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70 Prozent der Unternehmen von Produktpiraterie betroffen

70 Prozent der Unternehmen von Produktpiraterie betroffen

29.04.2016

70 Prozent der Unternehmen von Produktpiraterie betroffen

Der geschätzte Schaden für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau beträgt 7,3 Milliarden Euro jährlich, die meisten Plagiate kommen aus China.

Der Schaden durch Produktpiraterie ist im vergangenen Jahr zwar zurückgegangen, beträgt aber immer noch 7,3 Mrd Euro. Zum Vergleich: Ein Umsatz in derselben Höhe würde der Branche knapp 34.000 Arbeitsplätze sichern.

 83 Prozent der Unternehmen zeigen mit dem Finger nach China

China ist als Herstellungsland auf einen neuen Höchstwert von 83 Prozent geklettert, ein Zuwachs um 11 Prozent. Dieser unrühmliche Rekord zeigt die unverminderte Notwendigkeit, nicht nur Maßnahmen gegen Produktpiraterie zu beschließen, sondern diese auch mit Nachdruck umzusetzen.

 Die wichtigsten Ergebnisse der VDMA Studie Produktpiraterie 2016 im Überblick.

• Gefahrenpotenzial: 48 Prozent sehen durch Plagiate den Anlagenbetrieb in Gefahr, erschreckende 39 Prozent berichten von Gefahren für den Menschen (z.B. auf Kundenseite in der Nahrungsmittelindustrie oder bei Industriearmaturen)

• Die Volksrepublik China ist mit 83 Prozent (+11 Prozent) weiterhin unangefochten auf Platz 1 der Herstellungsländer. Auf dem zweiten Platz folgen erneut Plagiate aus Deutschland mit 24 Prozent (+1 Prozent). Indien ist mit 19 Prozent (±0 Prozent) nach 2012 wieder auf dem dritten Platz geklettert.

• Die am stärksten betroffenen Branchen im Maschinen- und Anlagenbau sind:

  1.  Motoren und Systeme (92 Prozent)
  2. Kunststoff- und Gummimaschinen (92 Prozent),
  3. Textilmaschinen (91 Prozent).

• Der Wettbewerber wird von 76 Prozent (+5 Prozent) der Unternehmen mit Abstand am häufigsten als Plagiateure/Auftraggeber genannt. Dahinter folgen mit 27 Prozent Underground Factories. Das Phänomen „Kunden als Plagiateure“ ist um sieben Prozent auf nun 16 Prozent (-7 Prozent) zurückgegangen.

• Reverse Engineering ist mit 69 Prozent die meistgenannte Ursache von Plagiaten, gefolgt von Know-how-Abfluss, z.B. durch ehemalige Mitarbeiter, mit32 Prozent. Von Industriespionage berichten immerhin 13 Prozent der Unternehmen.

• Komponenten sind mit 62 Prozent die beliebtesten Plagiate, Designplagiate sehen knapp die Hälfte der Betroffenen (47 Prozent). Der Nachbau ganzer Maschinen ist dagegen um 10 Prozentpunkte zurückgegangen (41 Prozent).

• Große Enttäuschung herrscht bei der Unterstützung im Ausland. Gegenüber Behörden sehen 87 Prozent und bei ausländischen Messen 81 Prozent eine ungenügende Hilfe. Stellung dazu nimmt in dieser Studie die Messe Frankfurt.

• 39 Prozent der Unternehmen, die keine technischen Schutzmaßnahmen einsetzen, sind diese einfach zu teuer. 30 Prozent der Unternehmen ist die Vielfalt zu groß.

 Foto: Thomas Reimer/Fotolia.de

Autor: Dörte Neitzel

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