Güterzug mit Containern und Tankwagen in Fahrt

Schon wieder ist die Mittelrheintalstrecke gesperrt. Diesmal sorgt ein Felsrutsch für die Blockade. (Bild: ThKatz - stock.adobe.com)

Ein Hangrutsch hat dazu geführt, dass die rechtsrheinische Zugstrecke durchs Obere Mittelrheintal gesperrt ist. Der Felssturz passierte am 15. März bei Kestert, nahe des berühmten Loreley-Felsens.

Die Bahn hat nach eigenen Angaben bereits sechs Sprengungen durchgeführt, um lockeres Gestein am Hang zu entfernen. Im Einsatz sind Kletterer, Hubschrauber und Bagger. Etwa 15.000 Kubikmeter Felsgestein liegen im Bereich der Bruchstelle und müssen abtransportiert werden.

Doch Geologen sind sich sicher, dass das noch nicht alles war. Weitere 2.000 Kubikmeter loser Felsen muss noch vom Hang abgelöst werden, heißt es in einer Meldung der Bahn. Dr. Volker Hentschel, Vorstand Anlagen- und Instandhaltungsmanagement DB Netz AG, ist jedoch optimistisch: "Wir gehen davon aus, den Betrieb noch im April wiederaufzunehmen.“

Linksrheinische Strecke ist offen

Erst nach weiteren Sprengungen des verbliebenen losen Gesteins kann mit der weiträumigen Sicherung des Hanges mit Netzen begonnen werden. Dafür setzt ein Spezialistenteam 620 Anker in den Fels, für die jeweils ein bis zu neun Meter tiefes Loch gebohrt werden muss.

Die Sicherungsmaßnahmen mit Netzen sind auf zwei Flächen von 1.000 sowie 1.100 Quadratmetern im Steilhang erforderlich. Anschließend werden die Gleise von den Geröllmassen beräumt, bei Bedarf repariert, auf eisenbahntechnische Sicherheit geprüft und wieder in Betrieb genommen.

„Hier im Rheintal haben wir es vor allem mit Schieferfelsen sowie Ton-, Silt- und Sandsteinen zu tun. Diese geologischen Bedingungen erfordern bei allem, was wir tun besondere Sorgfalt und Expertise“, sagt der beratende Geologe Dr. Jürgen Matthesius. „Damit der Hang oberhalb der Gleise nicht noch mehr belastet wird, gehen wir extrem vorsichtig und iterativ vor. Das heißt, kein großer Knall, sondern mehrere kleine Sprengungen für den stabilen Hang. Das ist übrigens auch schonender für die Flora und Fauna.“

Umleitung über Bingen

Die Bahnstrecke zwischen Loreley und Kamp-Bornhofen bleibt in beiden Richtungen gesperrt. Der Güterverkehr im Mittelrheintal fährt zuverlässig, die DB leitet den Großteil der Züge linksrheinisch über Bingen um. Dafür hat die DB noch einmal zusätzlich Platz geschaffen.

Durch eine verbesserte Disposition können seit Dienstag 20 Güterzüge mehr pro Richtung auf der linken Rheinstrecke fahren. Auch durch die Reduzierung des Nahverkehrs während einer Baumaßnahme profitiert der Güterverkehr.

Derzeit ist auch die angrenzende Bundesstraße gesperrt. Die DB steht hier zur weiteren Abstimmung in engem Austausch mit den Kommunen, dem Landesbetrieb Mobilität sowie weiteren politischen Gremien.

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