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Beinbruch im Home-Office: Unfallversicherung muss nicht zahlen

Beinbruch im Home-Office: Unfallversicherung muss nicht zahlen

08.07.2016

Beinbruch im Home-Office: Unfallversicherung muss nicht zahlen

Wer im Home-Office arbeitet, genießt nicht den kompletten Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Die Arbeit im Home-Office bietet nicht nur Vorteile: Das musste eine Frau aus Mainz feststellen, die einen Sturz auf ihrer Treppe als Arbeitsunfall geltend machen wollte. Dieser hatte sich ereignet, als sie vom Büro im Dachgeschoss in die Küche ging, um sich ein Glas Wasser zu holen. Dabei stolperte sie und verletzte sich. Die Frau war nach Absprache mit ihrem Arbeitgeber von ihrem heimischen Büro aus tätig.

Die Unfallkasse verweigerte eine Zahlung mit der Begründung, dies sei kein Arbeitsunfall. Bei Heimarbeit gebe es keinen Grund, Wege zur Nahrungsaufnahme unter Versicherungsschutz zu stellen, urteilten die Richter in erster Instanz. Das rheinland-pfälzische Landessozialgericht kam in zweiter Instanz hingegen zu dem Schluss, es sei sehr wohl ein Arbeitsunfall, weil sie ihr Büro nur über die heimische Treppe erreichen könne und die Nahrungsaufnahme dem Erhalt ihrer Arbeitskraft gedient habe. Es könne nicht sein, dass Heimarbeitnehmer schlechter gestellt würden als jene, die in den Unternehmensräumen arbeiteten.

Die Richter am Bundessozialgericht in Kassel entschieden nun gegen die Dame aus Mainz. Sie kamen zu dem Schluss, dass der Gang über die häusliche Treppe kein “Betriebsweg” ist. Die Küche – und der Weg dorthin – zählten nicht zum Arbeitsplatz, sondern zum persönlichen Lebensbereich.

Die der privaten Wohnung innewohnenden Risiken hat auch nicht der Arbeitgeber, sondern der Versicherte selbst zu verantworten”, heißt es in dem Urteil (Az.: B 2 U 5/15 R). Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung könnten sehr wohl in Firmen auf Unfallverhütung und Gefahrenverminderung achten. In Privatwohnungen von Mitarbeitern seien solche Vorsorgemaßnahmen kaum möglich. Deshalb müssten die gesetzlichen Versicherungen die Kosten für Unfälle im Privatbereich nicht übernehmen.

Foto: Pix4U/Fotolia.de

 

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Autor: Dörte Neitzel

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