhindern, sollten Konstrukteure und technische Einkäufer ihre Kabel frühzeitig unter die Lupe nehmen. Clevere Planung ist das A und O für die sichere Auswahl der passenden Leitungen – immer abgestimmt auf die individuellen Anforderungen.

Entscheidend für das Aufspüren der optimalen Kabellösung ist es, bereits im Vorfeld ein paar entscheidende Parameter ins Blickfeld zu rücken. Dabei geht es primär um ein möglichst genaues Einsatzprofil der Leitung. Zu klären ist etwa, ob große oder kleine Leistungen zu übertragen sind. Und unter welchen Umgebungsfaktoren (zum Beispiel mechanische, thermische und/oder chemische Belastung) der Strom- und/oder Datentransfer erfolgt. Teil des Lösungsbaukastens sind Kabel mit unterschiedlichsten Aufbauten sowie passgenauen Mantel- und Schirmlösungen.

TKD Kabelstrang
Um die richtige Kabellösung zur finden, müssen verschiedene Parameter beachtet werden, primär ein möglichst genaues Einsatzprofil der Leitung. – Bild: TKD Kabel

Geht es etwa um millionenfache Biegewechsel, kommen hochverlitzte Innenleiter aus Kupfer in Verbindung mit speziellen Aderverseilungen und einem passend ausgelegten Außenmantel (zum Beispiel Polyurethan/PUR) zum Einsatz. PUR besticht durch hohe mechanische Flexibilität. Wegen seiner Beständigkeit gegen Hydraulikflüssigkeit und Mineralöle ist dieser Werkstoff bestens für Maschinenbau und Robotik geeignet. Durch Additive lässt sich PUR individuell, etwa auf extreme Abriebfestigkeit und Shore-Härten, einstellen.

Müssen elektromagnetische Störungen gekontert werden, sorgen individuelle Schirmlösungen für EMV-Schutz. Das Spektrum reicht von Geflechten und Folien bis zu komplexen Varianten, die verschiedene Schirme kombinieren. Dabei kommt klassisches Kupfer ebenso zum Einsatz wie halbleitende Materialien und spezielle hochpermeable Legierungen.

TKD Systemlösungen
Packungsdichte und kompakte Kabel mit hybriden Aufbauten sind wichtige Themen – etwa wenn es um die Bestückung von Schleppketten geht. – Bild: TKD Kabel

Geht es um hohe Packungsdichte, stehen schon länger clevere Hybridlösungen hoch im Kurs. Hier ist eine Vielzahl unterschiedlichster Komponenten – von Powerleitungen über Datenleiter auf LWL- oder Cu-Basis bis zu Medienschläuchen – auf engstem Raum in einem einzigen Rund- oder Flachkabel integriert. Neben schneller und sicherer Montage – alles über einen Stecker mit bis zu 70 Prozent Zeitersparnis – sprechen auch Dispo und Logistik für hybride All-Inclusive-Leitungen. Statt etwa viele Einzelkomponenten zu bevorraten, kommt die Lagerhaltung beim Einsatz von Hybrids mit deutlich weniger Artikeln aus.

Zertifizierte Sicherheit ist ein weiterer Aspekt, den Konstrukteure wie Einkäufer bei der Kabelauswahl berücksichtigen müssen. Bestens bekannt sind VDE-geprüfte Kabel, wobei die Liste entsprechend lang ist. Geht es um Exporte nach Nordamerika, greifen die Zertifizierungen UL (Underwriters Laboratories) und CSA (Canadian Standards Association), ohne die hier nichts läuft. Viele US-Vorschriften leiten sich aus dem National Electric Code (NEC) ab, der besonders auf Brandschutz fokussiert. Eine weitere US-Vorgabe für den Medizinbereich ist die FDA-Zulassung (Food & Drug Administration).

Von der Stange oder maßgeschneidert?

Während sich große Teile der Nachfrage kostengünstig und schnell über standardisierte Kabelsortimente abdecken lassen, gibt es immer wieder individuelle, exotische Anwendungen, die echte Sonderlösungen auf den Plan rufen. Während Preis und direkte Verfügbarkeit eine zentrale Rolle beim Standardgeschäft spielen, sind lupenreine Spezialleitungen von A bis Z auf ihren individuellen Einsatz hin konzipiert – und entsprechend teurer. Unter dem Strich rechnet sich aber der höhere Invest, weil die Systemkosten nachhaltig gesenkt werden. Faktoren sind etwa reduzierter Montageaufwand oder längere Laufzeiten.

Meterware oder anschlussfertig konfektioniert?

Dies ist eine weitere Frage, die sich dem Konstrukteur beziehungsweise Einkäufer stellt. Besonders wichtig ist die für die Kabel vorgesehene Anschlusstechnik – und damit das riesige Feld der elektrischen Steckverbindungen. Es ist nicht typisch, dass der Lieferant eines Kabels und der Steckertechnik identisch ist. Etablierte Kabelanbieter jedoch beschäftigen sich intensiv mit Steckverbindern und Fragen der Konfektion – und beraten ihre Kunden anwendungsorientiert. One Stop-Shopping ist ein weiteres Plus, das für das Plug&Play-Systemgeschäft spricht.

Kabel: Ein sensibles Transportgut

Auch Logistik spielt eine wichtige Rolle bei der Beschaffung von Kabeln. Hier geht es sehr vielseitig zu, da bei Kabeln – auch aus Schutzgründen – besondere Verpackungsformen greifen: Zur Auswahl stehen etwa Ring, Spule, Trommel oder Fass sowie ergänzende Schutzverpackungen, je nach Kabeltyp, Logistikweg, Verarbeitung und Einsatz beim Kunden. Während Katalogkabel in der Regel direkt – mit Just-in-time- Lösungen – geordert werden können, greift intelligente Logistik auch bei maßgeschneiderten Sonderkabeln. Rahmenvertrag lautet hier der Schlüsselbegriff, bei dem es um günstige Preisgestaltung und die Verfügbarkeit auch über längere Lieferzeiträume geht. Kosten sind immer ein Thema, auch wenn es um den cleveren Einkauf von Kabel geht.

TKD Kabel-Logistik
Die Logistik ist bei der Beschaffung zu beachten, da bei Kabeln – auch aus Schutzgründen – besondere Verpackungsformen greifen. – Bild: TKD Kabel

Checkliste zum Kabeleinkauf

  • Sensibilisierung – Kabel mehr als C-Komponente (systemrelevant!)
  • Praktisches Anforderungsprofil – Wo und wie wird das Kabel eingesetzt
  • Sind spezielle Zulassungen gefordert (unter anderem für Export)
  • Katalog oder maßgeschneiderte Speziallösung
  • Meterware oder anschlussfertig konfektioniert
  • Logistik – inklusive Rahmenverträge bei Sonderkabeln

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