Volkswagen VW Golf in gelb Frontansicht

Volkswagen hatte durch den Zulieferstopp erhebliche Produktionsausfälle, deren Kosten das Unternehmen jetzt einklagen will. (Bild: Volkswagen)

| von Dörte Neitzel

Der Volkswagen-Konzern liegt seit langem mit seinem - mitlerweile ehemaligen - Zulieferer Prevent über Kreuz. Im August 2016 stellte die bosnische Unternehmensgruppe die Lieferung wichtiger Teile für den Autobauer ein und sorgte somit für einen veritablen Produktionsausfall in mehreren Werken. VW beziffert den Schaden des seit über drei Jahren andauernden Streits auf mittlerweile mehr als 100 Millionen Euro.

Klage für Skoda steht, weiter sollen folgen

Nun haben die Wolfsburger die erste Klage für die Tochter Skoda vor dem Landgericht Braunschweig eingericht. Für die weiteren Konzernmarken muss noch das Oberlandesgericht Dresden die Zuständigkeit weiterer Gerichte klären, so eine VW-Mitteilung.

Die beiden kleineren Automobilzulieferer ES Guss und Car Trim hatten die Belieferung mit Sitzteilen und Getriebegehäusen eingestellt, um höhere Preise durchzusetzen. Kurz zuvor waren die Unternehmen von der Prevent-Gruppe übernommen worden. "Die Lieferstopps waren sowohl vertrags- und rechtswidrig", so Volkswagen mit Verweis auf diverse erst- und zweitinstanzliche Urteile.

Die Schadenersatzklagen richten sich ausdrücklich nicht nur gegen die zwei Unternehmen, sondern auch gegen die Muttergesellschaft Prevent-Gruppe. Denn die Lieferstopps kamen eindeutig auf deren Geheiß zustande.

28.500 Mitarbeiter betroffen

Nach VW-Angaben fiel durch die Lieferkettenunterbrechung die Produktion in sechs deutschen Werken vorübergehend aus. In Emden mussten 7.500 der 9.000 Beschäftigten in Kurzarbeit gehen, in weiteren fünf Werken waren 21.000 Mitarbeiter betroffen.

Mittlerweile hat Volkswagen die Zulieferbeziehung zu Prevent beendet.

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