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Insolvent: Die zehn größten Unternehmenspleiten in Deutschland

Erstellt am 30. April 2019

Insolvent und weg vom Markt? Wir haben die größten Firmenpleiten der vergangenen 14 Jahre für Sie zusammengestellt, gerankt nach Zahl der betroffenen Arbeitsplätze.

Insolvenzen sind – leider – normal und gehören zum täglichen wirtschaftlichen Geschäft. Doch manche Pleiten wirbeln mehr Staub auf als andere, wie die der Fluggesellschaften Germania oder Air Berlin. Oft sind Tausende Mitarbeiter betroffen.

Diese zehn Firmenpleiten waren die spektakulärsten – und für die Mitarbeiter bittersten – in den vergangenen 14 Jahren.

Autor: Gerd Meyring

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Platz 10: Wadan-Werften

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Wadan-Werften
Im Zuge der Finanzkrise sinkt ab 2008 die globale Nachfrage nach neuen Schiffen. Die Wadan-Werften in Rostock und Warnemünde geraten dadurch in die Verlustzone. Am 5. Juni 2009 müssen sie Insolvenz anmelden.

Igor Jussufow, Sohn eines russischen Ministers, erwirbt die Werften für 40,5 Millionen Euro durch die zu diesem Zweck gegründete Nordic Yards in Oslo.

Für 1.200 der 2.700 Mitarbeiter gibt Jussufow eine Beschäftigungsgarantie ab.

Bild: Pixabay

Platz 9: Hertie

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Hertie
Finanzielle Probleme ihres britischen Hauptinvestors Dawney, Day and Hilco Ltd. brechen im Juli 2008 der 1882 gegründeten Kaufhauskette Hertie das Genick.

Die 3.200 Beschäftigten der 55 Warenhäuser stehen auf der Straße. Eine Rettung der Kaufhäuser gilt als aussichtslos.

Bild: Pixabay

Platz 8: Karmann

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Karmann
Als Karmann 2007 seine wichtigsten Kunden, Daimler und Audi, verliert, hat der Auftragsfertiger Probleme, Anschlussaufträge zu gewinnen. Im April 2009 meldet das Osnabrücker Traditionsunternehmen Insolvenz an.

Bis dahin hatte Karmann Cabrio für Mercedes und Audi gefertigt. Volkswagen und Automobilzulieferer wie Magna International und Webasto übernehmen nach der Insolvenz große Teile von Karmann.

Viele der betroffenen 3.500 Mitarbeiter können weiterbeschäftigt werden.

Bild: Pixabay

Platz 7: Qimonda

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Qimonda
Im Januar 2009 ordnet das Amtsgericht München die Insolvenz der Qimonda AG an, nachdem ein Rettungsversuch mit staatlicher Unterstützung gescheitert war. Fabriken in München, den USA und Portugal schließen.

Am Standort Dresden setzt Infineon die Fertigung fort. Der Münchner Konzern hatte 2004 seine Speicherchipsparte in die spätere Qimonda AG ausgegliedert. Diese verschläft den Umstieg auf neue sparsame Produktionsverfahren in der Branche und gerät in die Verlustzone.

Bild: Pixabay

Platz 6: Walter Bau

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Walter Bau
Die Krise der deutschen Bauwirtschaft in den neunziger Jahren bricht der Walter Bau AG im Februar 2005 das Genick. Das Unternehmen hatte zu lange an verlustreichen Projekten festgehalten, sein profitables Auslandsgeschäft vernachlässigt und fehlerhaft bilanziert.

Die Deutsche Bank weigert sich schließlich, weiter für die Geschäfte des Unternehmens zu bürgen. Weitere Banken kündigen ihre Kredite. Walter kann keine Aufträge mehr annehmen.

6.900 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Bild: Pixabay

Platz 5: Air Berlin

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Air Berlin
Als sich Großaktionär Etihad Airways weigert, Air Berlin weiter finanziell zu unterstützen, meldet die Airline am 15. August 2017 Insolvenz an. Nach jahrelanger Misswirtschaft ist das Unternehmen mit über 1,14 Milliarden Euro verschuldet.

Ob die 8.400 Beschäftigten ihren Job verlieren, oder künftig bei Lufthansa, easyjet, Condor oder Niki Lauda arbeiten, entscheidet sich nach der Bundestagswahl am 24. September. Dann verhandeln die Gläubiger über die Übernahmeangebote der vier Airlines.

Bild: Air Berlin

Platz 4: Woolworth

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Woolworth
Im April 2009 macht die Warenhauskette Woolworth mit einem Insolvenzantrag beim Amtsgericht Frankfurt am Main Schlagzeilen. Gut 9.300 Arbeitsplätze stehen zur Disposition.

Das Unternehmen kann aber umstrukturiert werden. Die neugegründete Woolworth Deutschland GmbH führt 160 der 310 Filialen fort.

Im Mai 2010 übernimmt die Holding von KiK-Gründer, Stefan Heinig, die Gesellschaft. Die Modekette NKD übernimmt weitere 71 Woolworth-Filialen.

Bild: Woolworth

Platz 3: Praktiker

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Praktiker
Am 10. Juli 2013 erklärt sich die Baumarktkette Praktiker für überschuldet und zahlungsunfähig. Tags drauf stellt sie Insolvenzantrag. Eine Umstrukturierung sowie die Übernahme der profitablen Baumarkttochter Max Bahr durch Konkurrent Globus scheitern.

In Deutschland gehen rund 20.000 Arbeitsplätze verloren. Die Praktiker-Filialen in Polen, Ungarn, der Ukraine und Griechenland übernehmen verschiedene Investoren.

Bild: A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Platz 2: Schlecker

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Schlecker
Im Februar 2012 kann Schlecker Forderungen in Höhe von 655 Millionen Euro nicht mehr bedienen. Im Juni beschließen die Gläubiger, die Drogeriekette zu zerschlagen. Sie sehen keine Möglichkeit, das Familienunternehmen an einen Investor zu verkaufen.

Knapp 35.000 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Seit März 2017 müssen sich Firmengründer Anton Schlecker und seine Familie wegen Untreue, Bankrott und Insolvenzverschleppung vor Gericht verantworten.

Bild: WIKImaniac – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Platz 1: Arcandor

Insolvent: Die zehn größten Pleiten Arcandor
Mitte 2009 kann der Handelskonzern Arcandor 650 Millionen Euro Schulden nicht mehr bedienen. Die AG und die Töchter Karstadt, Primondo und Quelle sind insolvent, nicht aber die Reisesparte, Thomas Cook.

Besonders belastend sind die Monatsmieten der Kaufhäuser in Höhe von 23 Millionen Euro. Sie fließen zum Teil an einen Fonds, an dem Ex-CEO Thomas Middelhoff beteiligt ist. Er wird später wegen Untreue verurteilt. Die Sanierung des Konzerns scheitert. Nur die Thomas Cook Group lässt sich veräußern.

Insgesamt verlieren 52.000 Mitarbeiter ihre Jobs.

Bild: Arcandor


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[3] Die größten Wirtschftsskandale in Deutschland: https://www.technik-einkauf.de/news/panorama/die-10-groessten-wirtschaftsskandale-in-deutschland/

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