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4 Logistik-Trends 2019 gegen das Chaos im Supply-Chain-Management

Bild: Shutterstock/cybrain

10.01.2019

4 Logistik-Trends 2019 gegen das Chaos im Supply-Chain-Management

Die letzten Wochen des Jahres 2018 waren ein Kraftakt für die Logistik. Mehr als ein Manager wünschte sich, seine Supply Chain endlich zu optimieren. Denn: Die Anforderungen wachsen. Kunden haben  ihre Waren am liebsten sofort, Märkte werden volatiler und die Losgrößen kleiner.

Wer da nicht vorausschauend plant, versinkt schnell im Chaos – mit den geschäftsschädigenden Folgen, dass Kunden unzufrieden und Mitarbeiter überlastet sind. Hinzu kommt, dass die ohnehin schon riesigen Datenberge, die es zu bewältigen gilt, weiterwachsen werden. Grund genug, die Logistik-Trends 2019 genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn sie sind vielversprechend und zeigen Perspektiven auf, wie sich das Lieferketten-Management den sich stetig ändernden Gegebenheiten anpassen und Daten sinnvoll für sich nutzen kann.

Diese Top 4 der Logistik-Trends werden Unternehmen 2019 nachhaltig beeinflussen:

1. Zuverlässigere Prognosen dank Künstlicher Intelligenz und Machine Learning

Supply Chains werden komplexer. Schon jetzt ist mehr als deutlich: Die wachsende Datenmenge kann nur noch mit intelligenter Software sinnvoll genutzt werden, um bessere Kenntnis über Kunden oder Branchenentwicklungen zu erlangen. Algorithmen-gestützte Systeme und Machine Learning haben – im Gegensatz zum Menschen – eine praktisch unbegrenzte Aufnahmefähigkeit.

Für Berechnungen, die heute sekundenschnell passieren, waren vor einigen Jahren noch Monate nötig. Außerdem sind sie lernfähig und können teilweise selbstständig auf unerwartete Störungen reagieren und Gegenmaßnahmen veranlassen. Dies versetzt Planer in die Lage, auch angesichts unübersichtlicher Situationen souverän zu agieren und immer die bestmögliche Entscheidung zu treffen.

Der Hersteller von Premium-Hautpflegeprodukten BABOR setzt bereits heute auf intelligente Prognosesysteme, die eine integrierte Planung und Steuerung der gesamten Supply Chain ermöglichen. Ihre Algorithmen koordinieren alle Abläufe in den Bereichen Produktions-, Beschaffungs- und Absatzplanung und stimmen diese ganzheitlich aufeinander ab.

2. Höhere Transparenz durch Blockchain-Technologie

Die Blockchain-Technologie bezieht sich nicht mehr nur auf die Kryptowährung Bitcoin, sondern ist auch für die Logistik attraktiv. Durch die dezentrale Datenspeicherung schützen Blockchains Informationen und machen Manipulation nahezu unmöglich.

Da jede Transaktion die nächste bedingt und dies in einer Historie nachvollziehbar ist, sind Blockchains transparent für alle Beteiligten. Sie registrieren Fehler sofort. Vervollständigend stoßen sogenannte „Smart Contracts“ Handlungen oder Zahlungen selbst an. Diese via Software erstellten Vereinbarungen enthalten Bedingungen, die – über herkömmliche Verträge hinausgehend – eigenständig Aktionen auslösen, wenn bestimmte Tätigkeiten ausgeführt wurden oder nicht.

Bestandsverantwortliche können so etwa direkt auf eine falsche oder verloren gegangene Lieferung reagieren, Finanztransaktionen autorisieren oder stoppen und Waren erneut bestellen oder stornieren. Gleichzeitig wird die Rückverfolgbarkeit wesentlich einfacher. Eine optimale Ergänzung für interne KI-Anwendungen.

