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Einkauf Linearbremsen: Die richtige Beschaffung von Linearbremsen

Einkauf Linearbremsen: Die richtige Beschaffung von Linearbremsen

Einkauf Linearbremsen: Die richtige Beschaffung von Linearbremsen

Linearbremsen kommen häufig zum Einsatz, um schwerkraftbelastete Achsen in Maschinen und Anlagen abzusichern. Bei der Auswahl ist daher ein kritischer Blick auf die technischen Produktdetails und das Leistungsspektrum des Anbieters unabdingbar.

Um Linearbewegungen gerade bei schwerkraftbelasteten Achsen schnell und zuverlässig abzubremsen, sind Sicherheitsbremsen nach dem Fail-Safe-Prinzip die erste Wahl. Denn diese Bremsen erzeugen die Bremskraft durch Druckfedern und sind im energielosen Zustand geschlossen. Sichere motorische Antriebe dagegen sind zwar ebenfalls in der Lage, vertikal bewegte Lasten auch bei Ausfall der Energiezuführung bis zum Stillstand zu verzögern (SS1 Betrieb), jedoch ist ohne Energie ein anschließendes Hochhalten der Last ausgeschlossen.

Einkauf Linearbremsen

OBA-linearstop Sicherheitsbremsen gewährleisten in Maschinen und Anlagen zuverlässigen Schutz für Personen und Material.

Zwei bewährte Sicherheitsbremssysteme, die häufig für die Absicherung linearer Bewegungen zur Anwendung kommen, sind Bremsen, die entweder auf separate Rundstangen oder aber auf Führungsschienen wirken. Diese Linearbremsen eignen sich besonders für den Einsatz in schwerkraftbelasteten Achsen, da sie direkt an den Massen angebracht werden, die abgebremst bzw. gehalten werden sollen. Antriebselemente wie Zahnriemen, Kupplungen oder Spindelmuttern, die bei anderen Bremssystemen das Bremsmoment mit übertragen und Einfluss auf die Sicherheit haben könnten, gibt es hier nicht. Werden Linearbremsen zudem als zweite Bremseinheit zum Beispiel zusätzlich zu einer Motorbremse eingesetzt, sorgt ihr Wirkprinzip – auf eine Stange oder Schiene – außerdem für eine hochwertige Redundanz mit Ausschluss gleicher Fehler.

Mehr als nur Klemmeinheiten

Die meisten auf dem Markt verfügbaren Linearbremsen fungieren als statische Klemmeinheiten und sind dafür konzipiert, die Achsen im Stillstand zu halten. Allerdings können sich Personen auch während der Inbetriebnahme, der Wartung oder sogar während des Produk­tionsprozesses unter schwebenden Lasten aufhalten, ohne dass zuvor die Lastübergabe auf die mechanische Linearbremse erfolgt ist. Kommt es in diesen Betriebszuständen zu einem Komplettausfall des Antriebs, ist die Linearbremse allein für das sichere Verzögern der Last verantwortlich.

Solche dynamischen Bremsungen treten in der Praxis immer wieder auf. Deshalb sollten Anwender bei der Auswahl darauf achten, dass die Klemmeinheiten so ausgelegt sind, dass sie auch für Notbremsungen geeignet sind. Renommierte Hersteller sind hier in der Lage, die Einheiten auf eigens für Linearbremsen konzipierten Fallprüfständen dynamischen Tests zu unterziehen. Solche Fallprüfstände ermöglichen es, unterschiedliche Gewichte, die sogenannten Lastmassen, auf unterschiedliche Fallgeschwindigkeiten zu beschleunigen und die Lastmassen anschließend zu verzögern. So lassen sich die Einflussfaktoren praxisnah bestimmen. Denn nur Produkte, die unter realistischen Bedingungen getestet wurden, erfüllen hinterher alle Anforderungen pro­blemlos. Idealerweise bestätigen unabhängige Prüfinstitute die Eignung der ­Produkte für dynamische Bremsungen.

