Digitaler-Einkauf

Bild: Sikov/AdobeStock

| von Dörte Neitzel
Aktualisiert am: 22. Okt. 2019
56 Prozent der Baby-Boomer-Generation und 39 Prozent der Millenials-Generation bevorzugen sie Marktplätze wie Amazon oder Alibaba stehen auf Rang zwei mit 31 oder respektive 19 Prozent
Der beliebteste Kanal der Angebotsermittlung ist bei Einkäufern noch immer die Angebotsabgabe (Request for Proposal). 56 Prozent der Baby-Boomer-Generation und 39 Prozent der Millenials-Generation bevorzugen sie. Marktplätze wie Amazon oder Alibaba stehen auf Rang zwei mit 31 oder respektive 19 Prozent.

Die Unternehmensberatung Roland Berger hat in der „Platformization of Procurement“ drei Strategien herausgearbeitet, mit der Unternehmen dem Wandel zu Online-Plattformen im Einkauf begegnen können. Der Studie zufolge können Plattformen dabei helfen, den Einkauf, vor allem von C-Teilen, zu digitalisieren.

1. Generalisten-Plattform

Eine Generalisten-Plattform wird von Drittanbietern betrieben. Die Aufnahme neuer Lieferanten, die Erhaltung des Katalogs und die Betreuung der Plattform liegt dabei in der Hand des jeweiligen Anbieters. Diese Lösung bietet sich für standardisierte und einfache Produkte an.

Die Vorteile:

  • Reduzierung von Maverick Buying
  • Standardisierte und reduzierte Anzahl von Rechnungen
  • Einfacher Beschaffungsprozess
  • Große Auswahl
  • Kompetitive Preise

Beispiele für Generalisten-Plattformen: Amazon Business, Crowdfox, Mercateo, Simple System

2. Partnerschaft mit spezieller Plattform

Bei einer solchen Strategie gehen Unternehmen eine enge Zusammenarbeit mit einer spezialisierten Plattform ein. Dies ist vor allem bei B-Teilen sinnvoll, die mehr Expertise erfordern als generalisierte Produkte. Beispiele sind Rohmaterialien, Verpackung oder spezifische Reinigungsarbeiten. Sie erfordern meist auch besondere Bedingungen bei Lieferung oder individualisierte Verhandlungen mit Lieferanten.

Die Vorteile:

  • Spezialisierte Portfolios
  • Hersteller teilweise auf Qualität geprüft
  • Individualisierte Verhandlungen wie Joint Auctions oder Preisanfragen möglich
  • Größere Volumina führen zu niedrigeren Preisen

Beispiele: stockd., chembid

3. Eigene Plattform

Diese Strategie beinhaltet die Gründung einer eigenen Plattform, die entweder nur intern oder auch von anderen Unternehmen genutzt werden kann. Eine offene Plattform ermöglicht auch nicht so großen Unternehmen die kritische Masse zu erreichen, um Lieferanten auf die Plattform zu locken. Um den direkten Kampf mit den Generalisten zu vermeiden, siedeln sich eigene Plattformen oft in Nischen oder spezialisierten Bereichen an.

Vorteile:

  • Von der Plattform generierter Umsatz wird zur neuen Einnahmequelle
  • Kontrolle über Kaufkonditionen bleiben in der eigenen Hand
  • Plattform kann an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.

Beispiel: Coperama

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