Anteil von Elektrofahrzeugen in deutschen Fuhrparks wächst rasant

Bild: Volkswagen

11.07.2019

Anteil von Elektroautos in deutschen Fuhrparks wächst rasant

In Deutschland setzen erst 20 Prozent der Unternehmen auf Elektromobilität. Doch E-Fahrzeuge werden immer wichtiger und ihr Anteil an den Flottenfahrzeugen steigt rasant.

Avrios, Anbieter einer SaaS-Plattform für automatisiertes Fuhrparkmanagement, hat den Anteil und die Verteilung von Fahrzeugen mit Elektroantrieb in den Flotten deutscher Unternehmen analysiert.

Laut der Studie finden sich Elektrofahrzeuge aktuell bei neuen Mobilitätsanbietern, lokalen Dienstleistern, Logistik-Firmen, bei Firmen mit ausgeprägten ökologischen und sozialen Werten und branchenübergreifend bei solchen, die E-Autos zu technischen Testzwecken einsetzen oder neue Geschäftsmodelle testen. Ihr Anteil wuchs in den Flotten, die E-Autos einsetzen, von 2016 bis 2018 um 170 Prozent.

Gemittelt über alle Fuhrparks bleibt der E-Auto-Anteil niedrig

Avrios hat 700 Fuhrparks untersucht, um zu ermitteln, welche Unternehmen heute in Deutschland Elektrofahrzeuge einsetzen und wie hoch der Anteil an der gesamten Flotte jeweils ist. Demnach liegt der Gesamtanteil von Elektrofahrzeugen in Fuhrparks erst bei einem Prozent.

Die Fuhrparks mit Elektrofahrzeugen lassen sich in drei Gruppen aufteilen, und zwar in Cluster mit 80 Prozent, mit zehn bis 20 Prozent sowie mit einem bis zwei Prozent Elektro-Anteil.

Car-Sharing-Anbieter und Liefer-Services mit kurzen Wegen liegen vorn

Bei Unternehmen mit einem sehr hohen Anteil von durchschnittlich 80 Prozent handelt es sich um neue Mobilitätsanbieter, wie etwa Car-Sharing-Firmen oder Autovermieter mit einem Fokus auf elektrischen Fahrzeugen. Auch lokale Dienstleister mit kurzen Fahrtwegen wie Liefer-Services oder Anbieter technischer Services nutzen E-Autos intensiv.

Anteil der E-Autos an deutschen Fuhrparks wächst rasant.

Bild: Volkswagen

Elektroantrieb aus ideellen Gründen und für spezifische Aufgaben

Ein Anteil von zehn bis 20 Prozent findet sich branchenübergreifend in Unternehmen mit ausgeprägten umweltorientierten oder sozialen Werten, bei denen ideelle Gründe im Vordergrund stehen. So findet sich in der Studie unter den dazugehörigen Unternehmen etwa eine Baufirma mit Fokus auf Solarenergie, eine Behindertenwerkstatt und ein IT-Unternehmen aus dem Bereich Smart Metering.

Zu diesem Cluster gehören auch Logistik-Firmen, die Gabelstapler einsetzen – und zwar konsequent elektrisch: In diesem Segment sind fast 100 Prozent E-Stapler im Einsatz.

Elektromobilität testen und Erfahrungen sammeln

Zur Gruppe mit einem kleinen E-Anteil von ein bis zwei Prozent gehören große Firmen, die Erfahrungen mit der Elektromobilität sammeln wollen, wie OEMs oder OEM-Zulieferer. Hier sind in der Regel zehn bis 50 elektrische Fahrzeuge vorhanden.

Eingesetzt werden sie in erster Linie für technische Testzwecke. Versicherungsunternehmen und IT-Firmen testen mit Hilfe von E-Autos hingegen neue Geschäftsmodelle.

Geringe Reichweite und hohe Kosten

Der Anteil an elektrischen Fahrzeugen in deutschen Flotten ist innerhalb von zwei Jahren um 170 Prozent gestiegen.

Dennoch setzt mit 80 Prozent die Mehrzahl der deutschen Unternehmen noch gar keine elektrischen Fahrzeuge in ihren Flotten ein. In der Befragung gaben sie folgende Gründe für die Zurückhaltung an: Entweder schätzen sie die Reichweite für die benötigten Zwecke als nicht ausreichend ein oder die Kosten als zu hoch.

 

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Autor: Dörte Neitzel

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