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Conti und Bosch lieferten Autoteile mit zu hohem Bleigehalt

Erstellt am 12. August 2019

Conti und Bosch lieferten Autoteile mit zu hohem Bleigehalt

Continental und Bosch haben nach eigenen Angaben jahrelang elektronische Bauteile ausgeliefert, bei denen der Grenzwert des Bleigehalts überschritten war. Mit welchen Folgen?

Die Autozulieferer Continental und Bosch haben über Jahre elektronische Bauteile mit einem zu hohen Blei [1]gehalt verkauft. Conti habe die “geringfügige Überschreitung” der gesetzlichen Grenzwerte selbst festgestellt und den Tatbestand Anfang Juni den zuständigen Behörden gemeldet, so das Unternehmen. Auch Bosch soll jahrelang Komponenten geliefert haben, deren Bleigehalt über dem Grenzwert lag.

Bauteile für Leiterplatten und Kondensatoren

Unklar blieb zunächst, ob den betroffenen Autos ein behördlicher Rückruf droht. Wie die Bild am Sonntag berichtet, befinden sich die betroffenen Komponenten von Conti in Fahrzeugen nahezu aller Autohersteller auf der ganzen Welt. Es soll sich um mehrere Millionen Wagen handeln, die nach 2013 vom Band gerollt sind.

Conti kann die Zahl der betroffenen Fahrzeuge noch nicht abschätzen: Das Unternehmen prüfe dies in Zusammenarbeit mit seinen Kunden, zitiert der NDR einen  Sprecher. Die Bauteile seien vor allem seit dem Jahr 2016 in Leiterplatten zum Beispiel als Kondensatoren eingesetzt worden. Laut Conti handelt es sich um eine “geringfügige Überschreitung” der Grenzwerte. wie ein Sprecher gegenüber dem NDR sagte, gehe es um eine Bleimenge von durchschnittlich 0,0003 Gramm oberhalb des Grenzwertes.

Bosch machte zur Zahl und genauen Art der Produkte keine Angaben. Die Auslieferung potenziell betroffener Produkte sei jedoch gestoppt worden.

Keine gesundheitliche Gefahr

Das niedersächsische Umweltministerium hatte mitgeteilt, dass eine Gefahr für Mensch und Umwelt nicht bestehe. “Die betroffenen Komponenten sind fest in den Fahrzeugen verbaut und keinem Verschleiß ausgesetzt”, erläuterte die Behörde.

Zudem wies das Ministerium darauf hin, dass die gleichen Komponenten in Nutzfahrzeugen über 3,5 Tonnen legal verbaut werden dürften. Das Schwermetall Blei ist für die Umwelt nur dann gefährlich, wenn es sich in Verbindungen löst oder als Staub in die Atemluft gelangt.

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