Digitale Plattformen verändern den ERP-Markt
12.06.2018

Digitale Plattformen verändern den ERP-Markt

Der Trend bei ERP-Systemen geht weg von einer Einzelsoftware hin zu modularen, vernetzten Plattformen, die cloudbasiert sind.

Beschaffung planen, Zahlungsausgänge pünktlich organisieren oder die Produktion steuern: Dank Enterprise Resource Planning (ERP) Systemen sind eine Vielzahl von Geschäftsprozessen in Unternehmen längst digitalisiert. Doch die fortschreitende Digitalisierung führt auch dazu, dass sich die ERP-Welt wandelt: Der Trend geht weg von zentralen monolithischen Softwarelösungen, die in der Vergangenheit dominiert haben, hin zu vernetzten digitalen Plattformen. Das ist die Kernthese des Positionspapiers „Digitale Plattformen und ERP“ des Digitalverbands Bitkom.

Lieber Einzelanwendungen statt ein Software-Block

Die Zukunft gehört modularen ERP-Lösungen, die auch cloudbasiert den Anwendern Möglichkeiten bieten, wie wir sie heute von unserem Smartphone kennen: Statt eine ERP-Software aus einer Hand zu kaufen, greifen die Unternehmen für unterschiedliche Funktionen auf Einzelanwendungen zurück, die dank definierter Schnittstellen miteinander kommunizieren und Daten austauschen können.

„In Digitale Plattformen lassen sich Anwendungen von Dritten integrieren und sie bieten gleichzeitig Entwicklern die Möglichkeit, eigene Lösungen einzubinden“, sagt Frank Termer, Bereichsleiter Software beim Digitalverband Bitkom. „Digitale Plattformen geben in Zukunft den Kunden bislang unbekannte Freiheit bei der Auswahl der Anbieter und Entwicklern die Chance, auf mehreren Plattformen vertreten zu sein. Diese Veränderung stellt die Anbieter aber auch vor neue Herausforderungen.“

Schnittstellen sind nötig

Das Positionspaper „Digitale Plattformen und ERP“ beschreibt typische Plattformen im B2B-Bereich – von Infrastruktur-Services über Plattform-Services bis zu Software-as-a-Service – und die Wege, auf denen ERP-Anbieter diese nutzen können. Dabei kommen die Autoren zu dem Schluss, dass existierende ERP-Systeme sich öffnen müssen, um den Anforderungen der Kunden auch künftig zu entsprechen. Dazu braucht es standardisierte Schnittstellen.

Vom Lizenz- zum Mietmodell

„Die auftragsorientierte und möglicherweise auch temporäre Vernetzung von Unternehmen steckt noch in den Kinderschuhen. Es fehlt an etablierten Standards und Plattformen, die eine einfache Kollaboration im IoT-Zeitalter ermöglichen“, so Termer. Das Papier kommt zu der Einschätzung, dass davon unabhängig sich das Geschäftsmodell der allermeisten ERP-Anbieter von einem Modell aus Lizenz- plus Wartungsgebühren hin zu einem Subskriptionsmodell wandeln wird, da der Druck der Kunden in diese Richtung größer wird.

Das Positionspapier „Digitale Plattformen und ERP“ gibt es hier zum kostenlosen Download.

Bild: momius/Fotolia.de

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