Hafen St. Petersburg

Russland will an seiner Pazifikküste im Osten des Landes einen neuen Tiefseehafen bauen. (Bild: Roman Sigaev - stock.adobe.com)

Russland will künftig mehr Rohstoffe nach Ostasien liefern. Auch der Handel über die Nordostpassage soll intensiviert werden. Dafür will Russland auf der Insel Sachalin im äußersten Osten des Landes einen neuen Tiefseehafen für einen leistungsfähigen Containerumschlagplatz bauen. Die Gtai schätzt das Investitionsvolumen auf etwa 1,5 Milliarden Euro.

Porosniak: Jahreskapazität von 14 Millionen Tonnen geplant

Zwischen 2022 und 2025 soll bei der Kleinstadt Poronaisk an der Ostküste von Sachalin, also der Pazifikküste, eine umfangreiche Hafeninfrastruktur sowie ein moderner multifunktionaler Tiefseehafen entstehen. Dazu zählen Umschlagterminals für Kohle, Öl und Gaskondensat. Pro Jahr sollen alle geplanten Terminals bis zu 14 Millionen Tonnen umschlagen können.

Finanziert wird das Projekt durch den lokalen Investor Mnogofunkzionalny Grusowoi Rajon (MGR) gemeinsam mit der Gazprombank. Es wird als öffentlich-privaten Partnerschaft durchgeführt.

Der neue Hafen von Poronaisk ist Teil eines russlandweiten Projekts zur Entwicklung der Seehäfen. Russland plant, seine Basisinfrastruktur bis 2024 umfassend zu modernisieren und zu erweitern. Insgesamt - so der Plan - soll die Umschlagskapazität aller die Häfen bis 2030 um 353,3 Millionen Tonnen erhöht werden. Knapp ein Drittel des geplanten Kapazitätswachstums machen die Häfen im Fernen Osten aus.

Mehr Fracht und Passagiere für Hafen in Korsakow

Auf der Insel Sachalin gibt es bereits den Hafen Korsakow am äußersten Südende. Dieser sollte bis 2025 für 1,1 Milliarden Euro zu einem multifunktionalen Hafen mit einem Logistik-Technopark umgebaut werden. Die Fertigstellung wurde aber bereits auf 2030 verschoben.

Mit dem Umbau und der Erweiterung sollen ein Terminal mit einer Kapazität von bis 840.000 Containern pro Jahr, ein Fracht- und Passagierterminal sowie ein Fischereihafen mit einer Umschlagskapazität von bis zu 1 Million Tonnen pro Jahr entstehen. Darüber hinaus sind ein Werftbetrieb und ein Terminal für den Fährverkehr mit Japan geplant.

Mehr Containerumschlag im Fernen Osten

Russland will über die Investitionen stärker als Drehscheibe für den internationalen Transport in den Fernen Osten ausbauen. Vor allem die geografische Nähe der Insel zu den asiatischen Märkten, allen voran China, biete laut Gtai attraktive und stabile Absatzmöglichkeiten für Öl, Gas und petrochemische Produkte, Russlands wichtigste Exportgüter.

"In den nächsten Jahren wird der Containerumschlag im Fernen Osten um 6 Prozent zunehmen, während der Zuwachs in anderen großen Küstenbereichen Russland nicht mehr als 2 bis 3 Prozent betragen wird", zitiert die Gtai Andrej Jaschtschenko vom Logistikunternehmen Delo Group.

Strategische Lage von Sachalin

Auf Sachalin lagern die größten Erdöl- und Gasvorkommen Russlands. Ein entscheidender Grund, die Abgeschiedenheit und extreme Randlage der Insel im äußersten Osten schrittweise zu ändern.

Dabei liegt die Insel in der Region strategisch günstig. Zum einen führt der Seeweg zwischen China und dem Nördlichen Seeweg an ihr vorbei. Ein weiterer Vorteil ist die Brückenfunktion Richtung Japan - daher auch das geplante Terminal für den Fährverkehr nach Japan.

Darüber hinaus hatte Präsident Wladimir Putin Ende Oktober 2020 die Strategie zur Entwicklung der Arktis gebilligt. Bis 2035 will die Regierung die Schifffahrt entlang des Nördlichen Seewegs (Nordostpassage) entwickeln, um mehr globale Handelsströme nach Russland umzuleiten.

Auch, wenn das wichtigste Drehkreuz der Arktis der ganzjährig eisfreie Hafen in Murmansk werden soll, soll auch der neue Tiefseehafen auf Sachalin diese Route ansteuern.

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