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21.03.2018

Fuhrparkmanagement: Es lohnt sich Leasingverträge zu überprüfen

Fahrzeugfinanzierung, Wartung, Reifen etc. – zusammengefasst in einer festen monatlichen Rate. Das macht Full-Service-Leasing für Unternehmen attraktiv. Es gibt aber günstigere Alternativen.

Dr. Friedrich Thießen, Professor für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre an der TU Chemnitz, spricht von einem „typischen Kuppelprodukt“. Jahrelang seien zum Beispiel in den USA Kunden von Industrieversicherern „an der Nase herumgeführt worden“. Die Produkte enthielten den Versicherungsschutz und Maklerleistungen in einem. Die Kunden hätten nicht bemerkt, dass sie zu viel bezahlten, denn die Einzelleistungen seien in den Gesamtpaketen sozusagen „untergegangen“. Ähnliches passiere Millionen Bankkunden, die für ihr Konto eine pauschale Gebühr für alle eingeschlossenen Nebenleistungen entrichten. Thießen: „Die Anzahl der Beschwerden halten sich in Grenzen, denn das Ganze ist zum einen bequem. Zum anderen werden die Kostenschwellen, die einen ordentlichen Kaufmann zum Handel zwingen müssten, bei einem solchen Konstrukt gar nicht wahrgenommen.“

Das Full-Service-Leasing ist solch ein Kuppelprodukt. Der Leasingnehmer zahlt für die Finanzierung und ergänzende Services eine pauschale Rate. „Er weiß nicht, wie die einzelnen Komponenten Finanzierung, Restwert, Risikoaufschlag und die ergänzenden Services kalkuliert sind und hat dementsprechend keine Möglichkeit, Marktvergleiche anzustellen“, so Jürgen Eschborn, Vorstand des Europäischer Ladungs-Verbund Internationaler Spediteure Aktiengesellschaft.

Leasingverträge genau vergleichen

Dagegen lassen sich nach Benchmarkvergleichen der Fuhrparkmanagementgesellschaft ARI Fleet Germany nach einer „Entbündelung“ von Finanzierung und Services allein bei den Werkstatt- und sonstigen Dienstleistungen 5 % bis 10 % der Kosten einsparen. Das ist allerdings nur die halbe Miete. Großes Optimierungspotenzial steckt auch in einem Wechsel des Leasing-Vertragsmodells. Die gängige und mit einem Full-Service in der Regel gekuppelte Variante ist der genannte Kilometervertrag. Der Leasingnehmer bindet sich an einen Zeitvertrag mit fixen Parametern. Änderungen etwa der Laufzeit oder der Kilometerleistung wie sie inzwischen durch Markt- bzw. Auslastungsschwankungen bei über der Hälfte der Verträge vorkommen, werden mit zum Teil stattlichen Gebühren oder Vertragsstrafen sanktioniert.

Oder aber der Kunde leistet Übertilgungen, wenn der Vertrag stillschweigend mit gleicher Monatsrate weitergeführt wird, was ebenfalls häufig vorkommt. Dann wäre da noch das weithin bekannte Ärgernis der Berechnung sogenannter „Rückgabeschäden“; für jede noch so kleine Rechnung gibt es eine satte Rechnung. Am Ende erzielt Leasinggesellschaft beim Weiterverkauf des Fahrzeugs einen deutlich über dem kalkulierten Restwert liegenden Preis. In diesem Fall hat der Kunde jahrelang zu hohe Raten gezahlt. „Close-End-Leasingvertrag“ heißt dieses hierzulande gängige Vertragsmodell – „Open-End-Leasingvertrag die kostenoptimierende Alternative dazu. Bei dieser steht Restwert des Fahrzeugs bei Vertragsbeginn nicht fest. Übersteigt der Wiedervermarktungserlös des Fahrzeugs die verbliebene Restschuld, so erhalte der Kunde die Differenz ausbezahlt. „Der Leasingnehmer bestimmt die Finanzierungsdauer. Er kann sie flexibel anpassen und das Fahrzeug nach einem Jahr Laufzeit – bei LKW nach zwei Jahren – jederzeit ohne Sonderzahlungen zurückgeben“, erläutert Strika das von ARI Fleet in Nordamerika bereits seit über 40 Jahren erfolgreich eingesetzte sogenannte „FlexLease“. Allein durch Umstellung auf ein Open-End-Modell ließen sich weitere 7 % bis 10 % Kosten einsparen.

Über 40 % der deutschen Unternehmen nutzen laut dem Bundesverband der Leasinggesellschaften e V. inzwischen ein Full-Service-Leasing. Das könnte sich schlagartig ändern. Denn nach den neuen International Financial Reporting Standards zur Bilanzierung von Leasingverhältnissen (IFRS 16) müssen ab dem Geschäftsjahr 2018 sämtliche Leasingverbindlichkeiten als Schulden ausgewiesen werden. Die ergänzenden Services bzw. Dienstleistungen verbleiben in die Gewinn- und Verlustrechnung. Für die einzelnen Leistungen werden künftig getrennte Ausschreibungen durchgeführt und Konkurrenzangebote eingeholt.

Paradigmenwechsel beim Leasing

Formell gelten die IFRS zwar nur für kapitalmarktorientierte Unternehmen. Faktisch können aber alle Unternehmen davon profitieren. Auch wer seine Bilanz nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuchs (HGB) erstellt, ist nicht daran gehindert, sein Leasing entsprechend neu zu ordnen und von Alternativen zu profitieren. „Die neuen Bilanzierungsregeln können zu einem echten Paradigmenwechsel beim Leasing führen, indem undurchsichtig gekoppelte Full-Service-Verträge durch kostengünstigere Einzelverträge ersetzt werden“, so Wirtschaftsprofessor Thießen.

Diese Strategie verfolgt  der Gebäudedienstleister ENGIE Deutschland, dessen Flotte 1.500 Nutzfahrzeuge und Dienstwagen umfasst, schon seit längerem. „Wir setzen wir auf reines Finanzleasing und schließen den Baustein für Wartung/Instandhaltung nur dann ab, wenn er von der Leasinggesellschaft zu günstigen Konditionen angeboten wird“, erläutert Fuhrparkmanager Guido Behr. Alle anderen Kosten, zum Beispiel Reifen, werden auf Ist-Kostenbasis abgerechnet. Behr: „Wir nutzen die Werte der Leasinggesellschaften nur, um unsere Referenzrate auf Basis TCO zu bestimmen.“

(Bild: Sven Krautwald-Fotolia.de)

Autor: Kathrin Irmer

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