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Fachkraefte_osteuropa

23.11.2015

Fachkräfte in Osteuropa: Investitionen in Qualifikation notwendig

Dank erheblicher Einsparpotenziale bei den Lohnkosten sind osteuropäische Standorte für Mittelständler sehr attraktiv – noch. Denn mit den Löhnen steigen inzwischen auch die Investitionsbedarfe bei der Mitarbeiterqualifikation.

Das zeigen die Ergebnisse der neuen Studie „Fachkräfte in Osteuropa. Eine Bestandsaufnahme aus Sicht des deutschen Mittelstands“, einer gemeinschaftlichen Analyse der Unternehmensberatung ROI Management Consulting AG und des Magazins „Markt und Mittelstand“.

Anhand der Antworten von mehr als einhundert hochrangigen Entscheidern aus mittelständischen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen beleuchtet die Studie Erwartungen der Befragten an einen Standort in Osteuropa, stellt kulturelle Unterschiede dar und trifft Aussagen zur Zufriedenheit mit der Verfügbarkeit und der Qualifikation der Mitarbeiter. Im Fokus stehen dabei die Länder Polen, Rumänien, Slowakei, Tschechische Republik und Ungarn. Ergänzend zu den Befragungsergebnissen bietet die Bestandsaufnahme mit Best-Practice-Beispielen konkrete Impulse für die Auswahl und Weiterentwicklung eines Standortes in diesen Staaten.

Annäherung an den Westen

„Für die Studie wurden Mittelständler befragt, die im Schnitt seit fast 13 Jahren in Osteuropa tätig sind und entsprechend viele Erfahrungen beim Aufbau von Standorten sammeln konnten“, kommentiert Hans-Georg Scheibe, Vorstand der ROI Management Consulting AG, die Ergebnisse. „Dabei zeigen sich gravierende Unterschiede zwischen den Ländern: so hat sich beispielsweise die Tschechische Republik inzwischen stark westlichen Standards angenähert, etwa in Hinblick auf die Fähigkeiten technischer Fachkräfte. In Ungarn hingegen fällt es vielen Unternehmen schwer, auf Managementebene angemessen qualifizierte Mitarbeiter zu finden.“ Maßgeblich für die Entscheidung für oder gegen einen Standort in einem osteuropäischen EU-Staat sei aber nach wie vor das Lohnkostenniveau: 90 Prozent der befragten Mittelständler realisieren Einsparpotentiale im zweistelligen Prozentbereich, 60 Prozent sparen bei den Lohnkosten sogar zwischen 30 und 50 Prozent.

Weiter in die Ferne schweifen?

Die Aufbruchsstimmung in Richtung Osten hält sich bei den befragten Entscheidern dennoch in Grenzen: Die überwiegende Mehrheit von fast 80 Prozent will keine weiteren Niederlassungen oder Produktionsstätten eröffnen. „In Schlüsselindustrien wie dem Automobilbau steigt das Lohnkostenniveau bei Fachkräften rapide an. Das spüren jetzt auch viele Zulieferer aus dem Mittelstand, die ihren Kunden nach Osteuropa gefolgt sind“, erläutert Scheibe.

Schlechte Noten beim Qualifizierungsniveau

Die Zurückhaltung der Studienteilnehmer bei neuen Expansionsvorhaben lässt sich auch mit ihren Erfahrungen beim Thema „Mitarbeiterqualifikation“ erklären. So könnten nach Ansicht der Befragten sowohl das Angebot an Fach- und Führungskräften als auch deren Qualifikation besser sein. Negativ wird vor allem die Qualifikation von Managern in Osteuropa beurteilt– nur ein gutes Drittel schätzt diese als „gut“ ein. Immerhin jeder zweite Mittelständler vergibt diese Note aber für die Fähigkeiten von Technikern und Mitarbeitern in Administration und Verwaltung.

Autor: Kathrin Irmer

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