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Bosch fertigt Brennstoffzellen für Lkw und Pkw in Serie

Bild: Daimler/CleanEnergy Partnership

30.04.2019

Bosch fertigt Brennstoffzellen für Lkw und Pkw in Serie

Bosch steigt in den Markt für mobile Brennstoffzellen ein. Bis 2030 sollen bis zu 20 Prozent aller Elektrofahrzeuge weltweit mit Brennstoffzellen angetrieben werden, so der Zulieferer.

Bosch steigt nach eigenen Angaben in den Markt für mobile Brennstoffzellen für Lkw und Pkw ein. Wesentlich dafür ist der Stack, der als Herzstück einer Brennstoffzelle Wasserstoff in elektrische Energie wandelt.

Zur Weiterentwicklung und Produktion von Stacks ist Bosch jetzt eine Kooperation mit dem schwedischen Hersteller von Brennstoffzellen-Stacks, Powercell Sweden AB, eingegangen.

Brennstoffzellen mit Partner

Die Vereinbarung sieht vor, dass beide Partner den Stack auf Basis der Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle (PEM) gemeinsam zur Serienreife weiterentwickeln und Bosch in Lizenz die Technik für den weltweiten Automotive-Markt in Serie fertigt. Der Stack soll spätestens 2022 auf den Markt kommen.

Für Bosch liegt im Geschäft mit mobiler Brennstoffzellen-Technik langfristig Potenzial in Milliardenhöhe. Bis 2030 werden nach Bosch-Schätzung bis zu 20 Prozent aller Elektrofahrzeuge weltweit mit Brennstoffzellen angetrieben.

Brennstoffzellen-Technik für Nutzfahrzeuge und Pkw

Die besten Chancen für einen breiten Einsatz der Brennstoffzellen-Technik sieht Bosch im Nutzfahrzeug-Markt. Die Flottenvorgaben der Europäischen Union für Lkw sehen bis 2025 eine Minderung der CO2-Emissionen um im Schnitt 15 Prozent, bis 2030 um 30 Prozent vor.

Dieses Ziel lässt sich nach Ansicht von Bosch nur mit einer zunehmenden Elektrifizierung des Antriebs erreichen. Die Brennstoffzelle spiele hierfür eine entscheidende Rolle.

Brennstoffzellen auch für Pkw

Ausgehend von den Nutzfahrzeugen sollen Brennstoffzellen-Antriebe von Bosch künftig dann auch vermehrt im Pkw zum Einsatz kommen. Dafür müssten jedoch sukzessive die Kosten für Brennstoffzellen-Systeme sinken. Größter Posten dabei ist der Stack. Dieser macht bis zu zwei Drittel der Gesamtkosten eines Brennstoffzellen-Systems aus.

Durch die Verbreitung der Technik am Markt will Bosch Skaleneffekte erzielen und an der Kostenschraube drehen. Sinken müssen die Kosten auch noch bei Wasserstoff. Aktuell wird der Energieträger hauptsächlich für industrielle Anwendungen hergestellt mit einem Kilogrammpreis von oft mehr als fünf Euro.

Mit steigender Produktion werde der Preis tendenziell aber fallen. Ein Kilogramm Wasserstoff enthält so viel Energie wie 3,3 Liter Diesel. Für 100 Kilometer benötigt ein 40 Tonner etwa neun bis zehn Kilogramm Wasserstoff.

Klimaneutrale Herstellung von Wasserstoff

Wasserstoff kann klimaneutral mit erneuerbarem Strom hergestellt werden. An der Optimierung dieses Prozesses arbeiten verschiedene Industrieunternehmen. Auch gibt es in Deutschland bereits ein kleines Wasserstoff-Tankstellennetz von über 60 Stationen – Tendenz steigend. Getankt wird Wasserstoff innerhalb weniger Minuten als hochkomprimiertes Gas.

In der Brennstoffzelle, von der mehrere zusammengeschaltet den Stack ergeben, reagiert der Wasserstoff mit Sauerstoff. Dabei entsteht – neben Wasser als Überbleibsel – elektrische Energie. Diese kann entweder zum Laden einer Batterie im Fahrzeug genutzt werden, oder sie treibt direkt den elektrischen Motor an.

Durch das flexible Kombinieren von zwei oder mehreren Stacks könnten OEMs ein Leistungsportfolio von Pkw bis schweren Lkw abdecken, so Bosch.

Wer ist Powercell?

Powercell stellt mit seinen 60 Mitarbeitern Stacks mit bis zu 125 Kilowatt Leistung her. Das 2008 als Ausgliederung der Volvo Gruppe gegründete Unternehmen mit Sitz in Göteborg liefert bereits Brennstoffzellen für den prototypischen Einsatz in Lkw und Pkw.

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Autor: Dörte Neitzel

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