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China-Monopol: Erhöhte Lieferrisiken bei knapp der Hälfte aller Rohstoffe

Bild: Pixabay

08.08.2019

China-Monopol: Erhöhte Lieferrisiken bei knapp der Hälfte aller Rohstoffe

 Rund 42 Prozent aller von der DERA untersuchten Bergwerks-, Raffinade- und Handelsprodukte unterliegen erhöhten Lieferrisiken. Einer der Gründe ist die Rolle der Volksrepublik China als wichtigster Anbieter bei einer Vielzahl von Rohstoffen.

Die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) hat mit der „DERA-Rohstoffliste 2019“ jetzt einen neuen Monitoring-Bericht zur weltweiten Angebotskonzentration bei mineralischen Rohstoffen und Zwischenprodukten veröffentlicht.

China als Rohstoffmonopolist

Bei 24 der 53 untersuchten Bergwerksprodukte ist China mittlerweile größtes Förderland, bei elf weiteren Rohstoffen ist das Land unter den ersten drei Abbauländern zu finden. Noch signifikanter ist die Situation bei der Raffinadeproduktion. Bei 23 der 26 untersuchten Produkte dominiert das Land den Markt. Dies zeigt, wie bedeutend China für die internationale Rohstoffversorgung ist. Dazu gehören beispielsweise Gallium, Seltene Erden und Magnesium.

Australien holt bei Seltenen Erden auf

Im Vergleich zur „DERA-Rohstoffliste 2016“ zeigen sich sowohl bei den Bergwerks- als auch bei den Raffinadeprodukten allerdings einige kleine Veränderungen. So sorgte beispielsweise bei den Seltenen Erden die zusätzliche Bergwerksförderung in Australien und eine zunehmende Raffinadeproduktion in Malaysia für eine leicht rückläufige Marktkonzentration.

Doch trotz der zusätzlichen Produktion außerhalb Chinas hat das Reich der Mitte mit einem weltweiten Anteil von über 80 Prozent an der Bergwerksförderung und der Raffinadeproduktion weiterhin eine dominierende Position. Auch bei den untersuchten Handelsprodukten von Seltenen Erden hat China trotz der angestiegenen malaysischen Produktion mit rund 40 Prozent immer noch eine marktbeherrschende Stellung.

Metalle und Industrieminerale müssen importiert werden

Der Industriestandort Deutschland benötigt eine Vielzahl von Rohstoffen. Diese bilden das Grundgerüst einer komplexen Produktions- und Wertschöpfungskette. Damit dieses Räderwerk am Laufen gehalten wird, ist die deutsche Industrie auf eine sichere Rohstoffversorgung angewiesen. Doch in Deutschland selbst wird nur ein Teil der benötigten Rohstoffe gefördert, sodass deutsche Unternehmen – insbesondere bei Metallen und Industriemineralen – auf Importe angewiesen sind.

Deutschland unter Top-3-Einfuhrländern

Bei 73 von 217 untersuchten Handelsprodukten ist Deutschland weltweit unter den Top 3-Importeuren. Ob Eisenerz aus Brasilien, Aluminiumerz aus Guinea oder Nickelkonzentrate von den Philippinen – die Bezugsquellen sind genauso vielfältig wie die Rohstoffe selbst.

Komplexe und aufeinander aufbauende Lieferketten beinhalten außerdem immer das Risiko, dass diese unterbrochen werden können – mit gravierenden Auswirkungen für den Standort Deutschland.

Tonerde wird knapp

Jüngstes Beispiel ist das für die Alumininiumproduktion benötigte Alumina (Tonerde). Infolge einer Produktionskürzung im brasilianischen Aluminawerk Alunorte überstieg die Nachfrage das Angebot deutlich. In der Folge kletterte der Preis rasant. Deutsche Unternehmen mussten ihrerseits die Produktion drosseln, da eine ausreichende Versorgung mit Alumina nicht mehr gegeben war.

Um aus Sicht der deutschen Wirtschaft derartige potenzielle Preis- und Lieferrisiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Ausweichstrategien zu entwickeln, untersucht die DERA im Auftrag der Bundesregierung an Hand ihrer Rohstoffliste regelmäßig die weltweite Angebotslage von Metallen, Industriemineralen und Handelsprodukten. Analysiert werden potenzielle Preis- und Lieferrisiken für rund 300 Rohstoffspezifikationen

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Autor: Dörte Neitzel

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