Anzeige
Anzeige
Autokartell: Hersteller sollen sich auch bei Benzinern abgesprochen haben

Autokartell: Hersteller sollen sich auch bei Benzinern abgesprochen haben

31.07.2018

Autokartell: Hersteller sollen sich auch bei Benzinern abgesprochen haben

Berichten zufolge prüft die EU-Kommission, ob sich Daimler, Volkswagen, BMW, Audi und Porsche auch bei Benzinmotoren abgesprochen haben.

Die deutschen Autohersteller Volkswagen, BMW, Daimler, Audi und Porsche sollen versucht haben, eine wirksame Abgasreinigung bei Fahrzeugen mit Benzinmotoren gemeinsam zu verhindern. Das berichtet der Spiegel. Danach gibt es in den Untersuchungen Hinweise auf gemeinsame Verabredungen, um sowohl schärfere Grenzwerte bei Autos zu verhindern, als auch den Einsatz von Partikelfiltern in Benzinmotoren zu vermeiden.

Partikelfilter unbedingt vermeiden

Bereits 2009 soll demnach entschieden worden sein: “Der Einsatz eines Partikelfilters soll beim Ottomotor unbedingt vermieden werden”, wie der “Spiegel” aus den Unterlagen zitiert. Weiter heißt es dort: “Die Antriebsleiter unterstützen eine gemeinsame Vorgehensweise.” Partikelfilter sollen den Ausstoß von Feinstaub begrenzen.

Zudem einigten sich die Hersteller auf ein “politisches Lobbying in Brüssel”, das schärfere Grenzwerte für den Ausstoß von Partikeln bei Ottomotoren so lange wie möglich verzögern sollte. So heißt es in den Unterlagen, die der EU-Kommission vorliegen. Mit Hinweis auf die noch laufenden Untersuchungen wollten die Hersteller bisher keine Stellungnahme zu Einzelheiten abgeben.

Absprachen schon bei Dieselmotoren

Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass sich VW (inklusive Audi und Porsche) sowie Daimler und BMW jahrelang über Zulieferer, Technologien und Abgasreingungssysteme bei Dieselmotoren ausgetauscht haben. Bei den Treffen in den 90er-Jahren sei es um Fragen zur Technik, zu Kosten und um Zulieferer gegangen, berichtete der Spiegel. Auch die Abgasreinigung sei behandelt worden. Das Magazin berief sich damals auf eine Selbstanzeige des VW-Konzerns bei den Wettbewerbsbehörden.

In der VW-Selbstanzeige heiße es, dass es zu “kartellrechtswidrigem Verhalten” gekommen sei. Auch Daimler habe eine Art Selbstanzeige eingereicht, berichtet das Magazin weiter.

Bild: VW

Lesen Sie auch:

Autor: Dörte Neitzel

DruckenDrucken


 





Anzeige