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Bei gebrauchter Netzwerktechnik muss einiges beachtet werden.

Bei gebrauchter Netzwerktechnik muss einiges beachtet werden.

14.03.2017

Gebrauchte Netzwerktechnik für Unternehmen: Vor- und Nachteile

Galt ökologisches Recycling gebrauchter Netzwerke und Endgeräte lange als unwirtschaftlich und obsolet, zeigen jüngste Entwicklungen Trends auf, die sich hin in Richtung Wiederaufbereitung gebrauchter Netzwerktechnik bewegen.

So verspricht die neue Zauberformel vom IT-Remarketing wachsendem ökologischem Gewissen von Unternehmen und Endverbrauchern verstärkt Rechnung zu tragen. Und so ganz nebenbei lässt sich bei der Anschaffung von gebrauchten aber hochwertigen Systemkomponenten bares Geld sparen. Doch: Beim Kauf recycelter Produkte heißt es aber auch, eventuelle Abstriche machen zu müssen. Denn entgegen allzu vollmundiger Versprechen mancher Remarketer lässt sich nicht nur Nutzen aus wiederaufbereiteter Hardware ziehen.

Dünner, leichter, schneller – und günstiger

IT-Remarketing ist der professionelle und umweltschonende Rückweg für gebrauchte IT-Systeme. Dabei steht das Konzept im IT-Sektor noch am Anfang. Die Wiederverwendung gebrauchter IT-Geräte erfährt jedoch langsam immer breitere Akzeptanz in den Köpfen privater Endverbraucher.

Wiederaufbereitete Hardware – sogenannte „Refurbished“-Geräte – wird mittlerweile verstärkt auch von IT-Abteilungen von Unternehmen angefragt. Dabei handelt es sich um gebrauchte Hardware, die von Re-Sellern aufgekauft, gereinigt und für ihren weiteren Einsatz aufbereitet wurde. Das schließt das Löschen alter, noch auf den Geräten vorhandener Daten mit ein. Je nach Anbieter werden für die aufbereiteten Geräte bis zu zehn Jahren Garantie auf generalüberholte Hardware eingeräumt.

Der Begriff „Refurbished“ ist die englische Bezeichnung für die Generalüberholung eines Artikels und meint prinzipiell das oben Beschriebene. Allerdings kann jeder Händler die Bezeichnung „generalüberholt“ anders auslegen. Aus diesem Grund sollte die Artikelbeschreibung zuvor genau durchgelesen werden.

Wer kauft generalüberholte IT?

Zielgruppe sind nicht nur Unternehmen und öffentliche Einrichtungen. Auch private Kunden dürfen sich über hochwertige IT-Produkte aus dem Business-Bereich zu Preisen freuen, die normalerweise für herkömmliche, nicht so langlebige und robuste Neuware investiert werden müsste.

Wer sich etwa an Kratzern und Gebrauchsspuren am Gehäuse von Notebooks, Tower, Desktop-PCs oder Monitoren nicht stört, darf sich über erschwingliche Preise freuen und trägt gleichzeitig seinem gewachsenen Umweltbewusstsein Rechnung. Dabei stehen besonders Markennamen, die für Qualität und Langlebigkeit garantieren, hoch im Kurs. Und bei Hardware-Komponenten gilt allgemein der Trend in Richtung „dünner, leichter, schneller“.

Was wird “wiederaufbereitet” und gelangt als Refurbished-Produkt auf den Second-Hand-Markt?

Viele große Unternehmen sortieren ihre meist auf Leasing erworbenen Geräte (alle zwei bis drei Jahre) aus ökonomischen oder unternehmensspezifischen Gründen aus. Oftmals handelt es sich bei Refurbished-Geräten um Rückläufer bei den Herstellern. Schwerpunkt dabei sind auslaufende Leasingverträge oder angestrebte Modellwechsel mit Wechselprämie für den Kunden. So kann ein Produkt mit neuester Technik günstiger erworben werden, weil das alte als Rückläufer verrechnet wird. Der Rückläufer wird dann generalüberholt und als refurbished wieder zum Kauf angeboten.

Einige Firmen müssen aus steuerlichen Gründen oder auf Grund von Firmenrichtlinien ihren Produktpark in regelmäßigen Intervallen erneuern. Auch werden Netzwerke und ihre Komponenten in stark expandierenden Betrieben regelmäßiger ausgetauscht, um der wachsenden Auslastung durch erhöhte User-Frequentierung technologisch gerecht werden zu können.

Unternehmen in hochinnovativen, techniklastigen Branchen wie etwa Telekommunikationsfirmen unterliegen einem hohen Modernisierungsgebot und sind darauf angewiesen, stets die neueste Technik zur Hand zu haben, um konkurrenzfähig zu bleiben. Daher sind in einigen Branchensegmenten Gerätewechsel-Zyklen kürzer als in anderen Bereichen.

Wer recycelt?

