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Bild: Pixabay/Dijana Vu

13.08.2019

“Industrie muss sich um die eigene Rohstoffsicherung aktiv bemühen”

Das Thema E-Mobilität hat Unternehmen aufgezeigt, dass sich die Industrie um die eigene Rohstoffsicherung bemühen muss. Allerdings verlaufen die Wege dorthin angesichts von 60 verschiedenen Rohstoffen und hunderten von Zwischenprodukten sehr unterschiedlich.

Einkäufer verfügen laut Peter Buchholz, Leiter der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) seit langem über ein vielfältiges Instrumentarium, um ihre Rohstoffbezüge abzusichern. Neu daran ist, dass sich die Unternehmen immer häufiger die gesamte Lieferkette anschauen – auch dann, wenn sie eigentlich keine Primärrohstoffe importieren oder verarbeiten.

Fokus auf konfliktfreie Rohstoffe

Dies sei aber notwendig, um nicht durch Preisexplosionen und Lieferengpässe im Produktionsprozess kalt erwischt zu werden. Zunehmend richte sich der Blick der Einkäufer auch darauf, möglichst konfliktfreie Rohstoffe zu verwenden. Es bestehe sonst die Gefahr, wichtige Nachhaltigkeitsaspekte in der Supply Chain zu übersehen.

Der Abschluss von Abnahmeverträgen – den sogenannten Offtake Agreements – sei nach Aussage des DERA-Chefs derzeit das wichtigste Sicherungsinstrument für Einkäufer im Rohstoffbereich. Sich dabei gut aufzustellen, mit den besten Projektentwicklern und Rohstofflieferanten frühzeitig Partnerschaften einzugehen und Abnahmeverträge zu günstigen Preisen abzuschließen, sei die Kunst, die ein Einkäufer beherrschen müsse.

Das Interessante dabei sei, dass Verarbeiter in Deutschland nicht unbedingt der Abnehmer des eingekauften Rohstoffes sein müssen. Vielmehr ließen sich Primärrohstoffe über Vertragspartner in die Lieferkette bei Vorlieferanten einspeisen.

Vorteile von Offtake-Agreements

„Offtake Agreements werden zwischen Rohstoffunternehmen und Verarbeitern innerhalb der Lieferkette geschlossen. Der Vorteil für verarbeitende Unternehmen ist, dass der Rohstoffpreis für einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren festgelegt werden kann oder sich an einem vereinbarten Preisindex orientiert und die Ware erst bei Lieferung gezahlt wird. Kosten für die Lagerhaltung oder Investitionskosten entfallen“, erläutert Buchholz dem BME-Magazin BIP – Best in Procurement.

Offtake Agreements seien auch ein gutes Mittel, um neue Lieferanten aufzubauen, sprich sich zu diversifizieren. Sie seien zudem fester Bestandteil eines Finanzierungsplans für die Vorlieferanten. Das Rohstoffunternehmen könne sich damit leichter Geld am Kapitalmarkt für seine Projektfinanzierung beschaffen oder andere betriebliche Tätigkeiten wie Kapazitätserweiterungen finanzieren.

Buchholz: „Der Offtaker, also der Abnehmer, diversifiziert seine Lieferantenbasis und sichert damit einen Teil der benötigten Materialmengen zu fairen Preisen ab.“

Autor: Frank Rösch

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Autor: Dörte Neitzel

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