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Verbesserte Working Capital-Performance in 2015

03.08.2016

Verbesserte Working Capital-Performance in 2015

Gegenüber dem Vorjahr konnten deutsche Großunternehmen im Geschäftsjahr 2015 ihr Working Capital, also ihr Umlaufvermögen, um 3,3 Prozent verbessern.

Die in der REL-Studie analysierten 124 produzierenden deutschen Unternehmen wiesen 2015 eine Kapitalbindungsdauer (Cash Conversion Cycle, CCC) von durchschnittlich 46,3 Tagen gegenüber dem Vorjahr mit 50,2 Tagen auf. Die in der aktuellen Studie untersuchten 23 produzierenden DAX-Unternehmen konnten zwar ihren CCC-Wert auf 49,7 Tage verbessern (2014: 51,3), lagen aber dennoch – gemessen am deutschen Unternehmensdurchschnitt – um 3,4 Tage schlechter.

Später zahlen, früher fordern

Insgesamt liegen immer noch knapp 981 Milliarden Euro an Liquiditätspotential brach – 2014 waren es noch über 1,1 Billionen Euro. Die Verbesserung um 1,7 Prozent lag vor allem daran, dass die europäischen Großunternehmen ihr Zahlungsverhalten geändert haben: Sie zahlen später, treiben aber ihre Forderungen schneller ein.

Trotzdem könnten durch eine Optimierung der Kenngrößen CCC, und DIO (Bestandsreichweite, Lagerhaltung) weitere erhebliche Liquiditäten erschlossen werden. Bei den 124 untersuchten deutschen Großunternehmen liegt dieses Potenzial bei 226 Milliarden Euro und bei den 23 DAX-Unternehmen beträgt die brachliegende Liquidität immerhin noch 165 Milliarden Euro.

Deutsche Unternehmen abgeschlagen

Im europäischen Vergleich der Working Capital Performance liegen die deutschen Unternehmen immer noch weit abgeschlagen: Der europäische Durchschnitt der 960 untersuchten Großunternehmen brachte es 2015 auf einen CCC-Wert von 38,2 Tagen. Damit liegt der europäische Durchschnitt 2015 also um 11,9 Tage besser als die durchschnittlichen deutschen Unternehmen.

Wie breit gefächert das Liquiditätspotential bereits erschlossen oder noch erschließbar ist, zeigt ein Blick auf einige deutsche Protagonisten der Schlüsselindustrien:

Autofirmen: Spitzenreiter ist Audi mit einer Kapitalbindungsdauer von 18 Tagen, gefolgt von BMW mit 30 Tagen. Volkswagen hat einen CCC-Wert von 52 Tagen, Daimler bildet das Schlusslicht mit 67 Tagen.

Autozulieferer: Unter den deutschen Unternehmen führt die Leoni AG mit 36 Tagen CCC, die Schweizer Autoneum Holding schafft es in 19 Tagen, Cash in Cash plus Profit umzuwandeln..

Chemie: Der Durchschnitt der deutschen Unternehmen konnte den CCC-Wert von 2014 auf 2015 um knapp zehn Prozent von 83 auf 75 Tage versbessern. Verbesserungsfaktoren waren dabei die um einen Tag verkürzte Bestandsreichweite sowie die um 3 Tage verlängerten Zahlungsfristen für Verbindlichkeiten. Mit 17 Tagen Kapitalbindungsdauer hält die Linde AG die Spitze, die SGL Carbon benötigt 153 Tage und liegt damit weit abgeschlagen.

Energieunternehmen: In dieser Branche lag der europäische Durchschnittswert der Kapitalbindungsdauer bei 11 Tagen. Die RWE AG erreichte 2015 einen CCC-Wert von 5 Tagen, während die EON SE eine Kapitalbindungsdauer 2015 von 36 Tagen aufwies.

Bild: trueffelpix/Fotolia.de

 

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Autor: Dörte Neitzel

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