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Künstliche Intelligenz

Pixabay

09.11.2018

Künstliche Intelligenz in der Logistik braucht spezielles Know-how

Künstliche Intelligenz hat der Logistik viel zu bieten: Durch zuverlässige Prognosen und Effizienzsteigerungen kann sie das Management der Lieferkette optimieren und Unternehmen zur größtmöglichen Planungssicherheit verhelfen – in volatilen Marktumfeldern ein hohes Gut. In den meisten Betrieben ist dies bislang noch Zukunftsmusik.

Eine aktuelle Umfrage von Inform zeigt, an welchen Stellen sich Unternehmen schwertun und wo die Potenziale liegen. Im Juli 2018 verzeichnete die Bundesnetzagentur einen Rekord: Noch nie hatten sich so viele Menschen über Post-Dienstleistungen beschwert. Angesichts des boomenden Versandhandels wurden so viele Pakete verschickt wie nie zuvor. Entsprechend komplex und zeitkritisch gestalteten sich die Aufgaben der Logistiker. Gute Planung ist gefragt. Doch wie lassen sich Bewegungen verlässlich koordinieren, wenn immer mehr Variablen zu berücksichtigen sind? Ob Transportoptimierung, Hofmanagement oder intelligentes Supply Chain Management: Künstliche Intelligenz (KI) und intelligente Algorithmen können dabei helfen, Geschäftsprozesse effizienter abzuwickeln. Wie es um den KI-Einsatz in der Logistik bestellt ist, haben wir bei Inform dieses Jahr in einer Umfrage untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Praktikern ist die Relevanz des Themas durchaus bewusst, konkrete Anwendungen finden sich allerdings noch selten.

Große Erwartungen an KI

123 Mitarbeiter und Führungskräfte aus Industrie, Handel und Logistik-Dienstleistungen nahmen an der Befragung teil. Wie klar zu sehen ist, handelt es sich bei dem Thema für sie um weit mehr als nur um einen Hype: 41 Prozent der Befragten sehen in KI die Zukunft der Logistik, weitere 40 Prozent verstehen sie immerhin als Innovation mit praktikablen Ansätzen. Die überwiegende Mehrheit (90 Prozent) ist außerdem sicher, dass sich Investitionen in entsprechende Technologien lohnen und die Marktposition mittelfristig verbessern. Entsprechend erkennen über 80 Prozent einen Bedarf, ihre logistischen Prozesse zumindest perspektivisch mit KI auszustatten.

Die Studienergebnisse zeigen auch, wo in der Praxis noch Steine den Weg erschweren. Denn weniger als ein Drittel der befragten Unternehmen setzt KI-Anwendungen in seiner Lieferkette bislang tatsächlich ein. Angesichts der hohen Erwartungen erscheint eine so schleppende Umsetzung zunächst paradox.

Wissensdefizit hemmt Umsetzung

Zum einen schlägt der Mangel an Ressourcen und infrastrukturellen Kapazitäten zu Buche. So befürchten viele Befragte, die Einrichtung entsprechender Lösungen könne zu teuer (46 Prozent) oder zu zeitintensiv (38 Prozent) werden. Zum anderen bewerten 44 Prozent der Befragten ihre IT-Infrastruktur als unzureichend. Als größte Hürde kristallisiert sich jedoch mangelndes Anwenderwissen heraus: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Studienteilnehmer sieht sich hierdurch in der Umsetzung gehemmt.

KI in der Logistik

Quelle: Inform

Tatsächlich fühlt sich ein Großteil der Befragten schlecht informiert und wünscht sich Unterstützung, um konkrete Maßnahmen ergreifen zu können. Dieses offenkundige Wissensdefizit ist ein Warnsignal, die Logistik sollte den Anschluss aber keinesfalls verlieren. Kann sie die für das Unternehmen tragenden Aufgaben aufgrund technologischer Unzulänglichkeiten nicht ausfüllen, schadet dies der Effizienz der gesamten Wertschöpfungskette. Eine leistungsstarke IT-Infrastruktur und der Aufbau von Know-How sind für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit daher strategisch zentral.

Anwendungsgebiete für KI in der Logistik gibt es zahlreiche: Mittels Machine-Learning-Technologie lassen sich beispielsweise zuverlässige Prognosen für die Absatzplanung berechnen. An anderer Stelle helfen selbstadaptierende Prognosealgorithmen bei der Optimierung von Beständen. So tragen sie dazu bei, die Lieferkette nachhaltig zu stabilisieren. Die befragten Logistiker erkennen dieses Potenzial und sehen neben verbesserten Absatz- und Bedarfsprognosen auch in der Produktions- und Transportoptimierung wichtige Anwendungsfelder. Vom KI-Einsatz versprechen sie sich zurecht vielfältige Vorteile, wie Fortschritte in der Automatisierung, Effizienzsteigerungen oder verbesserte Ressourcenauslastung.

Redakteur: Kathrin Irmer

Autor: Kathrin Irmer

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