Keine Fehlertoleranz: Scheitern im Job ist nicht erlaubt
14.05.2018

Keine Fehlertoleranz: Scheitern im Job ist nicht erlaubt

Knapp die Hälfte der Arbeitnehmer und Selbständigen in Deutschland befürchtet bei Fehlern negative Konsequenzen im Job. Das hat Auswirkungen auf Innovationen.

Bei der Mehrheit der deutschen Angestellten und Selbständigen machen sich Fehler im Job negativ bemerkbar. Das zeigt die Studie „So arbeitet Deutschland“ der Personalberatung SThree. Knapp die Hälfte der Befragten hat bei Misserfolg das Gefühl, die Anerkennung im Team zu verlieren. Bei 42 Prozent wird dieser negativ kommuniziert und 41 Prozent sehen ihr Scheitern als Hemmnis für die Karriere. Nicht verwunderlich also, dass eine deutliche Mehrheit in Deutschland mit der Fehlertoleranz ihres Arbeit- bzw. Auftraggebers unzufrieden ist.

Das Verständnis für die Wichtigkeit einer modernen Fehlerkultur scheint aber auch in Deutschland bereits angekommen zu sein. 66 Prozent wünschen sich, dass Scheitern Bestandteil von Weiterentwicklung und Fortschritt wird. Ein offenerer Umgang mit Fehlern – vor allem von Führungskräften – und die Ermutigung nach Misserfolgen haben für je 63 Prozent eine große Bedeutung. Ein negativer Einfluss auf die Karriere ist für 58 Prozent der Befragten ein No-Go.

Weniger Innovationen durch Angst vor Fehlern

Doch nicht nur für den einzelnen Mitarbeiter hat eine mangelnde Fehlerkultur negative Auswirkungen. Auch die Innovationskraft von Unternehmen leidet. 81 Prozent der Arbeitnehmer und Freelancer würden lieber bei einem innovativeren Arbeit- bzw. Auftraggeber arbeiten. Bei einem Drittel der Befragten werden innovative Vorschläge zwar gehört, aber kaum umgesetzt. Maßnahmen zur Förderung von Ideen vermissen 39 Prozent sogar gänzlich.

Mehr Unterstützung durch Führungskräfte

Arbeitnehmer und Freelancer wünschen sich Unterstützung durch ihre Vorgesetzten (57 Prozent), Kreativitäts- und Innovationstools (40 Prozent) sowie Zeit und Budget (je 38 Prozent) für die Ideenfindung und –umsetzung.

Ständige Weiterbildung wichtig

Wichtig, um Innovationen voranzutreiben, ist lebenslanges Lernen. Dies ist für 98 Prozent der Befragten wichtig oder sogar sehr wichtig. Und Deutschland scheint hier bereits auf einem guten Weg zu sein. Insgesamt 59 Prozent gaben an, dass ihr Arbeit- bzw. Auftraggeber mit Workshops, Seminaren und Co. kontinuierliche persönliche Weiterbildung fördert.

Bild: Korta/Fotolia.de

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