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Bild: AdobeStock-sdecoret

| von Dörte Neitzel

Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei will schriftlich zusichern, dass durch seine Produkte nicht in Deutschland spioniert wird. Das erklärte Konzernchef Ren Zhengfei in einem Interview mit dem Handelsblatt und der Wirtschaftswoche.

Darin sagte er : “Letzten Monat haben wir uns mit dem deutschen Innenministerium unterhalten und gesagt, dass wir bereit wären, ein No-Spy-Agreement mit der deutschen Regierung zu unterzeichnen und zu versprechen, dass Huawei keine Hintertüren in die Netzwerke einbauen wird.” Der Huawei-Chef würde auch die chinesische Regierung zu einem solchen Anti-Spionage-Abkommen drängen.

Bessere Chanchen für deutschen Netzaufbau

Ein solches Abkommen würde Huawei in eine bessere Position gegenüber der Bundesregierung bringen. Diese will unter anderem das IT-Sicherheitsgesetz verschärfen. Damit soll erreicht werden, dass andere Staaten keine Daten über Bauteile des 5G-Netzes abgreifen können.

Die Regelung betrifft also nicht nur Huawei. Vielmehr müssen alle Unternehmen, die Technik für das neue 5G-Handynetz liefern wollen, schriftlich zusichern, dass der heimische Staat auf Daten von Nutzern keinen Zugriff hat.

Sollte später herauskommen, dass über sogenannte Backdoors doch Daten abgezogen wurden oder werden können, müssten entsprechende Unternehmen mit Schadenersatzforderungen rechnen.

Bugdoors für “Unfälle”?

Doch nicht alle Experten trauen den No-Spy-Erklärungen von Unternehmen. Laut Linus Neumann vom Chaos Computer Club seien sogenannte Bugdoors möglicht. Dabei lasse man Zugriffe wie versehentliche Fehler aussehen, sodass man später höchstens Fahrlässigkeit und nicht Vorsatz unterstellen könne.

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