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Bild: Daimler

| von Dörte Neitzel

Die Europäische Kommission hat eine Geldstrafe gegen die Autozulieferer Autoliv und TRW wegen unerlaubter Preisabsprachen verhängt. Ebenfalls betroffen war Takata, allerdings wurde dem Unternehmen die Geldbuße erlassen, weil es als Kronzeuge die Kommission von den Kartellen in Kenntnis gesetzt hatte

Welche Zulieferteile waren vom Kartell betroffen?

Alle drei Unternehmen hatten sich an insgesamt zwei Kartellen beteiligt. Betroffen waren Produkte wie Sicherheitsgurte, Luftkissen (Airbags) und Steuerräder. Haupteinkäufer waren die Automobilhersteller Volkswagen und BMW. Alle drei Anbieter räumten ihre Kartellbeteiligung ein und stimmten dem Vergleich zu.

Die für Wettbewerbspolitik zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager erklärte dazu: „Dies ist das zweite Mal, dass wir die Lieferanten von Kfz-Sicherheitsausrüstungen für die Teilnahme an einem Kartell bestrafen.”

Was haben Autoliv, TRW und Takata falsch gemacht?

Die drei Zulieferer tauschten vertrauliche Geschäftsinformationen aus und koordinierten ihr Marktverhalten für die Lieferung von Sicherheitsgurten, Airbags und Lenkrädern an die Konzernunternehmen von Volkswagen und BMW.

Die Absprachen unter den Zulieferern erfolgten vor allem durch Zusammenkünfte hauptsächlich in ihren Geschäftsräumen, aber auch in Restaurants und Hotels sowie durch Telefonate und E-Mail-Austausch.

Das Kartell hatt laut EU-Kommission erhebliche Auswirkungen auf die europäischen Verbraucher, da rund 30 Prozent aller in Europa verkauften Autos aus Werken von Volkswagen oder BMW stammen.

So hat die EU die Geldbußen berechnet

Ausschlaggebend für die Höhe der Geldbußen waren insbesondere der Umsatz der Kartellbeteiligten mit den betreffenden Produkten im EWR, die Schwere der Zuwiderhandlung, die geografische Reichweite des Kartells und seine Dauer.

Doch nicht nur Zulieferer treffen illegale Absprachen: 2017 überführte die EU-Kommission die Autohersteller selbst, sich jahrelang über Zulieferer, Technologien und Abgasreinigungssysteme bei Dieselmotoren abgesprochen zu haben. Damals hatten VW und Daimler eine Selbstanzeige gemacht.

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