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So gelingen Firmenkooperationen im Einkauf

| von Dörte Neitzel

Einkaufsallianzen können Beschaffungskosten nachhaltig reduzieren und den Kooperationspartnern eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten verschaffen. Die Einkaufsexperten von Bilfinger haben nun einen Routenplan erstellt, der zusammenfasst, auf welche Kriterien Unternehmen achten sollten, wenn sie Einkaufsallianzen planen.

1. Auf die gleiche Wellenlänge kommt es an

Unternehmen, die eine Einkaufsallianz planen, sollten vergleichbare Ziele verfolgen und auch einen geografisch ähnlichen Rahmen haben. Schließlich geht es darum, zwei oder mehr Einkaufsabteilungen zumindest taktisch zusammenzulegen.

Gibt es zu viele Differenzen bei der Verhandlung von Verträgen oder liegen die Unternehmen zu weit auseinander, lassen sich keine guten Konditionen erzielen. Im schlimmsten Fall wirken sich die Unstimmigkeiten dann sogar schädigend auf das Verhältnis zu den Lieferanten aus.

2. Standards definieren und Jahresplanung abstimmen

Da eine Einkaufsallianz zusätzliche Abstimmungsprozesse erfordert, sollten die Einkaufsabteilungen bereits im Vorfeld Rahmenbedingungen abstimmen und Best Practices austauschen. Es gilt, gleiche Standards zu identifizieren sowie gewünschte Serviceleistungen und eine klare Rollenverteilung in den Lieferantengesprächen festzulegen.

Alle Beteiligten der Einkaufsallianz sollten darüber hinaus eine realistische Jahresplanung vorlegen, um von den potenziellen Lieferanten bestmögliche Angebote zu erhalten. Werden Planzahlen einer Allianz aufgrund des Ausfalls eines oder sogar mehrerer Mitglieder nämlich signifikant unterschritten, können daraus nachträgliche Preisanstiege oder sogar Regressansprüche resultieren, die alle Kooperationspartner auffangen müssen.

3. Vorteile für Lieferanten klarstellen

Einkaufsallianzen bieten auch Vorteile für die Lieferanten: Statt viele kleine Kunden betreuen zu müssen, wird nur ein großer verwaltet. Das verschlankt Prozesse spart Kapazitäten ein. Außerdem erhalten Lieferanten oftmals Zugang zu neuen Märkten.

Um die Bereitschaft der Lieferanten zur Zusammenarbeit zu sichern, sollten die Vorteile im Vorfeld der Einkaufsallianz zusammengetragen und mit den Lieferanten erörtert werden.

4. Im Gespräch bleiben

Kontinuierliche Kommunikation aller Parteien untereinander ist die Grundlage einer gut funktionierenden Einkaufsallianz. Auch das Thema Vertraulichkeit sollte in diesen Gesprächen eine Rolle spielen. So sollte es beispielsweise selbstverständlich sein, dass keine Interna nach außen getragen werden. Persönliche Gespräche sind daher ebenso wichtig wie gegenseitiges Vertrauen.

Bild: Andrei_R/Shutterstock.com