Neon-Schriftzug CEO auf einer Mauer

Warum werden so wenig Einkaufsleiter CEOs? (Bild: Chris Titze Imaging - stock.adobe.com)

| von Hans Boot

„Es war einmal…“. So fangen ja die meisten Märchen an und die Frage „Wie werde ich als Einkaufsleiter/in CEO?“ klingt bei vielen wohl auch wie ein Märchen.

Seit ich selber Einkaufsleiter war, frage ich mich jedoch, wieso das so ist. Wieso ist der Gedanke, dass der Einkaufslenker CPO mal zum Unternehmenslenker CEO wird, so befremdlich? Während es als ganz normal gilt, dass ein CFO oder ein Vertriebsleiter zum CEO ernannt wird? Was haben, also „die“, was ein Einkaufsleiter nicht hat? Was braucht es also, um CEO zu werden?

Na ja, zum einen braucht man die richtigen Kompetenzen. Das heißt, ein Kandidat muss zum Beispiel Teams führen können, sich mit Kennzahlen auskennen und rhetorisch keine Schlaftablette sein. Da ein CPO die gleichen Kompetenzen benötigt, sollte hier nicht das Problem liegen.

Dann braucht es natürlich ein gewisses Selbstvertrauen, denn ohne wird niemand auch nur ansatzweise selber daran glauben, irgendwann CEO zu werden. Zudem ist ein gesundes Selbstvertrauen die Basis dafür, kritische Themen anzupacken und die eigene Komfortzone zu verlassen. Und genau das ist wichtig, um sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln.

Hier zeigt sich schon die erste Schwachstelle, da es leider einige Einkaufsleiter gibt, die nicht an die eigenen Fähigkeiten glauben. Die meisten haben aber schon eine gewisse Karriere hinter sich gebracht und werden sehr wahrscheinlich auch keine Probleme mit dem Selbstvertrauen haben. Trotzdem reicht es für die meisten aber nicht. Was fehlt also noch?

Umsetzung! Nur, wenn eine Führungskraft Veränderungen umsetzt und Verbesserungen herbeiführt, kommt sie überhaupt für einen CEO-Posten infrage. Sich auf dem Status Quo auszuruhen und wie so manch ein Politiker gebetsmühlenartig zu wiederholen, wieso etwas nicht funktioniert, bringt keinen Einkaufsleiter weiter. Wer die höchste Sprosse der Karriereleiter erklimmen will, muss die Ärmel hochkrempeln und Gas geben!

Der Autor: Hans Boot

Hans Boot ist Partner bei der Durch Denken Vorne Consult GmbH, eine auf Einkauf und SCM spezialisierte Unternehmensberatung. Zuvor war er über zwölf Jahre als Führungskraft im Einkauf unterschiedlicher Unternehmen tätig.

Seine Kolumne erscheint exklusiv auf Technik-Einkauf.de.

Aber auch das kann nicht alles sein. Ein wichtiger Faktor fehlt nämlich noch und das ist Selbstmarketing. Und genau da hapert es noch bei vielen Einkaufsleitern. Ich kann mich noch an Meetings erinnern, wo einer die ganze Zeit erzählt hat, was für tolle Erfolge sein Team erreicht hat und was für ein Held er selber ist. Andere dagegen sprachen immer nur dann, wenn sie gefragt wurden.

Der erste war meistens der Vertriebsleiter und zu den anderen gehörte fast immer der Einkaufsleiter. Stellen Sie sich nun mal vor, dass eine fremde Person in solch ein Meeting kommt und fragen Sie ihn dann mal, wer aus seiner Sicht dort das Sagen hat. Er wird sicherlich nicht den Einkaufsleiter nennen, sondern er wird ohne Zögern seinen Zeigefinger auf den Vertriebsleiter richten. Und fragen Sie sich dann mal, wen man für den Posten des CEO vorschlagen würde…

Wäre ich Mathematiker würde ich mich wahrscheinlich mit der Formel „Kompetenzen + Selbstvertrauen + Umsetzung + Selbstmarketing = CEO“ für den Nobelpreis bewerben. Bin ich aber nicht, deswegen belasse ich es bei der folgenden Aussage: „Eine Frauenquote im Management reicht nicht aus, was wir brauchen ist eine CPO-Quote!“

Ihr

Hans Boot

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