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Kosten für Supply Chain unnötig hoch

Bild: DHL

03.05.2019

Kosten für Supply Chain unnötig hoch

Eine Studie zeigt, dass jeder zweite Logistikentscheider die Kosten seiner Supply Chain für unnötig hoch hält. Trotz Digitalisierung fehlt drei Viertel der Unternehmen der Kostenüberblick.

Jedes zweite große Industrieunternehmen sieht in seiner Lieferkette großes Einsparpotenzial, hat aber gleichzeitig Probleme, die Kosten transparent zu erfassen und die Potenziale zu heben. Das zeigt eine Studie von Emporias unter 100 Logistikentscheidern großer Industrieunternehmen.

Besonders Transportkosten zu hoch

Der Druck auf produzierende Unternehmen nimmt zu, denn die Logistikkosten steigen in nahezu allen Industriezweigen an, vor allem Transportkosten. Steigende Variantenvielfalt, Global Sourcing sowie wachsende Kundenanforderungen an Lieferzeiten und Reaktionsfähigkeit fördern diese Entwicklung. Selbst kleine Veränderungen oder Störungen wirken sich auf die gesamte Lieferkette aus – und treiben die Kosten.

Entsprechend unzufrieden sind die Unternehmen mit der Kostensituation ihrer Supply Chain, wie die aktuelle Emporias-Studie “Supply-Chain-Management in Industrieunternehmen” offenbart.

Drei von vier Unternehmen überblicken ihre Kostenstruktur nicht mehr

Ein Grund, warum dieses Potenzial nicht umfassend gehoben wird, ist fehlende Kostentransparenz, wie die Studie offenbart. Die vollständige und tiefgehende Kenntnis der Kostenstruktur ist aber Voraussetzung dafür, Stellschrauben für Einsparungen zu identifizieren. Diese Ansicht teilen drei Viertel der Industriemanager. Ebenso viele äußern genau dabei Probleme – und das, obwohl eine Mehrheit das eigene Unternehmen im Bereich Digitalisierung als überdurchschnittlich weit betrachtet.

“Die zunehmende Digitalisierung in den Unternehmen führt längst nicht überall dazu, dass die Kostentransparenz steigt”, sagt Oliver Ohlen, Supply-Chain-Experte und Geschäftsführer von Emporias. “Wenn die Gesamtkosten nicht über ein fundiertes Datenmodell vollständig erfasst und Kostenstellen zugeordnet werden, bleiben wahre Kostentreiber auch in modernen BI-Systemen unentdeckt. Dazu gehören vor allem indirekte Kosten, Wechselbeziehungen von Kostenbereichen und Aufwände durch Störungen”, so Ohlen.

Mangelnde Datenverarbeitung trotz Digitalisierung

Konkret nach der Erfassung und Verarbeitung von Kostendaten gefragt, gestehen 80 Prozent der Studienteilnehmer ein, dass diese Prozesse bei ihnen nicht ausreichend automatisiert sind. Zu häufig werden Daten manuell gepflegt. Sechs von zehn Befragten berichten zudem, dass vorhandene Kostendaten nicht richtig weiterverarbeitet würden.

“Ohne eine valide Datenbasis ergeben Kostensimulationen zur Steuerung und Optimierung der Supply Chain keine sinnvollen Ergebnisse. Einsparungen an einer Stelle tauchen daher häufig als Mehraufwand an anderer Stelle wieder auf”, sagt Ohlen. Um die Kostentransparenz zu verbessern, führt dem Experten zufolge kein Weg daran vorbei, zunächst ein tragfähiges Gesamtkostenmodell für die Supply Chain eines Unternehmens zu entwickeln.

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Autor: Dörte Neitzel

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