Kurze Schaltzeiten über die Lebensdauer

Für die Sicherheit von Mensch und Maschine sind gerade bei vertikalen Achsen kurze Anhaltewege wichtig. Entscheidend für den Bremsweg sind dabei die Schaltzeiten der Bremse. Denn in der Zeit des freien Falls bis die Bremse schließt und die Verzögerung einsetzt, beschleunigt sich die Masse zusätzlich – unter Umständen so extrem, dass die zulässigen Werte der Bremse überschritten werden.

Anwender sollten daher bei der Auswahl der Linearbremsen auf möglichst kurze, verifizierte Schaltzeiten achten – und auch darauf, dass diese Schaltzeiten über die gesamte Lebensdauer der Bremse eingehalten werden. Um in der jeweiligen Applikation größtmögliche Sicherheit zu erreichen und die projektierten Schaltzeiten über die gesamte Lebensdauer zu gewährleisten, ist es zudem wichtig, dass die Linearbremsen mit einer zuverlässigen Schaltzustandskontrolle ausgestattet sind.

 

 

Einkauf Linearbremsen

Als kompakte Bremseinheit kann die ROBA-linearstop einfach, schnell und ohne aufwändige Einstellarbeiten integriert werden.

 

Krafterzeugung ohne selbstverstärkende Keilwirkung

Qualitativ hochwertige Linearbremsen arbeiten zudem ohne selbstverstärkende Keilwirkung und wirken damit in beide Bewegungsrichtungen. Durch die Krafterzeugung ohne selbstverstärkende Keilwirkung zusammen mit sehr kurzen Reaktionszeiten sackt die Achse beim Schließen nicht ab. Andere lineare Bremssysteme, die mit selbstverstärkender Keilwirkung arbeiten, erzeugen zwar eine hohe Bremskraft.

Allerdings funktioniert die Keilwirkung nur in einer Richtung und zur Erzeugung der Keilwirkung muss die Bremse beim Schließen ‚nachsetzen‘. Wird die Keilwirkung der Bremse nicht begrenzt, steigt die Bremskraft ins Unendliche. Diesen Stoß muss die Maschinenkonstruktion abfangen. Darüber hinaus muss die Klemmung zum Lüften der Bremse häufig mit enormer Kraft freigefahren werden. Bei den Linearbremsen renommierter Hersteller ist dies nicht erforderlich.

Positionsgenaues Klemmen

Darüber hinaus zeichnen sich qualitativ hochwertige Linearbremsen durch ein ­positionsgenaues Klemmen der Bremsstange bzw. der Schiene aus. Dies bringt gerade in Werkzeugmaschinen und Bearbeitungszentren weitere Vorteile: Die zusätzliche Versteifung der NC-Achse erhöht die Prozessgenauigkeit, steigert die Zerspanleistung und kann beispielsweise bei der Schwerzerspanung weitere technologische Vorteile bringen. Die Bearbeitung ist schwingungsärmer und dadurch kann die Oberflächengüte des Werksstücks verbessert werden.

Die Einsatzbereiche für Linearbremsen sind vielfältig. Deshalb rundet ein breites Produktprogramm das Angebot renommierter Hersteller ab. So bieten führende Lieferanten Linearbremsen in pneumatischer, hydraulischer und elektromagnetischer Ausführung an. Kunden können so passend zum jeweiligen Anwendungsfall das entsprechende Funktionsprinzip wählen. Solche Hersteller führen darüber hi­naus auch weitere bewährte Bremslösungen zum Beispiel für Achsen mit Zahnstangenantrieb oder aber zum Anbau an Servomotoren. Sie sind zudem in der Lage, die Bremsen für spezielle Einsatzfälle, zum Beispiel im Lebensmittelbereich, korro­sionsgeschützt auszuführen.

Autoren: Simone Dauer (Mayr),  Kathrin Irmer

Bilder: Mayr


Checkliste für den Einkauf von Linearbremsen

 

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Achten Sie darauf, dass die Linearbremsen auch für dynamische Bremsungen geeignet sind und unter realistischen Bedingungen getestet wurden. Erkundigen Sie sich hier auch nach den Prüfmöglichkeiten des Herstellers.

