Lithium: VW benötigt bald ein Viertel des Weltmarktes

Lithium: VW benötigt bald ein Viertel des Weltmarktes

04.01.2018

Lithium: VW benötigt bald ein Viertel des Weltmarktes

VW könnte für die Batterien seiner Elektroautos bis 2025 ein Viertel des derzeitigen Angebots an Lithium auf dem Weltmarkt benötigen.

Die VW-Gruppe will bis zum Jahr 2030 viele seiner Modelle mit einem Elektroantrieb ausstatten. Für die dafür benötigten Batterien würde VW dann voraussichtlich bis 2025 ein Viertel des derzeitigen Angebotes an Lithium auf dem Weltmarkt aufbrauchen. Das sagt der Rohstoffanalyst Vincent Ledoux Pedailles von IHS Markit.

VW benötigt 45 GWh

Produziere VW wie angekündigt bis 2025 insgesamt 80 neue Batteriefahrzeuge bzw. Plug-in-Hybride und verkaufe zwei bis drei Millionen Elektroautos pro Jahr, benötige der Konzern fast 50.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent, rechnet Pedailles vor.

Der Analyst geht dabei von 500.000 rein batteriebetriebenen Autos sowie 2 Millionen Plug-in-Hybriden aus. Dafür brauche VW Batterien mit einer Gesamtkapazität von 45 Gigawattstunden. Das entspricht Pedailles zufolge fast einem Viertel des heutigen Marktes.

Lithium: VW benötigt bald ein Viertel des Weltmarktes

Preisentwicklung Lithium. (Quelle: tradingeconomics.com)

Auch bei anderen Batterierohstoffen drohen Verknappungen

Aber nicht nur der Rohstoffmarkt für Lithium-Ionen-Batterien ist angespannt. Erst vor Kurzem war VW Berichten zufolge bei dem Versuch gescheitert, sich einen langfristigen Liefervertrag für Kobalt zu sichern.

Der Rohstoff ist ebenfalls eine wichtige Zutat bei der Batterieherstellung. Angeblich lagen die Preisvorstellungen des Konzerns weit unter den aktuellen Marktpreisen. Doch auch die Preiskurve von Kobalt steigt stetig.

Tesla als Rohstoffkonkurrent

Denn auch andere Autohersteller setzen natürlich auf Elektroautos, allen voran Elektropionier Tesla. Allein für die im nächsten Jahr geplante Produktion von einer halben Million Teslas, würde der Autobauer einen Großteil der Lithium-Jahresproduktion benötigen.

Neben Analyst Pedailles warnen auch andere Branchenexperten vor Engpässen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) hegen ebenfalls Befürchtungen: Sollte der Rohstoffnachschub in Deutschland, drittgrößte Handelsnation der Welt, nicht mehr gesichert sein, sei die Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts gefährdet. Neben Lithium und Kobalt seien davon auch Graphit und Mangan betroffen.

Bild: Gary Whitton/Shutterstock.com

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Autor: Dörte Neitzel

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