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Automatisierung schafft mehr Jobs als sie vernichtet

Erstellt am 9. Januar 2019

Automatisierung schafft mehr Jobs als sie vernichtet

Eine Studie weist nach, dass durch die Automatisierung  in den vergangenen zehn Jahren mehr Jobs geschaffen als vernichtet wurden. Unter anderen Voraussetzungen wäre die Bilanz jedoch schlechter ausgefallen, so die Forscher.

Die Automatisierung hat im vergangenen Jahrzehnt für den Verlust von 1,6 Millionen Jobs in Europa gesorgt. Gleichzeitig sind jedoch doppelt so viele Arbeitsplätze neu entstanden, so dass unterm Strich 1,5 Millionen zusätzliche Stellen geblieben sind. Das ist das Ergebnis einer bislang noch unveröffentlichten Studie von Terry Gregory vom Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Arbeitsplätze in der Produktion wegrationalisiert

Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Online-Ausgabe berichtet, soll die Automatisierung zwischen 1999 und 2010 vor allem in der Produktion viele Arbeitsplätze gekostet haben. Das hätte 1,6 Millionen Arbeitsplätze vernichtet. Nach den ursprünglichen Plänen der Unternehmen hätten es sogar dreimal so viel sein sollen.

Doch Roboter und Computer hatten es ermöglicht, Waren effizienter zu produzieren. Diese wurden dann von Konsumenten stärker nachgefragt, was wiederum neue Job geschaffen hat – insgesamt drei Millionen, rechnen Gregory und seine Kollegen vor. Doch die Jobs in Fabriken blieben verloren. Neue entstanden im Dienstleistungssektor, etwa in der Pflege oder in der Logistik.

Gute Ausbildung Voraussetzung für Umschulungen

Allerdings lassen sich die Jobs nicht einfach so aufrechnen, denn diejenigen, die ihre Stelle verlieren, können nicht immer 1:1 in neue Bereiche übernommen werden. Das zeige sich laut der Studie vor allem in Ländern wie der USA, Großbritannien oder Australien, wo die Grundausbildung schlechter ist als hierzulande und wegrationalisierte Industriearbeiter daher schlechtere Voraussetzungen für Umschulungen hätten. Daher hätte die Automatisierung diese Länder in der Vergangenheit auch schwerer getroffen als zum Beispiel Deutschland.

Wie die SZ schreibt, übe jeder vierte Deutsche einen Beruf aus, der sich überwiegend von Maschinen erledigen lasse. So ließen sich die zwei Millionen Arbeiter in der Lagerwirtschaft, die Lkw oder Bus fahren, künftig durch autonome Fahrzeuge ersetzen. “Die Mitarbeiter müssen sich weiterbilden, die Firmen umschulen”, zitiert die SZ Ökonom Gregory. Weg von Routine, hin zu analytischen, sozial interaktiven Tätigkeiten, das sei die Transformation, die Volkswirtschaften schaffen müssten

Wichtig ist, wem die Unternehmen gehören

Ein wichtiger Aspekt bei den Auswirkungen der Automatisierung ist jedoch auch die Besitzstruktur der Unternehmen, die automatisieren. Laut Terry Gregory erzeugen Roboter & Co. einen Gewinnzuwachs, der den Unternehmen zugute kommt. Gehört das Unternehmen Inländern, sorgen sie mit ihrer Nachfrage hierzulande auch wiederum für neue Jobs.

Gehört ein Unternehmen jedoch komplett ausländischen Eignern, fließen diese Gewinne dann ins Ausland und sorgen dort für Nachfrage. Gregorys Modell zeigt, dass in Europa 300.000 Stellen weniger entstanden wären, wären die Gewinne in den letzten Jahren ins Ausland abgeflossen.

Modell auf Zukunft übertragbar?

Fraglich ist, ob das Gregory-Modell auf die Zukunft übertragbar ist. Kritiker meinen nein, denn künftige Roboter, Computer und Algorithmen könnten auch anspruchsvollere Dienstleistungen verrichten. So würden aus verbilligt hergestellten Produkten und der zusätzlichen Nachfrage keine neuen Jobs entstehen, da diese dann ebenfalls von Maschinen erledigt werden könnten.

Terry Gregory ist da optimistischer: “Solche Horrorszenarien gab es in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder”, sagt er in der Süddeutschen Zeitung. Zwar bringe etwa die Künstliche Intelligenz sehr viel Neues mit sich, aber solche Technologien verbreiteten sich langsamer als gedacht. Die Menschen hätten Zeit genug, sich daran anzupassen.

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[1] Diese Berufe können Roboter am ehesten übernehmen: https://www.technik-einkauf.de/news/diese-berufe-koennen-roboter-am-ehesten-uebernehmen/

[2] Hier arbeiten die meisten Roboter: https://www.technik-einkauf.de/news/maerkte-unternehmen/hier-arbeiten-die-meisten-roboter/

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