Automobilbranche und Maschinenbau verpennen Strukturwandel
08.05.2018

Automobilbranche und Maschinenbau verpennen Strukturwandel

Viele Unternehmen lassen sich von der guten Konjunktur blenden und lassen den nötigen Strukturwandel schleifen. Das kann nach hinten losgehen, so eine Studie von Roland Berger.

Die Konjunktur brummt, den Unternehmen geht es gut. Also machen sich viele Firmen die Notwendigkeit eines Strukturwandels nicht rechtzeitig bewusst, bzw. sind darauf nicht ausreichend vorbereitet. Besonders trifft es die deutschen Vorzeigebranchen Automobil und Maschinenbau, so die neue Roland Berger-Studie “Sturmtief voraus! Wo Unternehmen trotz guter Konjunktur mit sektoralen Krisen rechnen müssen”.

Zwei Branchen im Rückstand

Viele Industriebereiche stehen vor erheblichem Strukturwandel, davon sind die Studienteilnehmer überzeugt: Trotz guter Konjunktur glauben 88 Prozent der befragten Restrukturierungsexperten, dass ein branchenspezifischer Strukturwandel für Anpassungsbedarf sorgt. Dazu kommen der technologische Wandel (ca. 86 Prozent) und der globale Wettbewerb (75 Prozent). Vor allem deutsche Vorzeigeindustrien wie Automobil (ca. 95 Prozent), Anlagenbau (ca. 87 Prozent) und Handel (ca. 84 Prozent) werden Veränderungen stark zu spüren bekommen.

“Die Veränderungen bergen auch Wachstumschancen”, sagt Sascha Haghani, Co-Geschäftsführer in der DACH-Region und globaler Leiter des Competence Center Restructuring und Corporate Finance von Roland Berger. Allerdings gelte das nur für Unternehmen, die Entwicklungen aktiv mitgestalten. Doch genau das gelingt vielen Unternehmen noch nicht.

Als Gründe nennt die Studie:

  • Managementfehler (90 Prozent),
  • neue Wettbewerber (ca. 78 Prozent) sowie
  • disruptive Technologien (ca. 74 Prozent).

“Die gute Konjunktur führt leicht zu Trägheit”, sagt Falco Weidemeyer, Senior Partner bei Roland Berger und Leiter des Bereichs Corporate Performance. “Dabei sollten Unternehmen in guten Zeiten ihre Geschäftsmodelle hinterfragen, Business-as-usual ist gerade jetzt gefährlich.”

Bild: Pixabay

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