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Geplatzter Wabco-Deal: ZF-Chef Sommer geht

| von Dörte Neitzel

Stefan Sommer gibt seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des Zulieferers ZF Friedrichshafen auf. Bis zur Berufung eines Nachfolgers übernimmt sein Stellvertreter, Finanzvorstand Konstantin Sauer (58), interimsweise auch die Aufgaben des Vorstandsvorsitzenden.

„Wir danken Dr. Sommer für seine langjährige erfolgreiche Tätigkeit für das Unternehmen. In seinen gut fünf Jahren an der Spitze des ZF-Konzerns hat Dr. Stefan Sommer das Unternehmen tatkräftig weiterentwickelt“, heißt es in einer Meldung des Unternehmens.

Machtkampf zwischen Vorstand und Aufsichtsrat

Damit dreht sich das Personalkarussel bei ZF weiter: Erst vor Kurzem hatte Aufsichtsratschef Giorgio Behr hingeworfen. Auch der Entwicklungs-Chef musste gehen. Auslöser für den Machtkampf war dann die von Sommer geplante Übernahme des belgisch-amerikanischen Bremsenherstellers Wabco. Die Fusion blockierte der Aufsichtsrat zweimal unter anderem mit den Stimmen der Arbeitnehmer und denen der Eigentümer.

ZF gehört zu 93,8 Prozent der Zeppelin-Stiftung, an deren Spitze der Friedrichshafener Oberbürgermeister Andreas Brand steht. Diesem war das Expansionstempo von Sommer zu hoch. Das offenbart den grundlegenden Konflikt zwischen kommunalen politischen Interessen und dem wirtschaftlichen Konkurrenzdruck.

“Schaden für das Unternehmen”

Dementsprechend sehen auch Automobilexperten den Abgang Sommers kritisch. Für ZF sei die Entwicklung bedenklich, erklärte Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen. „Was Oberbürgermeister Brand macht, ist mehr als laienhaft, er wird dem Unternehmen Schaden zufügen“, sagte Dudenhöfer der Schwäbischen Zeitung.

Bild: ZF Friedrichshafen

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