3. Daten via Plattformen teilen und Prognosen verbessern

Digitale Plattformen wie Uber oder Airbnb sind schon seit mehreren Jahren erfolgreich – und dass, ohne eigene Produkte anzubieten. Ein Konzept, das sich auch die Logistik zu Nutze machen kann.

Wenn Unternehmen derselben Branche etwa ihre Bestell- und Absatzinformationen auf einer gemeinsamen Plattform teilen, profitiert jedes einzelne von der verbesserten Datenlage. Denn ähnliche Produkte weisen meist auch ein ähnliches Verbrauchsverhalten auf und unterliegen den gleichen Konditionen. Die Konsumgüterbranche oder auch das C-Teile Management zeigen diese Parallelen im Absatzverhalten beispielsweise sehr deutlich.

Ein intelligenter Prognosealgorithmus, der das Absatzverhalten der Artikel nicht nur eines Portfolios, sondern mehrerer beobachtet, wird verlässlichere Ergebnisse erzielen. Auf deren Basis kann er Disponenten genauere Handlungsempfehlungen zur Verfügung stellen. Perspektivisch müssten Unternehmen nicht einmal mehr selbst nach gefragten Datenanalysten suchen. Stattdessen verlagert sich die nötige Daten- und digitale Entscheidungskompetenz hin zu den Lösungsanbietern, die in Zukunft zu holistischen Dienstleistern werden könnten.

4. Logistik-Marktplätze und prognosebasierte Distribution

Vergleichsportale für den häuslichen Stromanbieter oder die günstigste Autoversicherung sind schon lange etablierte Geschäftsmodelle. Für die Logistik könnte sich das Vergleichen von Logistikdienstleistern in Zukunft als zunehmend lohnenswert herausstellen.

In Hinblick auf Qualität, Schnelligkeit und Lieferstrecken leisten Logistik-Marktplätze eine Entscheidungshilfe und Beschaffungsprozesse können noch stärker optimiert werden. Was die zu bestellende Menge betrifft, werden Absatzprognosen zukünftig eine noch höhere Bedeutung erhalten. Global Player wie Amazon liefern Waren künftig schon in Richtung Kunde, bevor der seine Bestellung überhaupt ausgeführt hat. Möglich macht dies Big Data.

Denn aufgrund bestimmter Persönlichkeitsmuster des Kunden, die Amazon natürlich vorliegen, werden die vermutlich bald bestellten Waren schon einmal in das nächste Versandzentrum der Zieladresse gebracht. Nach Bestellung erfolgt die Lieferung damit umso schneller. Dieses Prinzip des „Anticipatory Shipping“ möchte Amazon sich sogar patentieren lassen und ist definitiv ein wichtiges Zukunftsthema auch für Großhändler und mittelständische Unternehmen.

Fazit

Diese Trends werden die Logistik und das Supply Chain Management nachhaltig verändern – vielleicht nicht bereits in 2019, aber dennoch sicher in absehbarerer Zukunft. Denn ohne intelligente IT-Systeme und mehr Sicherheit werden sich Lieferketten bald nicht mehr effizient steuern lassen. Blockchains werden dazu beitragen, jeden Schritt entlang der Supply Chain transparenter abzubilden.

KI-Systeme werden Planungsprozesse verbessern und Unternehmen somit befähigen, gegen starke Konkurrenten – vor allem im Onlinehandel – anzustehen. Eine noch schnellere Belieferung kann durch gute Prognosen über das Verkaufsverhalten und eine vorzeitige Lagerung in der Nähe des Kunden ermöglicht werden.

Großes Potenzial sehe ich in den neuen, plattformbasierten Geschäftsmodellen und kann Unternehmen daher nur raten, eine Offenheit für das Teilen von Informationen zu entwickeln und sich in 2019 intensiv mit Innovationen in diesem Bereich auseinanderzusetzen.

Autor: Peter Frerichs, Leiter Geschäftsbereich Inventory & supply Chain, Inform

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Autor: Dörte Neitzel

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