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07.03.2018

Diesel-Urteil: Mittelstand rechnet mit Umsatzeinbußen in Millionenhöhe

Drohende Diesel-Fahrverbote bereiten den mittelständischen Unternehmen momentan große Sorgen. Umsatzeinbußen, Lieferprobleme, Mehrkosten für Umrüstung: die Auswirkungen  sind nicht unerheblich, wie die Kloepfel Group in einer Umfrage herausfand.

Der Mittelstand gilt als das Herz in der deutschen Wirtschaft. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, Dieselfahrverbote seien grundsätzlich rechtlich zulässig, könnte den deutschen Wirtschaftsmotor jedoch schwächen. Das ist das Ergebnis der stichprobenartigen Blitzumfrage der Kloepfel Group.

Unternehmen befürchten Lieferengpässe

Eine Sorge der 168 befragten Mittelständler sind drohende Lieferprobleme: Gut zwei Drittel (etwa 67 Prozent) der Befragten gaben an, dass sie mit Lieferschwierigkeiten für ihr eigenes Unternehmen rechnen, da ein Großteil der Lieferanten Dieselfahrzeuge nutze. 24 Prozent befürchten keine oder nur geringfügige Lieferprobleme, sollte ein Dieselfahrverbot eingeführt werden. Lediglich rund neun Prozent arbeiten bereits jetzt proaktiv an alternativen Möglichkeiten, um Lieferengpässen entgegenzuwirken.

Bei der Frage ob sich ein mögliches Dieselfahrverbot auch auf die Geschäfte auswirkt, zeigt sich ein zweigeteiltes Bild: mit 48 Prozent sehen zwar etwas weniger als die Hälfte der Befragten ihr Geschäft gefährdet, aber rund 52 Prozent rechnen mit Umsatzeinbußen in Millionen Höhe, sollte ein Dieselfahrverbot in Städten eingeführt werden. Nach der Umfrage könnte das die mittelständischen Unternehmen im Schnitt rund 1,5 Mio Euro kosten. Teilweise rechnen die Mittelständler mit Umsatzeinbußen von bis zu 15 Mio Euro.

Mittelstand glaubt nicht an Reduzierung der Emissionswerte durch Fahrverbot

Fragwürdig ist nach Meinung der Befragten auch, ob ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Städten die zu hohen Emissionswerte wirklich senken kann. Rund 77 Prozent der Teilnehmer verneinen dies, denn Dieselfahrzeuge seien nicht alleine für die zu hohen Stickstoffwerte verantwortlich. Lediglich 23 Prozent sehen alleine die alten Dieselfahrzeuge in der Verantwortung.
Jedoch fehle es nach Ansicht der teilnehmenden Unternehmen auch an alternativen Mobilitätskonzepten: so glauben 49 Prozent, dass sich weiterhin der Verbrennungsmotor in mittelständischen Firmen in der Beschaffung und Logistik bewähren wird, gefolgt vom Hybrid-Antrieb (46 Prozent). 34 Prozent sehen batteriebetriebene Antriebe als zukunftsweisend an, 28 Prozent Wasserstoff. Weniger beliebt sind demnach Gas (19 Prozent) und Plug-In Antriebe (13 Prozent).  Auch eine Umrüstung oder die Investition in neuere Fahrzeuge würde dem Mittelstand teuer zu stehen kommen: Im Schnitt rechnen die Befragten mit Mehrkosten in Höhe von 200.000 Euro.

Fazit

Duran Sarikaya, Geschäftsführer der Einkaufsberatung Kloepfel Consulting und Leiter des Bereichs Automotive rät Mittelständler dennoch zur Vorsorge: „Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass ein Dieselfahrverbot für den Mittelstand gravierende Folgen hätte. Mittelständische Unternehmen sollten dennoch jetzt proaktiv reagieren und ihre Beschaffungs- und Logistikprozesse so optimieren, dass Dieselfahrverbote die Supply Chain nur geringfügig beeinflussen.“

(Bild: Andrey_Popov-Shutterstock.com)

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