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Blockchain: Wachstumstreiber oder überschätzter Hype?

Bild: Seven Senders

08.05.2019

Blockchain: Wachstumstreiber oder überschätzter Hype?

Blockchain-Technologie und ihre Anwendung, die Digitalwährung Bitcoin, sind derzeit in aller Munde. Doch welche Chancen und Risiken beinhaltet der Blockchain-Trend für Logistik-Unternehmen und Versender?

Nach Angaben der britischen Analysten von Juniper soll der Einzelhandel 2023 mit Waren, deren Lieferketten in der Blockchain fälschungssicher dokumentiert sind, rund 4,5 Milliarden Dollar umsetzen. Der Blockchain wird großes Potenzial in Bezug auf die gesamte Supply Chain attestiert – von Dokumentation über Track and Trace, Produktion und Distribution bis hin zum Asset-Transfer, da sich mit ihr Datenpunkte sicher, verlässlich und dezentral aus der Realität ziehen und für die unterschiedlichsten Geschäftsanforderungen nutzen lassen. Die Crux: Unternehmen, die dieses Potenzial effizient nutzen wollen, müssen in die Qualität der Datenbasis investieren. „Aufgrund des hohen Volumens an Transaktionen und Datenflüssen eignet sich Blockchain gut, um Geschäftsabläufe in der Logistik abzubilden und zu rationalisieren. Jedoch beinhaltet die Blockchain-Technologie auch Hürden, die es zu meistern gilt“, erklärt Dr. Johannes Plehn, Co-Founder von Seven Senders. Die folgenden Ausführungen geben Aufschluss über Möglichkeiten und Herausforderungen der Blockchain im Logistikumfeld:

  1. Blockchain nicht mit Bitcoin verwechseln

Viele nutzen Blockchain und Bitcoin als Synonym, dabei kann die Blockchain als Technologie weitaus mehr als die digitale Währung Bitcoin zu generieren. Die Blockchain fungiert als spezielle Form einer Datenbank, die anders als herkömmliche Datenbanksysteme dezentral organisiert und zudem durch Verschlüsselung auch fälschungssicher ist.

  1. Blockchain-Nutzung in der Logistik setzt Investitionen in Datengewinnung voraus

Transaktionen in der Logistik laufen in weiten Teilen nicht digital ab. In der Logistik wird mit Währungen und physischen Gütern agiert, die erst einmal in die Blockchain übertragen werden müssen. Die große Herausforderung für den Einsatz der Blockchain in der Logistik besteht darin, physische Abläufe eindeutig, umfassend und hundertprozentig verlässlich in Datensätzen abzubilden, welche dann in die Blockchain überführt werden können. Um diese Eindeutigkeit der Daten zu gewährleisten, müssten Logistikunternehmen stark investieren und einen großen Aufwand einplanen, was den vermehrten Blockchain-Ansatz aktuell noch behindert. Erst wenn Datengewinnung und -umgang übergreifend sichergestellt sind, greifen die Möglichkeiten der Blockchain in der Logistik. Die aktuell größten Hürden sind diesbezüglich der enorme Kostendruck und viele Unwägbarkeiten in logistischen Abläufen, die Investitionen in die Datenbasis im Wege stehen.

  1. Logistikprozesse mithilfe der Blockchain sicher und in Echtzeit abbilden

Wird versucht, Daten zu manipulieren, fällt dies bei der Blockchain, bei der alle Datenketten permanent synchronisiert werden, sofort auf. Insbesondere bei komplexen logistischen Abläufen, an denen viele Partner beteiligt sind, bietet Blockchain zahlreiche Möglichkeiten, da das Netzwerk für jeden offen, aber dennoch verlässlich und sicher ist. Die Partner bestimmen im Vorfeld, welche Daten von wem genutzt werden können, Verschlüsselung sorgt für ein doppeltes Sicherheitsnetz.

  1. Mit Smart Contracts Logistikprozesse optimieren

Ein gutes Beispiel, wie Blockchain Logistikabläufe unterstützen kann, sind Smart Contracts. Will ein Händler eine Ware beispielsweise von A nach B transportieren, kann er ein Angebot in die Blockchain schreiben, das sich wiederum von angebundenen Lieferdiensten einsehen lässt. Der Logistikdienst mit dem besten Angebot bekommt in diesem Szenario automatisch den Zuschlag. Auch Transportabschluss und Zahlung funktionieren automatisch: Ist ein Container beispielsweise in Hongkong angekommen, erfolgen in diesem Wenn-dann-Szenario Verzollung und Zahlung.

Dr. Johannes Plehn resümiert: „Die Technologie Blockchain beinhaltet für die Logistik viele spannende Möglichkeiten und auch neue Geschäftsmodelle. Um sie aber wirklich erfolgreich nutzen zu können, muss in einem ersten Schritt die Herausforderung der Datengewinnung angegangen werden und Unternehmen müssen selbst Herr über ihre geschäftsrelevanten Informationsflüsse sein. Das Potenzial ist enorm, daher lohnt es sich, innovative Ansätze wie diesen, im Auge zu behalten.“

 

Autor: Kathrin Irmer

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