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In zwei von drei Ländern nehmen Pleiten 2019 zu

Bild: Pixabay

23.01.2019

In zwei von drei Ländern nehmen Pleiten 2019 zu

Einer Studie von Euler Hermes zufolge sollen die weltweiten Insolvenzen 2019 um sechs Prozent zunehmen. Besonders in China erwartet der Kreditversicherer eine neue Pleitewelle.

Export- und Lieferantenrisiken sind 2019 deutlich auf dem Vormarsch: In zwei von drei Ländern weltweit steigen die Insolvenzen. Global erwartet der Kreditversicherer Euler Hermes 2019 rund 6 Prozent mehr Insolvenzen als im vergangenen Jahr. Zu diesem Schluss kommt die Allianz-Tochter in ihrer aktuellen Insolvenzstudie.

China ganz weit vorn bei Insolvenzen

Die rote Laterne geht dabei erneut an China: Dort erwarten die Volkswirte für 2019 eine weitere Pleitewelle und einen Anstieg der Fälle um 20 Prozent (nach bereits einem massiven Anstieg um rund 60 Prozent im vergangenen Jahr). Aber auch in Westeuropa steigen die Insolvenzen 2019 um voraussichtlich 3 Prozent an. Haupttreiber bleibt im Zuge der Brexit-Unsicherheiten Großbritannien. Frankreich, Spanien und Italien verzeichnen 2019 jedoch ebenfalls steigende Pleiten.

Ende der fetten Jahre und des leichten Geldes

Wachstum und Nachfrage reichen also in zahlreichen Ländern und bei zahlreichen Unternehmen nicht mehr aus, um Produktions-, (Re-)Finanzierungskosten oder Investitionen im Zuge eines Strukturwandels zu decken.

Weitere Gründe sind das Ende des leichten Geldes, eine historisch hohe Verschuldung von Unternehmen, neue Insolvenzregeln oder, wie in China, die wesentlich größere Bereitschaft, Insolvenzverfahren auch anzuwenden. Zudem gibt es laut Studie eine “Extraportion” Insolvenzen in den Ländern, in denen in den letzten Jahren Neugründungen stark angestiegen sind. Viele dieser jungen Firmen schaffen es nicht.

Das sind die Klassenbesten

Deutschland stemmt sich mit einer Stagnation der Insolvenzen 2019 weiterhin gegen den Trend, zusammen mit den USA und den Niederlanden, die beide 2019 voraussichtlich ebenfalls gleichbleibende Fallzahlen verzeichnen.

Zu den „Klassenbesten“ gehören zudem Brasilien (-6%), Griechenland (-6%), die Tschechische Republik (-10%) und Ungarn (-11%). Auch Kolumbien (-10%), Portugal, Irland und Litauen (alle jeweils -5%) verzeichnen sinkende Fallzahlen. Allerdings sind die Pleitezahlen dort weiterhin auf einem historisch jeweils sehr hohen Niveau.

Insolvenzschäden werden größer

Die durchschnittlichen Schäden durch Insolvenzen haben sich in den letzten Jahren allerdings verdoppelt. Zudem sind deutsche Unternehmen aufgrund ihrer starken Exportorientierung von den weltweit steigenden Pleitezahlen besonders betroffen.

Bei erneuten Spannungen und Handelskonflikten gehören sie ebenfalls zu den größten Verlierern, insbesondere in der Automobilindustrie.
Ein großer Teil der deutschen Ausfuhren geht in andere europäische Länder – doch auch bei den vermeintlich „sicheren“ Nachbarn steigen Kreditrisiken an, allen voran in Großbritannien.

Brexit-Drama: Pleiten steigen um 9 Prozent, bei „No Deal“ sogar um 15 Prozent

Das Brexit-Drama schlägt sich zunehmend auf die britischen Unternehmen durch. Schon 2018 sind die Pleiten auf der Insel mit 12 Prozent überdurchschnittlich stark gestiegen. 2019 kommen weitere 9 Prozent hinzu. Auch ein “No Deal”-Brexit ist noch nicht vom Tisch. In diesem Fall wäre der Anstieg der Pleiten mit 20 Prozent noch größer. Das führt durch Dominoeffekte zunehmend auch in den Lieferketten zu Problemen.

In Frankreich, Italien und Spanien steigen Insolvenzen 2019 um voraussichtlich jeweils 2 Prozent an. In Frankreich hat sich dies in einigen Branchen bereits 2018 angekündigt mit sinkenden Gewinnmargen und zunehmenden Zahlungsverzögerungen. In Italien ist es die schwache Konjunktur, die Anlass zur Sorge gibt. Mit steigenden Insolvenzen nimmt der Druck auf Kredite und Banken im Laufe des Jahres nach Einschätzung der Studie zu.

In Skandinavien sind Insolvenzen ebenfalls auf dem Vormarsch und in Zentral- und Osteuropa kommen weitere Risiken hinzu: Durchschnittlich 4 Prozent mehr Insolvenzen erwarten die Volkswirte in der Region für 2019. Allen voran die Slowakei (+16%), Russland (+6%), Polen und die Türkei (je +5%), Rumänien und Bulgarien (je +3%).

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Autor: Dörte Neitzel

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