Zerspanungswerkzeug von Sandvik

Für die Bearbeitung von Metallteilen braucht es hochpräzise Zerspanungswerkzeuge. Welche Hersteller sind die größten ihrer Zunft? (Bild: Sandvik Coromant)

Zerspanungswerkzeuge gehören zu den A-Teilen im Einkauf, das heißt, der Wert der einzelnen Beschaffung ist hoch, ihre Anzahl im Unternehmen jedoch niedrig. Sie zählen zu den Präzisionswerkzeugen und werden in Bearbeitungsverfahren genutzt. Dabei bringen sie das Material durch Fräsen, Bohren oder Drehen in die passende Form. Dass diese Art der Maschinen eine hohe Wertschöpfung produziert, zeigt eine andere Zahl: 2016 lag der Produktionswert von Präzisionswerkzeugen deutschlandweit bei gut zehn Milliarden Euro.

Einen großen Anteil daran nehmen Zerspanungswerkzeuge ein: Rund ein Drittel der in Deutschland produzierten Präzisionswerkzeuge gehören in diese Kategorie. Und die ist nicht nur hierzulande beliebt: Ein Großteil der Maschinen werden in die USA, nach China und die Niederlande exportiert. Abnehmer sind Unternehmen, die sich mit der Metallverarbeitung und der Herstellung von Präzisionsteilen beschäftigen. Zu den Branchen, in denen Zerspanungswerkzeuge häufig eingesetzt werden, gehören unter anderem die Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Medizintechnik.

Die von den Unternehmen für die spanende Bearbeitung verwendeten Werkzeuge bestehen in der Regel aus drei Teilen: einem Schaft, einem Handgriff (bei Handwerkzeugen) bzw. einer Maschinenaufnahme (bei Maschinenwerkzeugen) und dem bei der Bearbeitung wirksamen Teil, der Schneide. Dessen Geometrie kann bekannt sein, wie beim Spanen mit geometrisch bestimmter Schneide (Drehen, Fräsen, Bohren), oder unbekannt, wie beim Spanen mit geometrisch unbestimmter Schneide (Schleifen, Honen).

Wer aber stellt Präzisionswerkzeuge her? Allein im VDMA Präzisionswerkzeuge sind 170 Unternehmen organisiert, die rund 57.000 Mitarbeiter beschäftigen. Damit ist die Präzisionswerkzeugindustrie einer der größten Fachzweige des Maschinenbaus. Doch welche Hersteller sind die umsatzstärksten in Deutschland? Auf der Suche nach einem passenden Lieferanten von Zerspanungswerkzeugen, sollten sich Einkäufer daher unter den folgenden Unternehmen umschauen – sie sind die zehn größten Hersteller von Zerspanungswerkzeugen.

Die größten Werkzeugmaschinenhersteller (Platz 11 bis 20)

Balkendiagramm mit den größten Herstellern von Zerspanungswerkzeugen
Wie geht das Ranking der größten Zerspanungsunternehmen weiter? Das sind die Plätze 11 bis 20. (Bild: TECHNIK+EINKAUF mit Daten von FERTIGUNG)

Was sind Werkzeugmaschinen?

Werkzeugmaschinen sind Arbeitsmaschinen, die ein Werkzeug am Werkstück unter gegenseitiger Führung zur Wirkung bringen, um eine Formänderung des Werkstücks zu bewirken. Sie dienen zum Herstellen von Maschinen, Vorrichtungen und Geräten aller Art, hauptsächlich durch Bearbeitung von Metallen, aber auch von Holz, Kunststoffen und anderen Werkstoffen. Werkzeugmaschinen lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen, je nach Art des Fertigungsverfahrens:

  • Maschinen zum Urformen (z.B. Druckgießmaschinen)
  • Maschinen zum Umformen (z.B. Biegemaschinen, Schmiedepressen)
  • Spanende Werkzeugmaschinen (z.B. Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Bohrmaschinen, Schleifmaschinen)

Spanende Werkzeugmaschinen sind dabei die am häufigsten verwendeten Typen. Sie bearbeiten Werkstücke durch Abtragen von Spänen, bis die gewünschte Form erreicht ist. Werkzeugmaschinen können manuell, mechanisch oder automatisch betrieben werden. Insgesamt haben Werkzeugmaschinen eine strategische Bedeutung für die Industrie, da sie am Anfang vieler Wertschöpfungsketten stehen und zur Herstellung zahlreicher Produkte erforderlich sind.

Wie funktionieren Zerspanungswerkzeuge?

Zerspanungswerkzeuge sind Werkzeuge, die zum Bearbeiten von Werkstoffen wie Metall, Holz oder Kunststoff durch Abtragen von Spänen eingesetzt werden. Zu den wichtigsten Zerspanungsverfahren, für die Zerspanungswerkzeuge verwendet werden, gehören:

  • Drehen
  • Fräsen
  • Bohren
  • Gewindeschneiden
  • Schleifen

Zerspanungswerkzeuge bestehen üblicherweise aus drei Teilen: einem Schaft, einem Griff bei manuellen Werkzeugen oder einer Maschinenschnittstelle bei Maschinenwerkzeugen, sowie dem eigentlichen Schneidteil, dessen Geometrie entweder bekannt (z.B. beim Drehen, Fräsen, Bohren) oder unbekannt (z.B. beim Schleifen) sein kann.1Zerspanungswerkzeuge werden vor allem in Branchen wie der Automobilindustrie, dem Maschinenbau und der Medizintechnik eingesetzt, wo präzise Metallbearbeitung erforderlich ist.

Portrait Dörte Neitzel Redakteurin Technik+Einkauf
(Bild: mi connect)

Die Autorin: Dörte Neitzel

Dörte Neitzel ist Wissens- und Infografik-Junkie vom Dienst. Dinge und Zusammenhänge zu erklären ist ihr Ding, daher beschreibt sie sich selbst auch gern als Erklärbärin mit Hang zur Wirtschaft – was einem lange zurückliegenden VWL-Studium geschuldet ist. Nach einigen Stationen im Fachjournalismus lebt sie dieses Faible bevorzugt auf der Webseite der TECHNIK+EINKAUF aus und taucht besonders gern ab in die Themen Rohstoffe und erneuerbare Energien.

Privat ist Südfrankreich für sie zur zweiten Heimat geworden, alternativ ist sie in der heimischen Werkstatt beim Schleifen, Ölen und Malern alter Möbel zu finden oder in südbayerischen Berg-und-See-Gefilden mit Hund im Gepäck unterwegs.

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Die größten Hersteller von Zerspanungswerkzeugen

  1. Gühring
  2. Ceratizit
  3. Hoffmann-Group
  4. Sandvik Coromant
  5. Mapal Dr. Kress
  6. Paul Horn
  7. Kennametal
  8. Walter
  9. Iscar Germany
  10. Emuge Franken

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Quelle: FERTIGUNG

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