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Vergewissern Sie sich, dass der Lieferant eine 100%-Endprüfung durchführt, inklusive der automatischen Speicherung aller Testdaten. Für eine lückenlose Rückverfolgbarkeit müssen die Bremsen zudem mit eindeutigen Seriennummern ­gekennzeichnet sein.

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Prüfen Sie die Ansprechzeiten der Bremse (Anzug/Abfall). Nur mit einer schnellen Bremse und konstanten Schaltzeiten über die Lebensdauer erreichen Sie kurze, sichere Anhaltewege.

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Setzen Sie auf Lieferanten mit einem breiten Standardproduktprogramm. Eine große Auswahl an Bremsen mit verschiedenen Funktionsprinzipien (elektromagnetisch, pneumatisch oder ­hydraulisch gelüftet) bietet Flexibilität für verschiedenste Anwendungen. Hier finden Sie zudem Komplettlösungen aus einer Hand.

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Setzen Sie auf Hersteller mit Entwicklungs-, Fertigungs,- und Applikationserfahrung sowie schnellem, weltweiten Vor-Ort-Service (vor allem wenn Sie Ihre Maschinen global vermarkten) und kompetenter Beratung. Fordern Sie Beratung ein, um so die Unterschiede feststellen zu können.

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Nehmen Sie sich die Zeit, die Produktion des Lieferanten zu besichtigen, gerade bei wichtigen Einkäufen. Bei einem Besuch im Werk können Sie sich selbst davon überzeugen, was wirklich hinter den Kulissen steckt.


Drei Fragen an… Robert Walter, Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH

Für welche Einsätze kaufen Sie Linearbremsen ein?

Die Bremsen haben zu 95 % einen Sicherheitsaspekt, um Schwerkraft belastete Achsen sichern zu können. Bei Heller kommen folgende Systeme zum Einsatz: Stangenklemmungen,  elektromechanische Rota­tionsbremsen oder Klemmung auf Führungsschuhe.

Welche Parameter sind für Sie bei der Auswahl des richtigen Lieferanten dafür wichtig?

Generell möchten wir mit unseren Lieferanten langjährige Partnerschaften eingehen, daher sind für Heller viele Faktoren wichtig: Lieferzeiten, Preise, Globale Serviceverträge, Ansprechpartner, globale Einkaufskonditionen, Logistiklösungen, Innovationen und weitere. Der Lieferant wird daran ganzheitlich gemessen und danach ausgewählt.

Wie wichtig ist dabei eine ausführliche Beratung zur richtigen Ausführung für den Anwendungsfall? Worauf setzen Sie da?

Die ausführliche Beratung ist für uns sehr wichtig. Zunächst erwarten wir einen festen Ansprechpartner bei unseren Lieferanten. Dieser muss sowohl die kaufmännischen Angelegenheiten, wie auch die technischen Anforderungen bearbeiten. Im Bereich der Bremsen erwarten wir einen Ansprechpartner, der uns hauptsächlich bei allen Sicherheitsaspekten fachmännisch berät und uns verschiedene Lösungsmöglichkeiten präsentiert.

Sie benötigen weitere Informationen: http://www.mayr.de


Einkaufsführer in Zusammenarbeit mit Mayr Antriebstechnik

Das 1897 gegründete Familienunternehmen Mayr Antriebstechnik ist ein führender Hersteller von Sicherheitsbremsen, Sicherheitskupplungen und Wellenkupplungen. Seit nunmehr über 40 Jahren entwickelt und fertigt Mayr Antriebstechnik federdruckbetätigte Sicherheitsbremsen und ist weltweit führend bei Aufzugs-, Bühnen- und Vertikalachsenbremsen. Auf Prüfständen werden alle Produkte ausführlich getestet und exakt auf die geforderten Werte eingestellt. Im Allgäuer Stammhaus in Mauerstetten arbeiten derzeit rund 600 Beschäftigte. Weltweit hat Mayr Antriebstechnik über 1 000 Mitarbeiter. Mit Werken in Polen und China, Vertriebsniederlassungen in den USA, in Frankreich, Großbritannien, Italien, Singapur und in der Schweiz sowie über 36 weiteren Ländervertretungen ist das Unternehmen global aufgestellt.

Autor: Dörte Neitzel

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