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Chemie-Konzern Bayer wehrt Cyber-Attacke aus China ab

Erstellt am 5. April 2019

Chemie-Konzern Bayer wehrt Cyber-Attacke aus China ab

Der Chemie- und Pharmariese Bayer ist von Hackern angegriffen worden. Ein Schaden sei zwar nicht entstanden, allerdings führen die Spuren nach China.

Das Cyber Defense Center von Bayer hat nach Angaben des Unternehmens einen Hackerangriff durch die Gruppe „Winnti“ festgestellt. Der Angriff startete laut Bayer bereits Anfang 2018, der genaue Zeitpunkt der Attacke sei jedoch nicht festzustellen, so ein Sprecher.

Keine Aktivität der Angreifer

„Die infizierten Systeme hat unser Cyber Defense Center bewusst zunächst nicht bereinigt, um potenzielle Kommunikation der Angreifer analysieren zu können“, teilte das Unternehmen mit. Ende März 2019 seien dann alle Systeme bereinigt worden, bis dahin seien die Hacker nicht aktiv geworden.

Laut einem Bericht des Bayerischen und des Norddeutschen Rundfunks führen die Spuren nach China zur sogenannten Winnti-Gruppe. Eine entsprechende Schadsoftware fand sich auf den Bayer-Rechnern. Einen Datenverlust soll es jedoch nicht gegeben haben.

Nach Angaben von Bayer hatten die Hacker insbesondere Systeme an der Schnittstelle vom Intranet zum Internet sowie Autorisierungssysteme infiltriert. Datenjournalisten des BR hatten infizierte Rechner gefunden und daraufhin Bayer kontaktiert.

Ausspähen im Auftrag des chinesischen Staates

Die Hackergruppe Winnti soll im Auftrag des chinesischen Staates handeln, davon gehen IT-Experten und deutsche Sicherheitsbehörden aus. Sie vermuten auch, dass es dieselbe Gruppe ist, die 2016 den Stahlriesen ThyssenKrupp ausgespäht hatte.

Nach Recherchen von BR und NDR fand sich die Schadsoftware nicht nur bei Bayer, sondern auch bei mindestens drei anderen Unternehmen aus dem deutschen Mittelstand. Wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik mitteilte, seien die Firmen im Bereich Chemie, Maschinen- und Anlagenbau sowie Software tätig.

Experten der Deutschen Cyber-Sicherheitsorganisation DCSO, die von verschiedenen Unternehmen gegründet wurde, meinen, dass die von Winnti ausgepähten Unternehmen zu Chinas Plänen passen würden. Das Land will bis 2049 die größte Wirtschaftsmacht werden. „Von daher kann man davon ausgehen, dass da ein ganz gezielter Auftrag vom chinesischen Staat vorliegt“, so DCSO-Leiter Andreas Rohr in der Tagesschau. Zu 100 Prozent beweisen ließe sich das aber nicht.

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[1] Cyberattacke auf Aluminiumproduzent Norsk Hydro: https://www.technik-einkauf.de/news/cyberattacke-auf-aluminiumproduzent-norsk-hydro/

[2] Cybercrime: Krauss Maffei wird erpresst: https://www.technik-einkauf.de/news/cybercrime-krauss-maffei-wird-erpresst/

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