Chart mit nach oben deutendem Pfeil

Der EMI stimmt im Juni 2021 wieder positiv. (Bild: Naypong Studio - stock.adobe.com)

Die weitverbreiteten Versorgungsengpässe waren erneut ein zentraler Punkt der jüngsten Umfrageergebnisse. Nach leichten Einbußen in den beiden Vormonaten machte der saisonbereinigte IHS Markit/BME-Einkaufsmanager-Index (EMI) im Juni etwas an Boden gut und stieg auf 65,1 Punkte nach 64,4 im Mai.

Der Aufschwung wurde dabei vor allem von der höheren Produktionsrate getragen, die im Vorleistungsgüterbereich am deutlichsten anstieg. Während zahlreiche Unternehmen ihre Produktion hochfuhren, um die höhere Nachfrage zu bedienen, berichteten gleichzeitig viele Umfrageteilnehmer, dass die andauernden Materialengpässe, das Produktionsniveau abermals drosselten.

„Die deutsche Industrie trotzt offenkundig weiter einzelnen Schwierigkeiten wie der begrenzten Verfügbarkeit und den hohen Preisen mancher Vorleistungsgüter. Denn die globale Nachfrage ist hoch, und der konjunkturelle Aufholprozess setzt sich fort. Vor allem die sehr hohen Auftragsbestände sprechen dafür, dass sich an diesem Bild in der nächsten Zeit wenig ändern wird“, sagte Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank.

Zur jüngsten Entwicklung des EMI-Teilindex Einkaufspreise teilte Dr. Heinz-Jürgen Büchner, Managing Director Industrials, Automotive & Services der IKB Deutsche Industriebank AG, mit: „Der Anstieg der Rohstoffpreise hat sich weiter fortgesetzt, bei einigen Commodities jedoch in abgeschwächter Form.

Unverändert ist die Marktversorgung noch zu knapp. Bei den Stahlpreisen dürfte der Peak für die Spotmarktpreise jedoch nun langsam erreicht sein. Die Rohölmärkte waren im Vorfeld des OPEC-Ministertreffens Anfang Juli extrem nervös. Man hofft hier auf eine Ausweitung der Fördermenge, was im zweiten Halbjahr 2021 zur Entspannung bei den Preisen führen könnte.

Zu einer immensen Belastung werden bei vielen Firmen im Verarbeitenden Gewerbe zudem die stark angezogenen Transportpreise, welche zudem oft nicht einfach weitergereicht werden können. Gemeinsam mit höheren Energiepreisen dürfte dies alles zusammen die Ertragssituation vieler Unternehmen stark negativ belasten.“

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Die Entwicklung der EMI-Teilindizes im Überblick

Produktion: Das Produktionswachstum hat im Juni wieder an Dynamik gewonnen, nachdem es in den beiden Vormonaten etwas zurückging. Mehr als ein Drittel der Befragten meldeten eine höhere Produktionsrate, was in den meist Fällen dem Zuwachs beim Auftragseingang zugeschrieben wurde. Allerdings gaben zahlreiche Umfrageteilnehmer an, dass die andauernden Materialengpässe die Expansion gebremst hätten.

Auftragseingang: Im Juni hat sich die Steigerungsrate der Neuaufträge leicht beschleunigt. Der saisonbereinigte Teilindex blieb jedoch unter den Höchstwerten von März und April. Die zugrundeliegenden Daten deuten nach wie vor auf eine steigende Nachfrage in allen drei Teilsektoren der Industrie hin, wobei der Vorleistungsgüterbereich und der Investitionsgüterbereich weiterhin besonders starke Zugewinne machen.

Auftragseingang Export: Auch im Export wurden abermals kräftige Zuwächse verbucht. Der entsprechende Teilindex blieb gegenüber dem Vormonat nahezu unverändert und notierte damit weiter auf einem der höchsten Stände in der Umfragegeschichte (seit 1996). Wie einige Hersteller angaben, gingen die jüngsten Wachstumsimpulse vor allem von US-amerikanischen und europäischen Märkten aus.

Geschäftserwartungen: Der Teilindex Geschäftsaussichten verbesserte sich im Juni nochmals leicht, womit sogar das bisherige Allzeithoch vom April übertroffen wurde. Rund 48 Prozent der befragten Hersteller rechnen mit einem höheren Produktionsniveau binnen Jahresfrist und stützen diese Einschätzung hauptsächlich auf einen weiteren Anstieg der Nachfrage, sobald die Auswirkungen der Pandemie nachlassen. Demgegenüber erwarten nur acht Prozent, dass die Produktion schrumpft.

Beschäftigung: Die kontinuierlichen Anstrengungen vieler Industrieunternehmen, die Kapazitäten zu erweitern, führten zum vierten Beschäftigungsanstieg in Folge. Mehr noch, das Tempo zog nochmals leicht an, sodass der entsprechende Teilindex auf den höchsten Wert seit Januar 2018 kletterte. Das größte Plus verzeichneten die Hersteller von Investitionsgütern, gefolgt von den Vorleistungsgüterproduzenten.

Einkaufspreise: Das extrem hohe Niveau der Einkaufspreise setzte sich auch im Juni fort. Hauptursache war wie in den Vormonaten das Ungleichgewicht von Angebot und Nachfrage bei verschiedenen Materialien und Komponenten. Elektronische Bauteile, Metalle (insbesondere Aluminium und Stahl), Verpackungen, Kunststoffe und Holz wurden am häufigsten als teurer gemeldet. Der saisonbereinigte Teilindex gab gegenüber Mai zwar leicht nach, blieb aber dennoch deutlich höher als zu jedem anderen Zeitpunkt seit Beginn der Datenerfassung.

Verkaufspreise: Die Inflationsrate der Verkaufspreise zog auch im Juni weiter an, nachdem die Zahl der Hersteller, die eine Erhöhung meldeten, den vierten Monat in Folge ein Rekordhoch erreichte. Am stärksten fiel der Anstieg dabei im Vorleistungsgüterbereich aus. Die Verkaufspreise verteuerten sich allerdings immer noch deutlich langsamer als die Einkaufspreise.

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