Anzeige
Anzeige
Japan-Katastrophe: Lieferketten vor der Zerreißprobe

21.03.2011

Japan-Katastrophe: Lieferketten vor der Zerreißprobe

LANDSBERG (ilk). Ein Bauteil eines japanischen Zulieferers fehlt: Bei Opel Eisenach unterbrachen die Verantwortlichen Montag und Dienstag die Produktion des Corsa. Das Schwesterwerk in Saragossa/Spanien stand ebenfalls einen kompletten Tag still.

Japanische Zulieferer versorgen nahezu alle wichtigen Autokonzerne sowohl mit Hochleistungsbatterien als auch mit Elektroteilen. Auch US-Autobauer General Motors meldet, eine Fabrik in Shreveport, Louisiana, wegen eines Engpasses an Bauteilen vorübergehend zu schließen. GM erhält unter anderem Getriebe für den batteriegetriebenen Chevrolet Volt von einem japanischen Zulieferer. Nach Einschätzung der Credit Suisse dürften wohl weitere Schließungen bevorstehen.

Dem schwedisch-chinesischen Autobauer Volvo dürfte im Laufe dieser Woche die Puste ausgehen. Etwa 10% seiner Teile bezieht die vom chinesischen Hersteller Geely vor einiger Zeit gekaufte Traditions-Automarke aus Japan. Sieben Zulieferer seien von der Katastrophe betroffen, sagte ein Volvo-Sprecher; vorwiegend im Elektronikbereich, etwa für Audio- und Navigationssysteme. Andere Hersteller haben bislang nur darauf hingewiesen, dass sie die Situation prüfen oder dass sie nicht betroffen seien, berichtet der Nachrichtendienst Dow Jones Newswires. Porsche etwa erwarte in dieser Woche noch keine Liefer-Engpässe. Für BMW sei es aktuell noch zu früh, um mögliche Probleme in der Lieferkette auszumachen.

"Der Wettlauf, ausreichend Kapazität für diese hochspezialisierten Teile zu finden, ehe die Lagerbestände erschöpft sind, ist sehr herausfordernd", beschreibt die ‚Automotive Group‘ des Marktforschers IHS Global Insight den Zustand. "Die Auswirkungen werden sich in den kommenden Wochen zeigen – es wird von mehreren Größen abhängen, wie schnell diese Dinge sich auswirken und wie schnell die Originalhersteller diese Lieferunterbrechungen überwinden können." Die Knappheit an Bauteilen dürfte die Produktion außerhalb Japans innerhalb von drei bis sechs Wochen beeinflussen, so die Marktforscher. Daimler-Chef Dieter Zetsche hält sich mit Prognosen zurück: "Welche Auswirkungen die Katastrophe in Japan mittelfristig auf die Weltwirtschaft hat, darüber lässt sich derzeit nur spekulieren."

Toyota selbst hingegen sieht kaum Auswirkungen auf den wichtigen europäischen Markt. Rund 90% der Teile stammten laut Pressebericht von lokalen Zulieferern; für die restlichen Bauteile sei die Produktion bereits wieder angelaufen. Auch Nissan und Honda kündigten am letzten Wochenende an, ihre Produktionen im Laufe dieser Woche wieder hochzufahren.

DruckenDrucken


Produkt der Woche

Produktneuheit | WEH® Flanschadapter für Gasstraßen

Produktneuheit | WEH® Flanschadapter für Gasstraßen

Als führender Hersteller in der Verbindungstechnik bietet WEH ein umfangreiches Produktprogramm an Schnellanschlüssen für Druck- und Dichtheitsprüfungen. Seit mehr als 40 Jahren entwickelt WEH innovative Schnelladapter und ist zuverlässiger Partner   [mehr...]

Präsentiert von:

Logo

 





Anzeige