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Betrieben am Markt, die sich darauf spezialisiert haben, Geräte wie Laptops, Computer, Server oder Smartphones mit oder ohne Fehler gezielt aufzukaufen, technisch zu warten und diese dann zu günstigen Preisen anzubieten. Dabei werden üblicherweise gängige Verschleißteile und bekannte kurzlebige Bauteile gegen neue, langlebigere Bauteile ersetzt. Eine Reihe von Betrieben stellen dabei keine reinen Recycling-Unternehmen dar, sondern arbeiten ausschließlich mit professionellen IT-Entsorgungs-Unternehmen zusammen.

In größeren Städten lassen sich mittlerweile sogar Shops finden, die ausschließlich “Refurbished”-Ware anbieten. Eine Vor-Ort-Beratung, direktes Ausprobieren und Testen der Ware bietet dabei einen enormen Kundenvorteil.

Der Umwelt zuliebe

Die Wegwerfgesellschaft betrifft insbesondere Elektronikprodukte, deren Lebenszyklen immer kürzer werden. Dabei helfen Werbekampagnen kräftig mit, wenn sie Usern suggerieren, dass immer nur die neuste Technik mit immer schnelleren Prozessoren und mehr Speicherleistung benötigt wird.

Viele IT-Komponenten gerade im Home-Bereich und normalen Bürobetrieb werden jedoch nicht voll ausgelastet und der volle Funktionsumfang außer Office- und Internetanwendungen eigentlich gar nicht benötigt. Die Mindestvoraussetzungen hierfür sind moderat und diese Komponenten günstig zu erwerben. Daher lohnt sich ein Blick auf refurbished-Systemkomponenten.

In der Ökobilanz von IT-Komponenten schlägt sich vor allem die Produktion negativ nieder, denn im Herstellungsprozess ist naturgemäß der Ressourcen- und Energiebedarf am höchsten. So verbraucht ein IT-Gerät bis zu 60 Prozent seines CO2-Verbrauchs in der Herstellung und beim Transport zu seinem Bestimmungort. Lediglich die restlichen 40 Prozent der Gesamtemissionen schlagen für die Nutzung zu Buche.

Die Vorteile für die Umwelt liegen dabei auf der Hand: Dadurch, dass die Produkte länger und ausgiebiger genutzt und erst dann einem umweltfreundlichen Recyclingprozess zugeführt werden, wenn sie nicht mehr repariert werden können, werden die Lebenszyklen elektronischer Geräte länger. Auf diese Weise wird dem Berg an Elektroschrott entgegengewirkt und die Umwelt geschont.

Die Kehrseite der Medaille

Die Reihe von Vorteilen kann jedoch nicht ganz die möglichen Nachteile von gebrauchten Produkten aufwiegen: Denn grundsätzlich müssen Käufer von wieder aufbereiteten Produkten Kompromisse eingehen, was den optischen Grad der Erhaltung angeht. Einmal verwendete Komponenten weisen entsprechende, nahezu unvermeidbare Gebrauchsspuren auf. Zwar handelt es sich lediglich um Schönheitsfehler, welche die Funktion nicht beeinträchtigen. Aber bei einem Neugerät kommen sie nun mal nicht vor.

Darüber hinaus ist die Technik von Marken-Refurbished-Produkten zwar in der Regel robust und langlebig, aber meistens nicht auf dem aktuellsten Stand. Nicht mit der neuesten Mode konform zu gehen, kann dann zum Problem werden, wenn modernste Produktmöglichkeiten gebraucht werden. In solchen Fällen sind ältere, recycelte Produkte eventuell der falsche Kompromiss.

Hinzu kommt, dass manche Wiederverkäufer nur Geräte mit aufgespielten Updates oder Clean-Installation anbieten. Der typische Endkunde jedoch möchte einschalten und loslegen, und nicht erst den Upgrade Prozess durchführen und danach noch gegebenenfalls nach passenden Treibern suchen müssen.

Was ist in der Zukunft zu erwarten?

Experten gehen davon aus, dass das Ende der Fahnenstange im Wachstum von IT-Remarketing noch nicht erreicht ist. Denn obwohl die Nachfrage im Vergleich zum gesamten Investitions-Volumen im IT-Markt eher gering ausfällt, besteht weiterhin hinreichend Wachstumspotential, da viele Entscheidungsträger in den Unternehmen solche Möglichkeiten noch gar nicht kennen oder bislang auf Grund von vielfach unbegründeten Vorbehalten dem Erwerb generalüberholter IT-Netzwerke und Systemkomponenten noch kritisch gegenüberstehen. Doch das wird sich mittel- bis langfristig ändern. Durch hohe Garantieleistungen, lange Garantiezeiten von bis zu zehn Jahren und letztlich konkurrenzlose Preise wird die steigende Nachfrage weiter anhalten.

Bild: pixabay.com © blickpixel (CC0 1.0)

Autor: Kai Wagner

Autor: Dörte Neitzel

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