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Bergbauunternehmen Vale: Manager wussten von kaputtem Damm

Bild: Vale

05.03.2019

Bergbauunternehmen Vale: Manager wussten von kaputtem Damm

Das brasilianische Bergbauunternehmen Vale wusste bereits Monate vor dem Dammbruch Ende Januar von Problemen mit dem betroffenen Damm. Es wurden allerdings die falschen Konsequenzen gezogen.

Bereits Anfang Oktober 2018 soll der brasilianische Bergbaukonzern Vale von einem erhöhten Einsturzrisiko eines Rückhaltedamms in seiner Mine im Bundesstaat Minas Gerais gewusst haben. Das besagt ein interne Bericht vom 3. Oktober 2018 schreibt die Webseite Tagesschau.de unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Reuters.

Danach war die Gefahr eines Dammbruchs doppelt so groß wie es die internen Richtlinien das zulassen. Trotzdem sei der Betrieb einer Kantine direkt unterhalb des Damms nicht eingestellt worden.

Prüfer wegen Kritik am Damm gefeuert

Nach Informationen von Spiegel Online hatte die Prüffirma Tractebel, ein Tochterunternehmen des französischen Energieversorgers Engie, den Damm als nicht sicher eingestuft und eine Sicherheitsbescheinigung verweigert. Daraufhin hatte Vale der Inspektionsfirma gekündigt.

Als Begründung nannte Vale “Abweichungen bei den verwendeten Kriterien, um geotechnologische Sicherheit zu bewerten”. Das alles sollen Unterlagen der entsprechenden Strafverfolgungsbehörden belegen.

TÜV Süd als Ausputzer

Um das begehrte Sicherheitszertifikat zu erhalten, griff Vale auf den deutschen TÜV Süd zurück, der den Damm genehmigte. Allerdings hat auch das in München ansässige Zertifizierungsunternehmen mittlerweile die Zusammenarbeit mit Vale auf Eis gelegt. In einer offiziellen Erklärung heißt es, dass “eine erhöhte Unsicherheit darüber (besteht), ob das bestehende System der DCEs (Declaração de Condição de Estabilidade da Barragem) eine zuverlässige Aussage über die Stabilität von Dämmen liefern kann”.

“In Anbetracht dieser Sicherheitsbedenken” sieht sich die brasilianische Tochter des TÜV Süd “nicht in der Lage, weitere DCEs und Berichte auszustellen, bis eine gründliche Überprüfung des Systems abgeschlossen ist”.

Giftiger Schlamm

Ende Januar 2019 war der Damm eines Rückhaltebeckens der Vale-Mine Córrego do Feijao nahe der Ortschaft Brumadinho gebrochen. Es ergossen sich rund zwölf Milloinen Kubikmeter giftigen Schlamms auf einer Fläche von rund 290 Hektar. Vermutlich kamen 300 Menschen bei dem Unglück ums Leben.

Mittlerweile sind der Chef des Bergbaukonzerns Vale sowie fünf weitere Führungskräfte zurückgetreten.

Das Unglück lenkt den Fokus erneut auf Nachhaltigkeit und Compliance in der Lieferkette, denn Deutschland bezieht mehr als 50 Prozent seinens importierten Eisenerzes aus brasiliansischen Minen. “Der Dammbruch zeigt, welch unfassbares Leid der Abbau von Rohstoffen verursachen kann”, sagte Jörg-Andreas Krüger vom WWF. “Auch deutsche Unternehmen tragen hierfür Verantwortung, wenn sie Rohstoffe aus solchen Bergwerken importieren.”

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Autor: Dörte Neitzel

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