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Gehalt 2016: Das verdienen Einkäufer in Österreich

Gehalt 2016: Das verdienen Einkäufer in Österreich

19.02.2016

Gehalt 2016: Das verdienen Einkäufer in Österreich

Branche, Alter, Geschlecht und Unternehmensgröße entscheiden über das Gehalt österreichischer Einkäufer. Keinen messbaren Einfluss hat dagegen der Professionalisierungsgrad der Einkaufsabteilung. Das ist das Ergebnis der Einkäufer-Gehaltsstudie 2016 in Österreich des Forum Einkauf im ÖPWZ und Penning Consulting.

Grundsätzlich gilt für österreichische Einkäufer: Wer älter ist, verdient mehr. Wer in einem größeren Unternehmen arbeitet, verdient mehr. Wer männlich ist, verdient deutlich mehr, fasst Stephan Penning, Studienleiter und Geschäftsführer von Penning Consulting, zusammen.

„Professionalisierung zahlt sich für Einkäufer nicht aus”

Einen Zusammenhang zwischen den Reifegraden von Einkaufsabteilungen – von einem einfachen, durch interne Bedarfsträger gesteuerten Einkauf bis hin zu einem hoch professionell geführten, teilautomatisierten Einkauf – und dem Gehaltsniveau über alle Hierarchieebenen hinweg konnte die Studie jedoch nicht nachweisen.

Im Durchschnitt beziehen Einkaufschefs ein Bruttojahresgehalt inklusive aller variablen Bestandteile in Höhe von 84.527 Euro, strategische Einkäufer 58.908 Euro, Facheinkäufer 46.152 Euro und Sachbearbeiter 39.775 Euro. Vor allem bei den Einkaufsleitern macht sich die Größe des Unternehmens, für das sie tätig sind, in ihrem Gehalt bemerkbar. So verdienen 78 Prozent der Chefeinkäufer in großen Unternehmen mit mehr als tausend Mitarbeitern mehr als 90.000 Euro, davon 44 Prozent sogar mehr als 120.000 Euro.

Gehaltslücke nach Unternehmensgröße

Bei kleineren Unternehmen sieht es anders aus: Liegt der Mittelwert bei großen Unternehmen bei 124.167 Euro, sind es bei kleinen Unternehmen 79.039 Euro. Damit entscheidet die Unternehmensgröße auf der Leitungsebene über eine durchschnittliche Gehaltslücke von rund 45.000 Euro.

Gehaltslücke nach Geschlecht

Eine ähnlich große Kluft tut sich auf, wenn man die Positionen nach Geschlechtern differenziert. So hat bereits im Jahr 2013, in der letzten Einkäufer-Gehaltsstudie, eine Differenz von 8.889 Euro zwischen männlichen und weiblichen Einkaufschefs bestanden. Diese hat sich noch einmal deutlich erhöht: Männer in der Führungsposition verdienen durchschnittlich 24.557 Euro mehr als ihre weiblichen Kolleginnen. Und das, obwohl es insgesamt auf der Ebene der Einkaufsleitung nur 9,3 Prozent Frauen gibt. Insgesamt beziehen männliche Einkäufer durchschnittlich ein Gehalt von 74.703 Euro, Einkäuferinnen nur von 52.840 Euro.

„In der Öffentlichkeit reden Unternehmen zunehmend über die Relevanz von Diversity, insbesondere von Frauen in der Wirtschaft. Dies erscheint als bloße Rhetorik, wenn man die Realität im Unternehmensalltag betrachtet. Diese ausgeprägte Gehaltsdifferenz ist sachlich nicht begründbar”, sagt Stephan Penning.

Gehaltsunterschied nach Branche

Deutliche Unterschiede lassen sich zudem in den Branchen feststellen. So liegt der Gehaltsdurchschnitt über alle Positionen hinweg in der Automobil- (97.011 Euro) und der Chemieindustrie (94.333 Euro) besonders hoch. In IT-Unternehmen (47.000 Euro) oder der öffentlichen Hand (43.800 Euro) wird deutlich schlechter vergütet.

Trotz der hohen Nachfrage nach Einkäufern auf dem Arbeitsmarkt, ist das Gehaltsniveau insgesamt über die letzten fünf Jahre nicht gestiegen. So verdienen Einkaufschefs mehr oder weniger das gleiche wie im Jahr 2011, strategische Einkäufer rund neun Prozent und Facheinkäufer nur drei Prozent mehr.

Foto: eyetronic/Fotolia.de

Autor: Dörte Neitzel

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