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Studie: Wie man weniger arbeitet und mehr leistet

Studie: Wie man weniger arbeitet und mehr leistet

03.07.2017

Studie: Wie man weniger arbeitet und mehr leistet

Eine Studie zeigt, welche Änderungen Arbeitgeber implementieren können, um die Ermüdung von Mitarbeitern zu reduzieren und gleichzeitig deren Produktivität zu erhöhen.

Mehr Leistung und schneller sein: Multitasking, Unterbrechungen von elektronischen Geräten und allgemeiner Arbeitsdruck sind Faktoren, die den Menschen das Gefühl geben nicht in der Lage zu sein, mal eine Pause einlegen zu können.

Eine Forschungsarbeit von Manel Baucells von der University of Virginia Darden School of Business zusammen mit Co-Autor Lin Zhao von der Chinese Academy of Sciences in Peking zeigt aber, warum Manager gut daran täten ihren Mitarbeitern mehr Pausen zu geben. Die Studie “It is time to get a rest”, ihre Produktivität steigert, dabei aber weniger arbeitet. Die Lösung: zu schauen, wie die Leistung am besten über den Tag verteilt werden kann. Denn verglichen mit Athleten, realisieren diese nicht kontinuierlich ihre Höchstleistung, während ein Arbeitgeber jedoch genau dies von seinen Angestellten verlangt.

‚Analoge‘ versus ‚binäre‘ Bedingungen

Bei Arbeitsplätzen, wo die Arbeit angepasst werden kann, fand man heraus, dass ein analoges ‚hoch-niedrig-hoch‘-Leistungsmuster der beste Weg ist, um Müdigkeit zu bewältigen. “Die Idee ist, den Tag mit maximaler Intensität zu beginnen und zu beenden, es in der Mitte aber etwas ruhiger angehen zu lassen”, sagt Baucells. “Für lange Arbeitstage sollten wir den ‚Marathon-Stil‘ anwenden: Die Dauer der maximalen Intensität wird kurz sein und die Idee ist, ein moderates Tempo während des Tages zu halten.”

Pausen als Investition in Produktivität

In einigen Jobs kann man keine Anpassung vornehmen. Angestellte, die eine Maschine führen oder im Restaurant oder Einzelhandelsgeschäft von der Kundenfrequenz abhängig sind oder geistige Aufgaben durchführen, die eine konstante Konzentration erfordern, müssen entweder 100 Prozent geben oder eine Pause machen, aber sie können nicht mit 25 Prozent arbeiten. In diesem binären ‚alles-oder-nichts’ Fall zeigen Baucells und Zhao, dass die beste Verteilung der Arbeiterleistung ist, den Tag mit aktiven Perioden zu beginnen und zu beenden, aber während des Tages Pausen zu nehmen. “Weit davon entfernt, unproduktiv zu sein, sollten solche Pausen als Investitionen in die zukünftige Produktivität angesehen werden, weil sie tatsächlich der Ermüdung entgegenwirken”, sagte Baucells.

Die Forscher haben dies am Beispiel von Prüfungen herausgefunden: Während zehnstündiges Arbeiten ohne Pausen in 15 bestandenen ‚Prüfungen‘ endete, erhöhte sich die Leistung auf 19 bestandene Prüfungen, wenn drei 45-minütige Pausen eingefügt wurden. Die Lektion ist klar: optimale Pausen reduzieren die Arbeitszeit und erhöhen die Leistung.

Folgen für den Arbeitsplatz

Die Auswirkungen der Studie wirken sich nicht nur auf unsere Gesundheit und Lebensqualität aus, sondern auch auf Firmen und die Wirtschaft. “Die Anreize von Unternehmen und Arbeitnehmern sind perfekt aneinander gekoppelt, wenn es darum geht, sich auszuruhen und Ermüdung zu bewältigen“, so Baucell. Weniger Ermüdung erhöhe die Produktivität, senke die Kosten für die Leistungssteigerung, erhöhe die Mitarbeiterzufriedenheit, verringere die Fluktuation und Fehlzeiten und erhöhe letztlich die Gewinne.

Bild: Minerva Studio/Fotolia.de

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Autor: Dörte Neitzel

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