Rücktritt: Chef von Thyssenkrupp will gehen
06.07.2018

Rücktritt: Chef von Thyssenkrupp will gehen

Der Vorstandsvorsitzende des Stahlkonzerns Thyssenkrupp will seinen Hut nehmen. Heinrich Hiesinger habe den Aufsichtsrat um Gespräche gebeten, die zur Auflösung seines Mandats führen sollen. Ein Nachfolger steht schon fest.

Drei Tage nach der Ankündigung, dass Thyssenkrupp seine Stahlsparte mit Tata Steel zusammenlegen wird, will der Chef des deutschen Stahlherstellers nicht mehr. Heinrich Hiesinger hat seinen Rücktritt angekündigt. Nun berät der Aufsichtsrat über das Gesuch des 58-Jährigen. Gründe für den geplanten Abgang nannte weder Thyssenkrupp noch Hiesinger.

Mit der Interims-Nachfolge dürfte Finanzchef Guido Kerkhoff betraut werden, der in den vergangenen Jahren zusammen mit Hiesinger maßgeblich die Neuausrichtung von Thyssen-Krupp vorangetrieben hatte. Das zumindest will das Handelsblatt aus aufsichtsratnahen Kreisen erfahren haben.

Hiesinger war umstritten

Hiesinger war sieben Jahre an der Spitze des Stahlkonzerns, zuletzt gab es jedoch Uneinigkeiten zwischen Vorstand und Aufsichtsrat über die künftige strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Eigentlich wollte Hiesinger Anfang seine neue Strategie für Thyssenkrupp vorstellen. Darin plante er ausdrücklich keine Zerschlagung des Traditionskonzerns: Hiesinger glaubt an die Vorteile eines Konzerns, der aus mehreren Sparten besteht. Doch Kritik daran gibt es von Investoren: “Thyssenkrupp ist mit der Strategie des Konglomerats und seiner Matrix-Organisation gescheitert”, zitiert die Süddeutsche Zeitung Cevian-Gründer Lars Förberg. Seine Firma hält mehr als 15 Prozent der Aktien des Traditionskonzerns. Diese könnten an der Börse längst 50 Euro wert sein, so Förberg, wenn der Vorstand nur die richtigen Entscheidungen treffen würde. Derzeit notiert das Papier unter 22 Euro.

Auch der US-Hedgefonds Elliott hatte mehr Tempo bei dem seit langem angekündigten Umbau des Ruhrkonzerns gefordert.

Bild: Thyssenkrupp

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