Warenlager als Hochregallager

Der Einkauf wird sich spätestens nach der Corona-Pandemie verändern müssen, so eine Studie. (Bild: hacohob/Adobestock)

| von Dörte Neitzel

Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft weltweit fest im Griff und das wird auch noch längere Zeit andauern. Das wird auch den Einkauf nachhaltig verändern. Insbesondere in Lieferketten müssen Unternehmen Abhängigkeiten beseitigen. Dabei spielt der Aspekt Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle. Was bereits vor Cororna galt, wird jetzt umso wichtiger.

Im Fokus stehen nachhaltige Ressourcennutzung und Strategien entlang der Lieferketten sowie die Festlegung klarer Kennzahlen. Wer seine Einstellung im Einkaufsmanagement nicht ändert, bleibt auf der Strecke. Das Motto: weg vom einseitigen Kostensparen hin zur transparenten Kooperation und innovativen Prozessen. Das ist aber insbesondere bei globalen Lieferketten gar nicht so einfach und verlangt auch nach neuen Managertypen. Was im Einzelnen wichtig ist und was Unternehmen beachten müssen, zeigt eine aktuelle Studie zum Thema „Zukunft des Einkaufs“ der Unternehmensberatung Inverto unter rund 185 Fach- und Führungskräften des Einkaufs.

Grafik zu den relevanten Beschaffungstrends
Relevante Trends in der Beschaffung. (Grafik: Inverto)

Preise drücken reicht nicht mehr

Im Zuge der aktuellen Transformation wird erwartet, dass sich das Bild des Einkaufs weiter ändert: Vom Beschaffer zum Innovationsmanager. Die reine Kostenoptimierung wird abnehmen und einfach nur Preise drücken, funktioniert zukünftig nicht mehr. Der Einkauf der Zukunft wird die Rolle eines Innovationsscouts und Nachhaltigkeitsmanagers übernehmen müssen, um frühzeitig auf Veränderungen reagieren und diese mitgestalten zu können.

Die Studie definiert den nachhaltigen Einkauf als einen Prozess, bei dem Organisationen ihren Bedarf an Gütern, Dienstleistungen, Arbeiten und Versorgungsleistungen auf eine Weise erfüllen, die einen Wert auf Basis eines gesamtheitlichen Lebenszykluses erzielt. Nicht nur die Organisation, sondern auch die Gesellschaft und die Wirtschaft Nutzen sollen profitieren und gleichzeitig darf die Umwelt nicht leiden.

Grafik zu den Herausforderungen in der Beschaffung
Herausforderungen in der Beschaffung. (Grafik: Inverto)

Herausforderungen und Einkaufstrends

Als größte Herausforderungen sieht der Einkauf Unternehmenswachstum und Digitalisierung in einem wettbewerbsintensiven Umfeld. Trotz wirtschaftlicher Veränderungen hat die Erfüllung der Anforderungen hinsichtlich Risiken, Kostenwettbewerb, Innovation und Nachhaltigkeit Priorität.

Die Reaktion auf Handelsrestriktionen oder Rezessionstendenzen hatten vor der Corona-Krise geringere Bedeutung für die Befragten. Digitalisierung, Lieferantenzusammenarbeit und Agilität werden von durchschnittlich 80 Prozent der Befragten als führende Trends angesehen, die den Einkauf beeinflussen. Auch Nachhaltigkeit und Datenkompetenz rücken zunehmend in den Vordergrund.

Grafik zu unterschiedlichen Zwecken des Einkaufs
Zweck des Einkaufs. (Grafik: Inverto)

Zweck und Rolle des Einkaufs

Für über 80 Prozent der Befragten hat der Einkauf einen klar definierten, abgestimmten Zweck mit klaren Erwartungen. Die Aussagen der Teilnehmer zum aktuellen Zweck des Einkaufs beschreiben vorrangig das „Was“ des Einkaufs, nicht das „Warum“.

Hinsichtlich der Erwartungen an den aktuellen Einkaufszweck legen 72 Prozent der Teilnehmer den Schwerpunkt auf Kosteneinsparungen, neben Aspekten wie Risiko, Zusammenarbeit und Qualität. Konsequenterweise steht aktuell die Rolle des Einkaufs als „Treiber der Kostenoptimierung“ im Vordergrund. Daneben wird die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern und die Rolle als Innovator immer wichtiger.

Das Bild des Einkaufs als „Prozessund Compliance-Experte“ verliert im Verhältnis dazu an Bedeutung. Nur knapp 20 Prozent nennen Innovation und Nachhaltigkeit hier als wichtige Dimension. Sourcing & Category Management, Lieferantenmanagement, Business Partnering und Analysen sind die Kernkompetenzen des Beschaffungswesens, wobei übergeordnete Aspekte wie Kultur, Mitarbeiter, Innovation und Nachhaltigkeit in Zukunft an Einfluss gewinnen werden.

Führung (50 Prozent), Zusammenarbeit (47 Prozent) und Agilität (42 Prozent) sind unerlässliche Fähigkeiten und Arbeitsweisen für eine erfolgreiche Einkaufstransformation, um den künftigen „Zweck“ des Einkaufs zu erfüllen und Ergebnisse zu erzielen.

Die befragten Einkaufsorganisationen sehen sich mit weitergehenden Anforderungen wie Innovation, Reaktionsschnelligkeit und Nachhaltigkeit konfrontiert. Es ist also nicht verwunderlich, dass der Aufbau von agilen, schnell lernenden Einkaufsteams nach Meinung der Befragten zunehmend an Bedeutung gewinnt (77 Prozent).

Grafik zu den Rollen des Einkaufs
Rollen der Einkaufsabteilung. (Grafik: Inverto)

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