Boxer mit Boxhandschuh vor dunklem Hintergrund

Was braucht ein starker Einkauf? (Bild: fotokitas - stock.adobe.com)

Die aktuellen Lieferengpässe und Preiserhöhungen sind eine wirkliche Herausforderung für den Einkauf. Ich höre deswegen immer wieder, dass der Einkauf "stark" sein muss und "sich nicht alles gefallen lassen" soll. Natürlich haben diese Personen damit recht. Alles einfach zu akzeptieren ist sicherlich nicht der cleverste Weg. Aber immer direkt auf Konfrontation zu gehen natürlich auch nicht.

Aber wie geht man nun in solch einer schwierigen Situation am besten mit Lieferanten um? Und wie geht man am besten beim Aufbau neuer Lieferanten um – zumal dies ja in der heutigen Zeit oftmals auf digitalem Wege passiert?

Nun gibt es hierzu viele Strategien und Taktiken für "harte Hunde".  Meiner Meinung nach wird etwas anderes aber leider zu oft vernachlässigt: die Soft Skills. Ich plädiere dafür, dass der Einkauf sich seiner Fachkompetenzen bewusst ist und diese auch nach außen zeigt, aber dass man verstärkt auch an die softeren Kompetenzen denkt. Aufgrund der Globalität des Einkaufs sollte der Fokus hier vor allem auf die interkulturellen Kompetenzen – dem Global Mindset - liegen.

Der Autor: Hans Boot

Hans Boot

Hans Boot ist Partner bei der Durch Denken Vorne Consult GmbH, eine auf Einkauf und SCM spezialisierte Unternehmensberatung. Zuvor war er über zwölf Jahre als Führungskraft im Einkauf unterschiedlicher Unternehmen tätig.

Seine Kolumne erscheint exklusiv auf Technik-Einkauf.de.

Was heißt das? Mit einem Global Mindset ist die Fähigkeit gemeint, unterschiedliche Kulturen zu verstehen und diese erfolgreich miteinander zu verbinden. Hierzu zählen im Einkauf viele unterschiedliche Kompetenzen, wie zum Beispiel

  • Vertrauen aufbauen
  • Konfliktmanagement
  • Lernagilität
  • Strategisches Denken
  • Integrität
  • Emotionale Intelligenz
  • Stressmanagement
  • Führung virtueller Teams

Fach- und Führungskräfte im Einkauf müssen mit unterschiedlichen Personen über kulturelle Grenzen hinweg kommunizieren und dabei häufig komplexe und widersprüchliche Aspekte und Informationen bewerten. Die Art und Weise, wie diese Informationen verarbeitet und interpretiert werden, hängt unter anderem auch vom kulturellen Hintergrund ab.

Dieses Thema wird in Regionen wie Asien und im Speziellen China und Indien schon längst als wichtig erachtet, leider steht es in Deutschland aber so gut wie nie auf der Agenda. Aufgrund der meist starken globalen Orientierung im Einkauf führt das nicht selten zu einem Nachteil für deutsche Firmen. Die Folge sind mögliche Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit Lieferanten, was - unter anderem - ein Grund für zu hohe Preise sein kann.

Aus diesem Grunde ist es meines Erachtens für Fach- und Führungskräfte im Einkauf essenziell, sich mit dem Thema Global Mindset tiefgründig auseinanderzusetzen, da es schlichtweg zu einem Wettbewerbsvorteil führen kann. Aussagen wie „Brauchen wir nicht“ könnten sich später bitter rächen.

Leider gibt es im deutschsprachigen Raum so gut wie keine Studien zu diesem Thema speziell für den Einkauf. Ok, außer eine von Dr. Jörg Hruby und meiner Wenigkeit. Bei dieser Umfrage kam übrigens - wenig überraschend - heraus, dass der Aufbau von Vertrauen zu den wichtigsten Kompetenzen gehört.

Und in Hinblick auf das aktuelle Topthema Diversität: Respekt und Toleranz gehören ebenso zu den wichtigsten Kompetenzen.  Ich schlage also vor, dass Sie schon mal mit diesen beiden Kompetenzen starten. Dann kann 2022 nur ein gutes Jahr werden! In diesem Sinne:

Mit besten Grüßen, met vriendelijke groeten, best regards, 最好的祝福, med vennlig hilsen, уважением

Ihr Hans Boot

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